Aus einem Hobby wird ein Verein: Beim SC Karben spielen (von links): Wilfried Schäfer, Wolfgang Peter, Dominik Thun, Hans Weiler und Jochen Thun. Es fehlen auf dem Bild: Peter Barowski und Thorsten Heußner. 
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Aus einem Hobby wird ein Verein: Beim SC Karben spielen (von links): Wilfried Schäfer, Wolfgang Peter, Dominik Thun, Hans Weiler und Jochen Thun. Es fehlen auf dem Bild: Peter Barowski und Thorsten Heußner. 

Erste Erfolge im Einstiegsjahr

Wie Schach mit 32 Karten - Skatclub Karben nimmt an Meisterschaften teil

  • vonJürgen Schenk
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Einmal pro Woche kommen sie im Naturfreundehaus zusammen - die Spieler des Skatclubs Karben.Mit Kartenkloppen in rauchgeschwängerter Kneipenluft hat das allerdings nichts gemein.

Achtzehn, 20, 2, 3, 4 - im Naturfreundehaus am Silberwiesenweg zwischen Okarben und Petterweil wird einmal pro Woche "gereizt", was das Zeug hält. Kenner werden es schon erraten haben: Skat wird gespielt. Und das den ganzen Abend. Von sieben bis um elf Uhr. Nach jeder Runde werden Siege und Niederlagen akribisch in eine selbst erstellte Ergebnisliste eingetragen, Taktiken besprochen und manchmal Kritik geäußert. Bei jeder Session muss ein Satz Karten dran glauben.

Es ist offensichtlich, dass es sich nicht nur um einen Spielabend handelt, sondern auch um eine Trainingseinheit. Ein paar Männer sind zusammengekommen, weil sie langfristig erfolgreich Kartenspielen und Spaß haben wollen. Jochen und Dominik Thun, Hans Weiler, Wolfgang Peter, Wilfried Schäfer, Peter Barowski und Thorsten Heußner bilden den Skatclub Karben, einen der jüngsten und kleinsten Vereine der Stadt. Seit dem 1. Januar 2018 ist man offiziell Mitglied im Deutschen Skatverband (DSkV). Das ist die Grundvoraussetzung, um an Meisterschaften teilnehmen zu können. "Mitte September 2017 trafen wir uns hier im Naturfreundehaus erstmals zum lockeren Skatspielen", erzählen die Männer. "Damals ging es aber auch schon darum, dass wir eine Mannschaft gründen wollten."

Teilnahme an Meisterschaften

Allzu lange dauerte der Findungsprozess nicht. Schließlich frönt man ja demselben Hobby und kennt sich von diversen Spielrunden. Und so kam es, dass Karben jetzt über zwei Skatvereine verfügt. Genau genommen ist der SC Karben allerdings der erste eigenständige Verein. In Klein-Karben gibt es noch die Skatabteilung des Karbener Sportvereins.

Vom Anspruch her sei Skat so etwas wie das Schachspiel unter den Kartenspielen, findet Dominik Thun. Allerdings mit dem Unterschied: Schach fällt unter die Kategorie Sportart, Skat nicht. "Das hängt mit dem Glücksfaktor zusammen, der beim Skat zweifellos vorhanden ist. Von einem reinen Glücksspiel kann man aber nicht sprechen, weil der Erfolg in hohem Maße vom eigenen Können abhängig ist." Der Skatclub Karben gehört zur Verbandsgruppe 14.02 Mittelhessen. Innerhalb dieses Verbandes gibt es Einzel,- Mannschafts- und Tandem-Meisterschaften sowie einen Ligawettbewerb. Die vorderen Plätze bei Turnieren werden anhand einer Quotenrechnung (Siege/Niederlagen/Punkte) ermittelt. Übersteht ein Spieler oder ein Team das Ausscheidungsprozedere, bedeutet das die Qualifikation fürs nächst höhere Turnier. In der gedachten Reihenfolge sind dies Hessische und Deutsche Meisterschaften. Gespielt und trainiert wird nach den Regeln der Internationalen Skatordnung.

Erste Erfolge im Einstiegsjahr

"Die muss man beherrschen, sonst braucht man sich gar nicht erst an den Tisch zu setzen", weiß Hans Weiler, der nebenbei auch noch Vorsitzender des Karbener Romméclubs ist. Er hat - wie die meisten - seine Liebe zum Kartenspielen in der Jugend entdeckt. Wenn er nicht selbst aktiv ist, fungiert er hin und wieder bei Turnieren auch als Schiedsrichter. Alle fünf Jahre müsse er dafür eine neue Prüfung ablegen.

Schon im Einstiegsjahr des Vereins stellten sich die ersten "zarten" Erfolge ein. Ein Grund zum Feiern war zum Beispiel die Qualifikation zur Hessischen Mannschaftsmeisterschaft im März 2018. An der Meisterschaft der Vorstände nahm man in den Jahren 2018 und 2019 ebenfalls teil. Bei der diesjährigen Ausgabe vor wenigen Wochen setzte es dann gleich einen Doppelerfolg: Dominik Thun gewann das Turnier, gefolgt von seinem Teamkollegen Wolfgang Peter.

Mit seinen 32 Jahren gehört Thun zu den jüngeren Skat-Enthusiasten. Erst 2013, im Urlaub, habe er das Spiel von seinem Vater beigebracht bekommen. Und sofort sei er davon fasziniert gewesen. "Skat bietet ein ganzes Universum an Möglichkeiten. Kein Spiel ist wie das vorhergehende. Die Vielseitigkeit ist komplex, man muss geschickt taktieren", erläutert er. "Schade, dass die Leute nicht mehr in die Vereine kommen. Online wird es von vielen jungen Leuten gespielt. Aber bei realen Turnieren liegt der Altersdurchschnitt jenseits der 50." An einer Zahl zeigen die Männer, was Skat ausmacht: Wenn drei Leute spielen, dauert es rein statistisch gesehen 2 753 294 408 504 640 Partien, bevor die gleiche Kartenverteilung wiederkommt.

Die Regeln in Kurzform

Skat wird zu dritt gespielt. Das Spiel beginnt damit, dass der Geber an jeden Teilnehmer zehn Karten austeilt. Zwei Karten bleiben übrig, nachdem im Drei-Vier-Vier-Modus ausgeteilt wurde. Dann beginnt das Reizen. Der Spieler, der am höchsten reizt, bekommt das Spiel und spielt dann gegen die übrigen zwei Spieler. Welche Farbe gespielt wird, entscheidet er selbst, wobei sich die Höhe des Reizens nach der Anzahl der Buben auf der Hand richtet. Die Kartenwerte verdoppeln sich beim Farbenspiel. Ein Grand sind mindestens 48 Punkte, eine Null 23 Punkte. Beim Nullspiel darf der Spieler nicht einen Stich machen.

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