Wein am Wegesrand: Der Heimat- und Kulturverein Burg-Gräfenrode hat statt eines Fests zur Wanderung rund um den Ort eingeladen und an drei Stationen Wein ausgeschenkt.	FOTO: JKÖ
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Wein am Wegesrand: Der Heimat- und Kulturverein Burg-Gräfenrode hat statt eines Fests zur Wanderung rund um den Ort eingeladen und an drei Stationen Wein ausgeschenkt. FOTO: JKÖ

Von Schöppchen zu Schöppchen

Karben (jkö). Das Lachen ist von Weitem zu hören. Die Sonne scheint, die Gläser sind voll - vieles scheint »wie immer«. Denn dass in Roggau Mitte Juli gute Tropfen ausgeschenkt werden, hat Tradition: Seit rund zehn Jahren lädt der Heimat- und Kulturverein (HeKu) Burg-Gräfenrode zum Weinfest vor die Oberburg.

Eigene Gläser mitgebracht

Und doch ist in diesem Jahr vieles anders: Der Veranstaltungsort, die deutlich kleineren Gruppen, der Verzicht auf jegliche Speisen. Ganz zu schweigen von den Gläsern, die nicht zum Spülen an die Theke gebracht, sondern im eigenen Wanderrucksack mit zum nächsten guten Tropfen genommen werden. Denn das Motto lautet in diesem Jahr »Weinwanderung statt Weinfest«. An drei Stationen rund um Burg-Gräfenrode hat der HeKu-Vorstand am Samstag einen »Schoppe to go« ausgeschenkt.

Für den Vorstand hat das allerhand Vorbereitungen bedeutet. Trotz der bewusst kleinen Dimensionierung - so wurden beispielsweise gezielt nur Vereinsmitglieder eingeladen - hat man ein Hygienekonzept geschrieben. Die Gläser waren demnach selbst mitzubringen, auf ausliegenden Namenslisten konnte sich jeder mit einem eigenen HeKu-Stift eintragen.

»Die Gesundheit unserer Besucher hat absolute Priorität«, erklärt Vorsitzender Frank Ulrich. Deswegen hatte man sich - wie in vielen anderen Vereinen auch - dazu entschieden, sämtliche Veranstaltungen des Jahres abzusagen. »Unsere Mitglieder völlig im Stich lassen wollten wir aber auch nicht«, ergänzt Vize-Vorsitzender Ulrich Bedacht. Mit der Weinwanderung hat der Vorstand schließlich die Gratwanderung geschafft, ein coronasicheres Angebot zu schaffen und dem Ort so etwas Gutes zu tun - was explizit Satzungsziel des 2005 gegründeten Vereins ist. So wurden, als besonderes Zeichen in diesen turbulenten Zeiten, beispielsweise alle Weine - Riesling, Grauburgunder und Weißherbst - kostenfrei zur Verkostung ausgeschenkt.

»Es ist schön, dass mal wieder etwas stattfindet«, sagt eine Besucherin. Gemeinsam mit ihren drei Begleitern beweist sie - wie viele andere - besondere Rücksicht: Als es an der Station mit den nächsten Neuankömmlingen zu voll wird, zieht die Gruppe weiter. Rund 50 Roggauer sind an diesem Abend unterwegs, und doch begegnen sich immer nur Kleinstgruppen. Auch Steffen Hahn, der mit dem Fahrrad vorbeischaut und selbst bei der Feuerwehr aktiv ist, meint: »Eine super Sache.«

Vielleicht, entsteht nach einem Glas Wein die Idee, könnte eine Wanderung auch vereinsübergreifend Wiederholung finden - dann aber nicht nur als »Notlösung«, sind sich alle einig.

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