Taunusbrunnen-Areal

Schmuckstück am Tor

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Das alte Torhaus des Karbener Taunusbrunnens ist kaum wiederzuerkennen. Die Sanierung durch die Gebrüder Kling ist fast abgeschlossen. Doch auf dem Gelände bleibt noch viel zu tun.

Als die Klings im Jahr 2012 das Taunusbrunnengelände samt der Gebäude von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft kauften, kündigten sie an, die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude zu sanieren und sie wieder einer Nutzung zuzuführen. Doch das Vorhaben erwies sich als kompliziert. Zunächst mussten die beiden Investoren einen Bebauungsplan aufstellen, weil sich das Gelände, obwohl dicht an der Bahn und in Sichtweite des Stadtzentrums gelegenen, im sogenannten Außenbereich befindet. Inzwischen ist das Verfahren soweit gediehen, dass die Fraktionen einstimmig für die Offenlage und die Anhörung der Träger öffentlicher Belange votiert haben. Als Anlage gibt es rund ein Dutzend Gutachten, wie Erschütterungsgutachten, geotechnischer Bericht, hydrogeologisches Gutachten, Verkehrsuntersuchung, Umweltbericht, aber auch artenschutzrechtliche Prüfung und einen Fachbeitrag Reptilien. Nahe dem Gelände, dicht an der Bahn, sei eine Eidechse entdeckt worden. "Als wir als Kinder damals hier gespielt haben, haben wir an der Bahn immer eine Eidechse entdeckt", sagt Kling. Aber weil das Reptil nun mal da ist, haben die Klings in Absprache mit der Naturschutzbehörde an der Rückseite der alten Industriehalle einen Reptilienzaun errichtet.

Nach der Sanierung des Brunnen-Rundbaus werde mn dort ein Eidechsenbiotop anlegen werde. "So richtig mit Sandkuhle, Altholz und Steinaufschüttung." "Eine Herzensangelegenheit" Trotz diverser Gutachten und der Aufstellung des B-Plans haben die Investoren nach Rücksprache mit der Denkmalbehörde des Kreises das alte Torhaus saniert. "Weil uns die Sanierung des Geländes eine Herzensangelegenheit ist, haben wir das Torhaus saniert. Hätten wir es abgerissen, hätten wir nur halb soviel bezahlen müssen." Denn das Torhaus habe nicht unter Denkmalschutz gestanden. Dennoch habe man es originalgetreu saniert. Seit kurzem ist das Ergebnis zu sehen. Das Haus ist weiß verputzt, das Dach ist mit Biberschwänzen gedeckt, die alten Fenster wurden aufgearbeitet, von innen wurden doppelverglaste Fenster dagegen gesetzt. Innen wurden im Erdgeschoss alle Türen abgeschliffen, ebenso der Holzboden. Man hat mineralischen Putz verwendet. Einzige Veränderung ist der Anbau eines Wintergartens. So ist am Anfang des Taunusbrunnen-Areals ein Einfamilienhaus mit 20 Quadratmeter großem Wintergarten entstanden.

Marode Kanäle Bezogen werden kann das Häuschen jedoch vorerst nicht. "Denn die Infrastruktur darunter ist kaputt", sagt Bruno Kling. Die Kanäle müssen erneuert werden. So sei der 180 Meter lange Kanal, der vom Brunnengebäude das Quellwasser bis in die Nidda leiten soll, komplett defekt. Und vom Torhaus müsse eine 100 Meter lange Leitung verlegt werden. Unter dem gesamten Gelände sei die Infrastruktur defekt. "Die Sanierung der Leitungen wird uns nochmal rund eine Million Euro kosten", sagt Kling, der die Gesamtinvestitionen auf bis zu zehn Millionen Euro schätzt.

Als nächstes will man das ehemalige Verwaltungsgebäude sanieren, das wie die alten Industriehallen und das Trafohäuschen unter Denkmalschutz steht. Damit könne man aber nicht beginnen, bevor nicht die Obere Denkmalbehörde in Wiesbaden ihr Einverständnis erklärt habe.

Museum und Veranstaltungsraum geplant In den alten Industriehallen von 1914 wollen die Investoren nach der Sanierung ein Oldtimermuseum unterbringen, ebenso wollen sie einen Veranstaltungsraum für zwischen 200 und 300 Leute mit angeschlossener Gastronomie schaffen. Dagegen haben sie sich von der Idee verabschiedet, auf dem Taunusbrunnen eine Dauergastronomie anzusiedeln. Die Auflagen seien so hoch, dass die notwendigen Investitionen nicht auf den Miet- bzw. Pachtpreis umzulegen wären.

Info

Zehn Stadthäuser vorgeplant

Zwischen dem Gelände des Taunusbrunnens und der Brunnenstraße werden die Brüder Kling noch ein Wohngebiet bauen. Es sollen laut Norbert und Bruno Kling zehn Stadthäuser mit Wohnungsgrößen von 60 bis 150 Quadratmeter entstehen. Sie rechnen damit, dass sich die Wohnungen in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof gut verkaufen lassen. Die Häuser sollen zwar in modernem Stil entstehen, aber optisch über Klinkerelemente das Aussehen der alten Industriehallen des Taunusbrunnens aufgreifen. Die Autos werden in eine Tiefgarage verlegt, es sind nur zwei Flächen für Besucherparkplätze vorgesehen. Eine E-Tankstelle, die Beheizung mittels Blockheizkraftwerk und viele Bäume und Grünflähen sollen das Gebiet ökologisch aufwerten. Außerdem werden ein etwas höheres Eckhaus und an der Landesstraße ein Riegel mit kleinen Wohnungen entstehen.

Doch sie haben für das Gebäude eine weitere Idee: Sie wollen dort eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Karbener Mineralbrunnens und des Brunnenbetriebs zeigen. Dafür haben sie schon einen Experten gewinnen können: "Mit Stefan Kunz, der sich mit der Geschichte der Mineralbrunnen intensiv befasst hat, stehen wir schon in Kontakt."

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