Beantworten die Fragen der Zuschauer (von links): Moderator Stephan Theiß, Bürgermeister Guido Rahn und Vorsitzender Mario Beck. 	FOTOS:: PRIVAT/ EICKHOFF
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Beantworten die Fragen der Zuschauer (von links): Moderator Stephan Theiß, Bürgermeister Guido Rahn und Vorsitzender Mario Beck. FOTOS:: PRIVAT/ EICKHOFF

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Röttgen schickt Chefstrategin

  • vonPatrick Eickhoff
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Zu ihrem ersten digitalen Neujahrsempfang hatte sich die Karbener CDU eigentlich etwas besonderes einfallen lassen. Doch Vorfälle in den USA machten dem digitalen Besuch von Norbert Röttgen einen Strich durch die Rechnung. Die Christdemokraten improvisierten - und stellten einen kurzweiligen, aber interessanten Abend auf die Beine.

Ich habe Donald Trump ja viel zugetraut, aber dass er uns den Stargast klaut, das geht zu weit«, sagte Mario Beck und lachte. Denn für ihren traditionellen Neujahrsempfang hatte die Karbener CDU Bundestagsabgeordneten und Kandidat für den Parteivorsitz Norbert Röttgen eingeladen. Doch die Ereignisse rund um das Kapitol in Washington sorgten dafür, dass der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, anstatt den Karbener Christdemokraten Rede und Antwort stehen zu können, für Fernsehinterviews parat stehen musste. »Also werden wir improvisieren. Das ist ja auch das Motto während Corona«, sagte Beck.

In vielen Bereichen ein spannendes Jahr

Und dafür, dass die Karbener Christdemokraten um den Vorsitzenden Beck, Bürgermeister Guido Rahn und Moderator der Veranstaltung Stephan Theiß bereits mit der Einladung zur ersten digitalen Ausgabe des Neujahrsempfangs improvisiert hatten, konnte sich das Programm sehen lassen. Als »Röttgen-Ersatz« hatte die CDU-Bundestagsabgeordnete und Hessische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich, den ehemaligen Bad Nauheimer Bürgermeister Armin Häuser sowie Ellen Demuth eingeladen. Letztere ist seit 2011 Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtages und die Chefstrategin Röttgens.

»Wir stehen in vielen Bereichen vor einem spannenden Jahr«, sagte sie. Es müsse mehr Interaktion zwischen Bund und Ländern geben. Die 38-Jährige schlug schnell die Brücke auf die kommunale Ebene. Ihr liege besonders das Vereinsleben am Herzen. Dort sei - auch wegen Corona - ein Einbruch zu verzeichnen. »Viele Vereine haben zu kämpfen.« Der gesellschaftliche Austausch werde weniger. »Gerade auf dem Land sind wir bekannt für ein intensives Vereinsleben und soziale Räume, in denen wir uns begegnen.« Sie schaue mit großer Sorge auf diese Entwicklungen.

Anschließend kam Demuth auf die Kandidatur von Norbert Röttgen für den Bundesvorsitz zu sprechen. »Am Anfang haben alle von Außenseiterchancen geredet, jetzt ist es ein offenes Rennen.« Die CDU brauche jüngere Mitglieder und solle »weiblicher werden«. Bei der nächsten Bundestagswahl müsse unbedingt ein Digitalministerium auf der Agenda stehen. »Das werden wir fordern. Wir haben diese Infrastruktur viel zu lange vernachlässigt. Wir müssen die Digitalisierung noch mehr vorantreiben.«

Einen Einblick in lokalere Themen gab’s anschließend von Bürgermeister Guido Rahn. In den Kommentaren des Live-Videos stellten einige Interessierte Fragen zum möglichen neuen Gewerbegebiet am Rewe-Center. »Das Center ist in die Jahre gekommen, und der ursprüngliche Plan des Betreibers war, offen zu bleiben und zu sanieren.« Jetzt will die Supermarktkette ihr Center direkt an die B3 verlagern. Das würde freie Flächen für andere Firmen schaffen. »Es geht darum, dass wir unseren kleinen Betrieben aus Karben die Möglichkeit geben, am Standort zu bleiben.« Mit einem Unternehmen mit gut 100 Mitarbeitern gebe es bereits einen Vorvertrag. Der Rathauschef kam auch auf das Thema Digitalisierung zu sprechen, das bereits Demuth erwähnte. »Wir hatten eine Telefonkonferenz mit einem weiteren Wettbewerber, der an jedes Haus Glasfaser legen möchte. Wir werden auch mit der Deutschen Glasfaser sprechen.« Wichtig sei, Dinge anzupacken.

Mehr städtische Wohnungen

»Deshalb ist es auch gut, dass wir in Zukunft mehr Wohnungen aus städtischer Hand anbieten können.« Rahn sprach von einem Wechsel der Strategie. »Wir sind vom Haushalt grundsolide und können uns das leisten.« Am Ende kamen Beck und Rahn noch auf ihre Wünsche fürs kommende Jahr zu sprechen. Einig waren sie sich auch dabei: »Im nächsten Jahr machen wir das wieder zusammen.«

Der Neujahrsempfang ist im Nachhinein auf der Facebook-Seite der Karbener Christdemokraten unter www.facebook .com/CDUKarbenzu sehen. wpa

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