Runder Tisch der Bürgerstiftung plant zwei Projekte

Karben (cf). Die Einladung an alle Karbener Vereine zu einem Runden Tisch wurde ein voller Erfolg für die vier Vorstands- und sieben Stiftungsratmitglieder der Bürgerstiftung "Unser Karben". Über 50 Vertreter aus vielen örtlichen Vereinen und Organisationen waren gekommen, um im Sinne des Stiftungsmottos "Wir stiften an" über zwei neue Projekte in der Stadt zu sprechen.

Vorstandsvorsitzender Peter Mayer begrüßte die Teilnehmer und stellte ihnen die beiden neuen Projekte vor. Das erste heißt "Zu Gast bei Freunden". Ziel ist ein interkultureller Austausch zwischen Einheimischen und Neubürgern mit Migrationshintergrund. "Wir wollen mit diesem Projekt dazu beitragen, Ängste auf beiden Seiten abzubauen", sagte Mayer. Denn "wenn jemand rassistisch ist, hat das immer mit Ängsten zu tun. Vorrangig denke er dabei weniger an rechtsextremistisches Gedankengut von Deutschen, als vielmehr an Rassismus zwischen Ausländern untereinander. Rechtsextremismus sei immer ein ernstes Thema, egal ob zwischen Deutschen und Menschen anderer Nationalitäten oder zwischen den Menschen anderer Völkergruppen und Nationen.

Die Bürgerstiftung engagiert sich im Bündnis offenes Karben gegen rechtsextreme Tendenzen in der Stadt. Beim Projekt "Zu Gast bei Freunden" geht es den "Anstiftern" vor allem um Völkerfreundschaft. Ihre Idee, Bürger mit und ohne Migrationshintergrund zu einem interkulturellen Austausch einzuladen, stieß bei den Teilnehmern auf offene Ohren. "Wir sind offen dafür", sagte Marianne Osbahr vom neugegründeten Chor "Pro Musica". Sie lädt alle Bürger zum Mitsingen und zum Besuch des "Chorfestivals a-cappella international" für 27. April um 15 Uhr ins Bürgerzentrum ein. "Wir erwarten als Gast den sardischen Chor ›Complesso Vocale di Nuoro"".

Jetty Sabander vom Ausländerbeirat Karben informierte, dass die Ahmadiyya Muslim Jamaat-Gemeinde in der Rathausstraße einen Raum habe, wo am 31. Januar ab 18 Uhr der Neujahrsempfang der Gemeinde stattfinde. Hier ergebe sich die Möglichkeit zum Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund. Der Vorschlag von Mayer, das erste Treffen am Samstag, 29. März, ab 19 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum von Groß-Karben stattfinden zu lassen, stieß auf Zustimmung. "Ich wünsche mir, dass die Leute nach Anmeldung dorthin kommen und jeder ein Gericht für das gemeinsame Essen mitbringt. Der bisherige Hessische Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn hat sich bereit erklärt, ein Grußwort zu sprechen." Damit an den Tischen eine "bunte Mischung" entsteht, will die Stiftung eine Sitzordnung aufstellen. Charlotte Jäkel, Sprecherin des Museumsdienstes Karben, sagte, dass die Verein vor allem Menschen verschiedener Nationen ansprechen sollte, damit diese am Event teilnehmen.

"Es geht nicht nur um die Freundschaft zwischen Deutschen und Ausländern, sondern auch um die Freundschaft zwischen Ausländern. Deshalb richtet sich der Aufruf an die gesamte Karbener Bevölkerung. Die Vereine sind Multiplikatoren, um möglichst viele Bürger zum Mitmachen zu bewegen", betonte Mayer.

Gerhild Brüning vom Deutsch Ausländischen Freundschaftskreis (DAF) sprach sich dafür aus, immer Paare einzuladen. "Die Veranstaltung ›Zu Gast bei Freunden" soll ein Auftakt für eine ganze Reihe weiterer Aktivitäten und Feste in dieser Stadt sein. Deshalb schlagen wir als zweites Projekt ein großes Stadtfest für ganz Karben vor. Ziel ist es, Menschen aus den Stadtteilen miteinander bekannt zu machen, um das Wir-Gefühl zu stärken. Auf dem Fest mit wechselndem ›Aufhängern" und Programmen könnten sich auch die Vereine aus den Stadtteilen präsentieren. Ähnliche interkulturelle Feste gibt es mit steigender Besucherresonanz in Friedberg auf der Seewiese und in Bad Nauheim." Vorstandsmitglied Hartmuth Plewe sagte: "Wir wollen die Stadtteile zusammenbringen. Ich schlage eine Art ›Spiel ohne Grenzen" vor.

" Olaf Eulitz vom NABU sagte: "Das Stadtfest sollte reihum in allen Stadtteilen veranstaltet werden." Hermann Reuter vom Turnverein Petterweil warnte die Organisatoren vor zu großer Euphorie: "Die Stadtteilfeste wurden anfangs euphorisch gefeiert und sind dann eingeschlafen." Plewe und Mayer hoffen, dass beide Veranstaltungen sich zu Dauerbrennern entwickeln. "Wir können nicht alles alleine stemmen, deshalb suchen wir noch Leute, die bei uns mitarbeiten", sagte Mayer.

Die am 3. Oktober 2012 gegründete Bürgerstiftung "Unser Karben" hat derzeit ein Stiftungsvermögen von 149 000 Euro. Das Spendenvolumen 2013 belief sich auf rund 10 000 Euro. In der Bürgerstiftung engagieren sich 50 Gründungsstifter und zehn Zustifter. Kontakt: Peter Mayer, Tel. 0 60 39/93 81 73, und Hartmuth Plewe, Tel. 0 60 39/52 53.

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