kai_nic_koempel45jpg_290621
+
Bloggerin Marscha Kömpel ist unter die Autoren gegangen: Sie hat ein Buch voller Ausflugstipps für Wetterau und Taunus für Eltern und Kinder geschrieben. Wie es dazu kam, wie sie ihre Jungs zum Spaziergang motiviert und warum es dabei nicht langweilig wird, verrät sie im Interview.

Ausflugstipps

Schnitzeljagd durch die Wetterau: Bloggerin gibt Ausflugstipps für Familien

Marsha Kömpel (40) ist Mutter, Bloggerin und neuerdings Autorin: Im Juni ist das erste Buch der Karbenerin erschienen. Es gibt Familien Ausflugstipps quer durch die Wetterau und den Taunus.

Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Wetterau?

Der Glauberg! Hier waren wir schon oft vor der Idee zum Buch, auch im Museum, wo man jedes Mal wieder etwas Neues entdeckt. Aber auch die Wiese davor ist für Kinder toll zum Austoben. Durch die Buch-Recherche war ich dann das erste Mal auf dem Plateau, das hat alle meine Erwartungen übertroffen: Es ist zwar öffentlich nicht so angepriesen, aber ein echtes Paradies! Mein Tipp ist, einfach eine Picknickdecke mit raufzunehmen und den tollen Ausblick zu genießen. Die Kinder sind währenddessen begeistert von den Eidechsen und Insekten, die sie finden, und den Ruinen. Das regt die Fantasie an.

Wie kamen Sie auf die Idee, solche Ausflugstipps in Form eines Buchs weiterzugeben?

Wir sind eine aktive Familie und haben schon immer gern mehr als »nur« Museumsbesuche gemacht. Der Glauberg ist dafür das beste Beispiel: Das Museum ist toll, aber wenn die Zeit zu kurz ist oder die Kinder noch zu klein sind, kann man den Glauberg auch ohne Museumsbesuch genießen - oder Museumsbesuch und Natur eben verknüpfen. Über unser Familienleben habe ich schon früh geschrieben, seit 2014 blogge ich auf mutter undsoehnchen.de. Anfangs war das ein Familien-Blog mit Berichten aus unserem Leben, doch das wurde mir dann zu persönlich. Da ich schon immer selbst gern viel gelesen und vorgelesen habe, begann ich daraufhin mit Buchvorstellungen - und fand so auch den Kontakt zur Verlegerin der »Lilly und Nikolas«-Reihe.

In dieser Reihe erleben Lilly und Nikolas ja Abenteuer in allen Regionen Deutschlands. Hatte der Verlag da wirklich die noch fehlende Wetterau auf dem Schirm?

Nein, keinesfalls. Ich wurde ursprünglich gefragt, ob ich ein Buch über Holland schreiben wolle. Wir kamen zwar gerade aus dem Urlaub von dort - doch das traute ich mir nicht zu, immerhin hatte ich bei der Reise weder die Recherche noch gute Fotos im Kopf. Also schlug ich als Gegenangebot die Wetterau vor (lacht). Die Verlegerin hat sofort zugesagt.

Nun greifen Sie allerhand Ausflugstipps aus Taunus und Wetterau auf.

Genau. Die Kinder im Buch suchen nach der Krachenburg. Um diese entfaltet sich quasi eine Schnitzeljagd durch die eigene Gegend. Vieles sind historische und archäologische Ausflugsziele, etwa die Wasserburg in Bad Vilbel oder der Pferdekopf im Römerkastell Saalburg. Aber auch das Clip’n’Climb in Karben hat ein Kapitel bekommen.

Was ist Ihnen bei den Ausflugstipps wichtig?

Dass sie bezahlbar sind. Voraussetzung ist natürlich schon immer ein wenig, dass man mobil ist. Doch es soll nicht jedes Mal ein Eintritt von 60 Euro für eine vierköpfige Familie nötig sein.

Zur Person

Marsha Kömpel (40) ist Mutter von zwei Söhnen (10 und 6), ausgebildete Journalistin, PR-Beraterin und Social-Media-Managerin. Sie kommt ursprünglich aus Darmstadt und ist 2004 zu ihrem heutigen Mann in die Wetterau gezogen. Mit der Geburt der Kinder habe sie begonnen, die Region bewusster wahrzunehmen. Die »Abenteuer zwischen Taunus und Wetterau« sind Marsha Kömpels erstes Buch, ein zweiter Band mit Ausflugstipps in und um Darmstadt ist bereits in der Entstehung. Darüber hinaus bloggt die Autorin auf ihrer Seite www.mutterundsoehnchen.de und stellt dort regelmäßig Kinderbücher vor. jkö

Hat die Corona-Pandemie den Blick für die Natur vor der eigenen Haustür geschärft?

Ja, auf jeden Fall. Schon allein, weil beispielsweise Übernachtungen weggefallen sind, haben Tagesausflüge ja enorm an Bedeutung gewonnen. Wir sind - wie sicher viele andere Familien - so viel spazieren gegangen wir nie zuvor und haben plötzlich ganz viel entdeckt, was sich wie Urlaub anfühlte. Mein Mann ist Urkarbener, und doch haben wir beispielsweise in Nidderau eine Burgruine entdeckt, die er noch gar nicht kannte.

Was hat das für Sie als Familie bedeutet?

Für uns als Familie war es wichtig, mal rauszukommen. Andernfalls hätte auch uns ein Buden-Koller gedroht. Auch wenn meine Kinder das nicht immer so bewusst wahrgenommen haben: Wenn wir sagen, dass wir spazieren gehen, ziehen sie oft erst einmal lange Gesichter. Aber wenn wir dann einmal unterwegs sind, strahlen sie.

Haben Sie Tipps, wie Kinder zum Rausgehen motiviert werden können?

Tatsächlich ist es nicht immer einfach, Lust auf den Spaziergang oder Ausflug zu machen - doch genau darauf kommt es an. Langweilig wird es, wenn man immer an die gleichen Orte geht: Zoo, Schwimmbad, das kennen die Kinder dann irgendwann. Die Bücher der »Lilly und Nikolas«-Reihe machen mit einem Hauch von Detektivgeschichte Lust auf Sehenswürdigkeiten und Orte, die man noch nicht kennt. Idealerweise haben nach dem Lesen sogar die Kinder selbst die Idee, eine Sache anzusehen, und machen von sich aus den Anstoß.

Zum Buch

Die »Lilly und Nikolas«-Reihe des Verlags Biber & Butzemann vereint Abenteuergeschichten und Tipps zur Urlaubsvorbereitung für Kinder. Mehr als 65 Bücher aus ganz Deutschland sind bereits erschienen. »Abenteuer zwischen Taunus und Wetterau - Lilly, Nikolas und der Krachenburg-Schatz« von Marsha Kömpel mit Illustrationen von Manja Adamson ist im Juni erschienen, es ist voraussichtlich ab Juli lieferbar. ISBN: 9783959160742, 128 Seiten, 15,95 Euro. Zeitgleich erscheint ein weiterer Band über Mittelhessen (»Filmreife Ferien an der Lahn« von Andrea Nesseldreher). jkö

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare