Das Wetterauer Sozialbündnis beteiligt sich an der Rote- Karte-Aktion gegen die Continental AG. FOTO: PRIVAT
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Das Wetterauer Sozialbündnis beteiligt sich an der Rote- Karte-Aktion gegen die Continental AG. FOTO: PRIVAT

Rote-Karte-Aktion unterstützt

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Karben(pm). Das Wetterauer Bündnis für Soziale Gerechtigkeit schließt sich dem Protest gegen die Schließung des Conti-Werks in Karben an. Das Management der Continental AG wird aufgefordert, den Beschluss über die Schließung des Werks in Karben rückgängig zu machen und mit den Beschäftigten an einem Konzept zur langfristigen Sicherung des Werks zu arbeiten.

"Dass die Continental AG das moderne und profitable Werk in Karben schließen und die Arbeitsplätze zur Profitmaximierung in Billiglohn-Länder verlagern will, ist nicht zu akzeptieren", heißt es in einer Mitteilung. Schon gar nicht, nachdem die Beschäftigten zuvor über Jahre zur Standortsicherung auf Geld verzichtet hätten. Mit diesem Geld seien zwei neue Werke in Osteuropa finanziert worden, zu denen jetzt die Arbeitsplätze abwandern sollen. Das Bündnis kritisiert, dass es vorher keine Gespräche mit den Beschäftigten gegeben habe. "Unsere Sorge gilt den Menschen, die durch die Maßnahme des Continental-Managements in Existenznot geraten. Die Arbeitsplatzverlagerung trifft Beschäftigte jeden Alters und jeder Qualifikation. Hinter den Beschäftigten stehen Familien. Wir sind empört darüber, dass die Werksschließung in Zeiten einer Pandemie angegangen wird, in der von den Menschen Maß halten und Solidarität erwartet wird. Staatlicherseits wird einiges getan, um die Auswirkungen der Pandemie abzufedern und Arbeitsplätze zu erhalten. Die Entscheidung der Konzernleitung untergräbt in eklatanter Weise, die Solidarität in der Krise", heißt es seitens des Bündnisses. Es gebe gute Beispiele von Unternehmen und Handwerksbetrieben, die alles daran setzten, gemeinsam mit ihren Beschäftigten durch diese schwere Zeit zu kommen und wenn es sein müsse auch Verzicht üben. Die Continental AG habe in den letzten Jahren hohe Gewinne erzielt, gerade auch durch das Engagement der Beschäftigten, und habe in diesem Jahr eine hohe Dividende an ihre Aktionäre gezahlt. Die Continental AG gehöre nicht zu den Armen in der Republik.

Die von der Kirche in ökumenischer überregionaler Zusammenarbeit organisierte Rote-Karte-Aktion, die an das Continental-Management gerichtet ist und mit der jeder Unterstützer dem Management seinen Protest in die Continental-Zentrale senden kann, werde vom Bündnis unterstützt. Das Vorgehen des Continental-Managements müsse als unsozial und respektlos gegenüber den Beschäftigten gewertet werden.

Das Bündnis hat sich im Jahr 2015 gegründet. Dem Bündnis gehören Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Gewerkschaften, soziale Initiativen und Vereine an. Ziel des Bündnisses ist es unter anderem, mit Aktionen und Veranstaltungen auf die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich hinzuweisen, Ideen zu entwickeln, um einer Verarmung präventiv entgegenzuwirken, aber auch gemeinsam gegen eine soziale Kälte in der Region einzutreten.

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