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Am Rosenhang blüht und duftet es

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© Barbara Newsham

Karben (bnk). Ganz gleich, was das Wetter so treibt: Ende Mai ist Rosenzeit. Und »Rosenvater« Ralf Berster in seinem Element, wie eine Führung über das Naturidyll wieder einmal gezeigt hat.

Jetzt geht es den Rosen richtig gut; sie wachsen und gedeihen. Viele bewundernde Augen sind auf sie gerichtet. »Guck mal, wie schön die aussieht«, »Und hier duftet es wunderbar« oder »Wie heißt denn dieser Rosenstock?« sind immer wieder zu hören. Und Ralf Berster, der Gründer dieser Anlage, der einmal wieder eine Führung übernommen hat, erklärt: »Die Apothekerrose stammt aus dem Jahr 1310 und gehört damit zu den ältesten Sorten.« Als die »Rote Rose« habe sie während des 30-jährigen Krieges im 15. Jahrhundert traurige Berühmtheit erlangt. Viele der Rosen waren mit den Kreuzzügen nach Europa gebracht worden. Berster weiß viel zu erzählen über die Königin der Blumen; in der geschichtlichen Entwicklung kennt er sich aus und auch mit allem, was auf dem Klein-Karbener Rosenhang wächst.

Mehr als ein Drittel aller Rosen sind erblüht, und täglich öffnen sich weitere Knospen, so dass die Besucher zum Rosenfest ein wahres Meer an Blüten finden werden. Richtig beeindruckt sind alle Gäste von einem großen, strahlend gelb blühenden Rosenstock. »Das ist die Yellow Rose of Texas«, führt Berster aus, »aber sie kommt gar nicht aus Texas, sie stammt aus New York.« Geschuldet ist der Name sicherlich der Kreativität der Dichter und Komponisten der Vereinigten Staaten, denn so hatte auch Elvis Presley einst den bekannten Hit »The Yellow Rose of Texas«.

Dessert aus Rosen

Weiter geht es durch das Naturparadies. Gar nicht weit weg von der gelben Schönheit weist Berster auf eine Besonderheit hin. »Hier haben wir eine Moosrose. Der Duft ist ganz eigen, denn es wird verursacht durch das harzige Moos an Knospen und Blütenstielen.« Zu der Gruppe der Zentrifolien gehöre diese Rose, ist weiter zu erfahren. Interessiert beugen sich die Gäste über die Pflanze und schnuppern an der Blüte.

Sichtlich beeindruckt und manchmal auch versonnen lauschen die Gäste den Ausführungen; dabei sind auch immer wieder kleine Rosengeschichten der Besucher zu hören. Gabriele Prinzinger erzählt von einem alten Birnbaum und einer Kletterrose, die sich an dem morschen, fast abgestorbenen Stamm hochrankte. Immer weiter in die Höhe wuchs die Rose, bis sie den absterbenden Baum umarmt hatte und dieser irgendwann zusammenbrach – was die Rose überlebte. Nicht nur um die Botanik geht es Berster bei seinem Vortrag. Sogar ein Rezept seiner Ehefrau hat er mitgebracht. Sofort sind alle ganz Ohr, denn wer liebt nicht die kleinen feinen Nachtische? Man nehme Blütenblätter einer französischen Kohlrose, der Gros Chou d’Hollande, etwas Zitrone und Honig. Dies kommt alles in einen Mixer. Zur daraus entstehenden Paste gebe man noch Mascarpone und fertig ist das Dessert.

Der Rosenhang entstand im Jahr 1993 mit der ersten Anpflanzung von Berster. Mittlerweile gibt es dort etwa 550 verschiedene Rosenstöcke, um die man sich in ehrenamtlicher Arbeit kümmert.

Das Rosenfest wird am kommenden Sonntag, 5. Juni, ab 14 Uhr gefeiert. Wie immer gibt es Führungen, Lyrik und Musik. Rosensekt, Tortillas und Vollwertkost werden im Angebot sein. Der Rosenhang befindet sich in Klein-Karben in der verlängerten Büdesheimer Straße, Parkplatz Friedhof. Infos: www.rosenhang-karben.de.

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