Metalldetektor

Schatzsuche auf dem Bolzplatz in Okarben

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Zwei Männer sind mit Metalldetektor über den Bolzplatz in Okarben gegangen. Das klingt nach Schatzsuche. Doch die ist – ohne Genehmigung – verboten. Und eine Strafe kann teuer werden.

In Okarben sind Schatzsucher unterwegs. Mit Metalldetektoren tasten sie den Bolzplatz ab. Ina Katzer hat in den vergangenen Wochen gleich zweimal ganz außergewöhnliche Begegnungen gehabt. Die Behörden warnen: Solcherlei Suchen von Privatleuten sind verboten.

Sie sind am helllichten Tag über den Bolzplatz in Okarben gelaufen. In der Hand hatten sie einen Metalldetektor. "Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen", sagt Ina Katzer gegenüber dieser Zeitung. Sie wohnt in Okarben und ist gern in der Natur unterwegs. An zwei verschiedenen Tagen hat sie zwei Männer gesehen, die Metalldetektoren in den Händen hielten und damit die Erde abtasteten. "Offenbar haben sie die Geräte aus dem Internet." Ein Mann sei allein unterwegs gewesen, der andere hatte zwei Kinder dabei. Einen der Männer habe sie angesprochen, nachdem er "etwas ausgegraben hatte". Auf entsprechende Fragen habe er ihr geantwortet, sie suchten "seltene Funde".

Detektoren sind frei käuflich

Schatzsucher in Okarben? Das kam Ina Katzer, die bei der Stadtverwaltung angestellt ist, denn doch reichlich merkwürdig vor. Sie informierte die Kollegen und vor allem die Ordnungsbehörden. Dort erfuhr sie: Solcherlei "Schatzsuchen" sind verboten. Eine gleichlautende Auskunft erhielt sie vom Amt für Denkmalpflege Hessen. In Wiesbaden weiß man schon lange, dass es zahlreiche "Geländebegehungen mit und ohne Metalldetektor" gibt. Und der Wetterauer Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal sagt, "dass viele Illegale auf den Feldern unterwegs sind". Denn schließlich seien die Detektoren im Internet frei zu kaufen.

"Der Kauf ist ja nicht verboten", sagt Lindenthal. Sehr wohl aber dessen ungenehmigte Nutzung. Denn wer sich in der freien Natur auf die Suche nach Funden begibt, braucht eine Genehmigung. Die werde nur denjenigen erteilt, die Fachkenntnisse hätten und eine sachliche Begründung für ihre Suche liefern könnten, sagt Lindenthal. "Die Suche von Privatleuten darf dann nur in Zusammenhang mit den Behörden erfolgen."

Wenn eine Münze entfernt wird, gehen wertvolle Informationen verloren

Dr. Jörg Lindenthal

In einem Merkblatt des Landesamtes für Denkmalpflege heißt es in diesem Zusammenhang: "Wer eine Nachforschung unter Zuhilfenahme einer Metallsonde beantragt, hat außerdem darzulegen, warum er eine Sonde nutzen möchte. Grundsätzlich gilt, dass ein unerfahrener Antragsteller zunächst Erfahrungen ohne Einsatz einer Metallsonde machen muss, bevor eine erweiterte Genehmigung für die Nachforschung mit einer Metallsonde erteilt wird." Dass dennoch anscheinend, und nicht nur in Okarben, viele "Schatzsucher" unterwegs sind, wundert den Wetterauer Kreisarchäologen nicht. Schließlich "liegt überall etwas herum", sagt Lindenthal. Pfennige von anno dazumal oder Römische Münzen. Den Archäologen geht es vor allem darum, dass diese Funde kartografiert werden können. "Wenn jemand eine scheinbar für ihn unbedeutende Münze entfernt, dann gehen wertvolle Informationen verloren."

Geldbuße bis 25 000 Euro

Auf jeden Fall ist die Suche auf eigene Faust illegal. Zunächst einmal dürften Grundstücke nicht ohne Einwilligung des Eigentümers oder Pächters betreten werden. Wenn zudem keine Genehmigung durch die Denkmalbehörden vorliegt, stellt dies laut Gesetz eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße bis zu 25 000 Euro geahndet werden könne.

Doch damit nicht genug: Wer als illegaler "Schatzsucher" etwa eine römische Münze finde und diese auf eigene Faust verkaufen wolle, mache sich der Hehlerei strafbar, sagt Lindenthal. Im Merkblatt heißt es dazu: "Strafverfolgung nicht ausgeschlossen." Auch das Landeskriminalamt warnt, es handele sich keineswegs um ein Kavaliersdelikt. Wer "illegale Schatzsucher" sehe, sollte die Polizei rufen.

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