Wo die Seife köchelt

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Mandelduft strömt durch den Raum. Kleine Töpfe stehen auf einem Tisch, die Kochplatten unter ihnen erhitzen langsam den Inhalt. Geschäftig stehen zehn Personen um den Tisch, huschen herum, um die nächste Ladung in die Töpfe zu befördern. Hinsichtlich der Geschäftigkeit könnte es sich dabei auch um ein Plätzchenbacken für Weihnachten handeln, nur etwas verfrüht im April. Nicht etwa Keksteig, sondern eine milchig weiße Flüssigkeit ist das Ergebnis, dass nun aus den Töpfen in bereitstehende Glasflaschen gefüllt wird. Sabine Barowski, die Leiterin des heutigen Kurses im Naturfreundehaus Karben, zeigt den Daumen nach oben. Denn was hier entsteht, ist nichts zum Essen, sondern was zum Putzen: Seife, Spülmittel und Weichspüler. Barowski kennt sich damit aus.

Mandelduft strömt durch den Raum. Kleine Töpfe stehen auf einem Tisch, die Kochplatten unter ihnen erhitzen langsam den Inhalt. Geschäftig stehen zehn Personen um den Tisch, huschen herum, um die nächste Ladung in die Töpfe zu befördern. Hinsichtlich der Geschäftigkeit könnte es sich dabei auch um ein Plätzchenbacken für Weihnachten handeln, nur etwas verfrüht im April. Nicht etwa Keksteig, sondern eine milchig weiße Flüssigkeit ist das Ergebnis, dass nun aus den Töpfen in bereitstehende Glasflaschen gefüllt wird. Sabine Barowski, die Leiterin des heutigen Kurses im Naturfreundehaus Karben, zeigt den Daumen nach oben. Denn was hier entsteht, ist nichts zum Essen, sondern was zum Putzen: Seife, Spülmittel und Weichspüler. Barowski kennt sich damit aus.

"Es gibt viele Möglichkeiten sich Produkte zum Putzen selbst herzustellen", erklärt die Karbenerin. Und gegenüber Putzmitteln die man im Laden kaufen kann, hat das riesige Vorteile: "Zum einen weiß ich genau was drin ist", sagt Barowski. "In vielen Putzmitteln sind Stoffe drin, die alles andere als Gut für die Gesundheit sind. Sie sind oft vom Körper gar nicht abbaubar und können sogar Krebs auslösen. Viele Bestandteile helfen nicht bei der Reinigung, sondern sind Abfallstoffe, die wir einfach mitkaufen." Das ist bei ihren Rezepten, die sie bei den Naturfreunden weitergibt, anders. Sie bestehen aus natürlichen Produkten, sind komplett biologisch abbaubar. Konservierungsstoffe und anderer "unnützen Kram", kommt nicht in die Töpfe rein.

"Und vor allem hat es noch einen anderen Vorteil: Es ist billiger", sagt die Hauswirtschaftsleiterin. Denn der Großteil der Zutaten stammt aus dem Garten oder kann günstig gekauft werden. Oft müsse man sogar gar nicht viel tun. Etwa beim Waschmittel."Man nimmt einfach Kastanien, zerkleinert sie im Häcksler und trocknet sie dann", erklärt Barowski. "Dann einfach im Waschsäckchen mit in die Maschine. Das Ganze kann sogar dreimal verwendet werden. Und möchte man etwas Duft, lässt sich das mit Ätherischen Ölen lösen."

Ein Meer aus Düften

Mittlerweile sind die Flaschen mit Flüssigseife abgefüllt und stapeln sich auf dem Nebentisch. Der nächste Schritt: Es soll Spülmittel hergestellt werden. 500 Milliliter Wasser werden mit Natron und 100 Milliliter der eben hergestellten Flüssigseife in einer alten Spüliflasche gemixt. Zehn Tropfen ätherisches Öl kommen hinzu, sodass sich das Naturfreundehaus in ein Meer unterschiedlichster Düfte verwandelt. Flieder, Lavendel, oder Minze. Jeder hat einen anderen Duft gewählt, so gehen die mit schwarzem Edding beschriebenen Flaschen reihum, um verglichen zu werden. "Ich hätte nicht gedacht, das es so einfach ist, so was selbst herzustellen", sagt Elke Lang. "Gehofft ja, aber das lässt sich ja schnell selbst machen. Und riechen tut es auch noch gut." Etwas gutes für die Umwelt und für sich tue man damit auch.

Neu sind viele der Tricks, die Sabine Barowski erzählt, nicht. Vieles sei im Laufe der Zeit verloren gegangen. Der Trend habe sich mittlerweile ins Gegenteil verkehrt. Immer mehr Leute seien daran interessiert Putzmittel selbst herzustellen, so entstand die Idee für den Workshop bei den Naturfreunden. "Immer wieder wurde ich angesprochen: Sabine, mach doch dazu mal was, das würde mich interessieren", erinnert sich Barowski. "Also mache ich jetzt einfach mal."

Ohne die Errungenschaften der Moderne geht es nun auch nicht. "Plastikflaschen gehören heutzutage einfach dazu", sagt sie. "Wenn man beispielsweise Reiniger lagern möchte, kommt man um Plastik gar nicht drum herum." Der Metalldeckel einer Glasflasche würde beispielsweise im Laufe der Zeit korrodieren. "Doch man kann die Flaschen immer wieder nutzen, anstatt sie wegzuwerfen. Plastik kann man reduzieren, aber darauf verzichten ist eben sehr schwierig."

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