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Im Kräutergarten wachsen viele Heilkräuter, deren Wirkung bereits aus dem Mittelalter überliefert ist.

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Sehen, riechen, schmecken

Quakende Frösche, das Gezwitscher von Vögeln, summende Bienen und der Duft von Blumen und Kräutern - im Naturerlebnisgarten an der Rapp’s Kelterei kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Nun hat der Garten wieder geöffnet.

Wir finden es sehr schön hier und es ist auch toll für die Kinder. Wir haben schon viel gelernt«, sagt Oliver Petrovic. Mit seiner Familie besucht er den Garten zum zweiten Mal. Der siebenjährigen Tochter Carina gefällt es. »Ich mag die Natur und die vielen Tiere hier. Und den Barfußpfad. Aber das pikst auch manchmal«, erzählt sie.

Seit 15 Jahren arbeiten Rapp’s und die Stadt Karben zusammen. Naturschützer aus Karben und vom Naturschutzbund (NABU) betreuen den Garten und erklären den Gästen die verschiedenen Stationen. Über die Stadt Karben können sich Kitas und Schulklassen für Gruppenführungen anmelden. »Das ist besonders toll für den Biologie-Unterricht, das macht ihn lebendiger«, erklärt Michael Schneider, er ist seiner der Projektgründer. Für die Schulgruppen habe man auch ein grünes Klassenzimmer eingerichtet. Das Dach bilden die Äste von Weidenbäumen, die miteinander verflochten wurden.

Tipps für heimischen Garten

»Mit dem Garten wollen wir den Besuchern zeigen, wer in der Natur lebt. Wir wollen auf das Arten- und vor allem das Bienensterben aufmerksam machen.« Schneider wünscht sich, dass die Besucher nach einem Gang durch das Areal mehr darüber gelernt haben, wie sie in ihrem eigenen Garten, der Natur und ihren Bewohnern etwas Gutes tun können. Der Naturerlebnisgarten ist etwas die Sinne. Schneiders Ziel ist es, dass jedes Kind in Hessen einmal den Naturerlebnisgarten besucht hat.

Der Garten ist so vielfältig wie die Natur. Es gibt eine Steinmauer, die perfekt für kleine Eidechsen und Blindschleichen ist, um sich aufzuwärmen. Daneben stehen Obstbäume, hier gibt’s Hinweise zu Apfelsorten. Direkt daneben ist ein großer Teich, der von Fröschen und Libellen bewohnt wird. Die Winterlibelle, die in Hessen kaum vorkommt, hat sich hier angesiedelt.

Rund ums Bienenhotel summt und brummt es. »Das haben wir erst vergangenes Jahr erneuert«, erzählt Schneider. »Die Bienen legen ihre Eier in die Löcher im Holz, geben Futter dazu und verkleben diese dann mit Wachs«, erklärt Schneider. »Die jungen Bienen kämpfen sich dann langsam aus diesem Loch heraus.«

Auf der Rückseite des Bienenhotels wurde ein Florfliegen-Hotel angebracht. »Die sind genauso wichtig wie Bienen. Die Florfliegen ernähren sich vor allem von Blattläusen. Mit dieser Station sollen Besucher dazu angeregt werden, im heimischen Garten den Insekten Lebensraum zu bieten«, sagt er und hat noch einen Tipp. »Wenn man zum Beispiel mal eine Brennessel stehen lässt, kann man schon viel tun.« Karin Baumgartl ist Aufsicht im Naturerlebnisgarten. »Ich bin sehr naturverbunden und finde es wichtig, das Projekt zu unterstützen. Man lernt selbst sehr viel neues hier, gerade als Anregung für zu Hause.«

Himbeeren aus der Naschhecke

Entlang des geologischen Pfades sind die verschiedenen Stein-Arten Hessens erklärt. Für Kinder gibt es einen großen, neuen Spielplatz mit Wasserspielen. Wer gern im Garten was probieren möchte, kann schauen, ob an der Naschhecke Himbeeren oder Johannisbeeren reif sind.

Zur Begleitung für den Spaziergang durch den Naturerlebnisgarten gibt es die Möglichkeit, sich verschiedene Infobroschüren mitzunehmen. Sie geben Tipps, wie man in seinem Garten daheim dem Artensterben entgegenwirken kann: Abgestorbenes Holz auf einen Haufen schichten, das sei dann ein idealer Unterschlupf für Igel oder Kröten.

Im Naturerlebnisgarten bei der Rapp’s Kelterei kann auf 4000 Quadratmetern die hessischen Natur erkundet werden. Der Naturerlebnisgarten ist jeden Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht nötig, der Zutritt ist kostenlos. fei

Michael Schneider

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