Bei den Kommunalwahlen am 14. März steht Ehrhard Menzel als Rendeler Ortsvorsteher zur Wiederwahl bereit. 	FOTO: JÜRGEN SCHENK
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Bei den Kommunalwahlen am 14. März steht Ehrhard Menzel als Rendeler Ortsvorsteher zur Wiederwahl bereit. FOTO: JÜRGEN SCHENK

Ortsvorsteher

Rendels Ortsvorsteher Ehrhard Menzel ist ein Mann der klaren Worte

  • vonJürgen Schenk
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Ehrhard Menzel macht sich Gedanken um seinen Heimatort Rendel. Als Ortsvorsteher treiben ihn aber nicht nur anstehende Projekte um, sondern auch Probleme im sozialen Miteinander.

Die Inspiration für sein Handeln und Tun kann Ehrhard Menzel in einen Satz fassen: »Politik liegt mir einfach im Blut.« Aber vielleicht liegt es auch ein bisschen in der Familie. Sein Vater war ebenfalls Mitglied in der CDU. Und der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Gemeinsam besuchten Vater und Sohn politische Veranstaltungen. Damals sei er erst 15 oder 16 Jahre alt gewesen, erinnert sich Menzel. Fasziniert habe er Reden von Franz Josef Strauß in Bad Nauheim und Walter Wallmann in Niederdorfelden verfolgt. »An Wallmann habe ich bei dieser Gelegenheit sogar eine wirtschaftpolitische Frage gestellt, die im ersten Moment eine Schockwirkung hervorrief«, verrät er lachend. »Dann bekam ich aber doch eine souveräne Antwort von ihm.« Auch in der Volksschule sei sein Faible nicht unerkannt geblieben.

1981 wagte Menzel schließlich den realen Schritt in die Kommunalpolitik. Im Rendeler Ortsbeirat war ein Posten frei geworden, den er mit 26 Jahren übernahm. 25 Jahre später wurde der Christdemokrat zum Ortsvorsteher des Karbener Stadtteils gewählt. »Freude an diesem Amt finde ich bei den Anliegen und Problemen, die von den Rendelern an mich herangetragen werden«, sagt der 65-Jährige. »Gerade jetzt, in der dritten Lebensphase, werde ich noch mehr Zeit dafür haben.«

2500 Kilometer im Fahrradsattel zurückgelegt

Für seine Hobbys wird er sich wohl auch noch so manches »Schlupfloch« übrig lassen müssen. Denn die sind von Aktivitäten geprägt und benötigen zur Ausübung einiges an Freizeit. An erster Stelle steht das Fahrradfahren, dessen Intensität er peu a peu gesteigert hat. Im vergangenen Jahr war er rund 2500 Kilometer im Sattel unterwegs. Die Touren kann man durchaus als sportlich ambitioniert bezeichnen. Ziele in der Vergangenheit waren unter anderem Mainz, Aschaffenburg, Koblenz und das fränkische Herzogenaurach, wo sein Sohn lebt. Daneben verreist das Ehepaar Menzel mit Vorliebe in die französischen Partnerstädte Karbens, nach Ramonville St. Agne und St. Egrève. Früher spielte Ehrhard Menzel Faustball beim TV Rendel. 1972 wurde er mit seiner Mannschaft Hessischer Jugendmeister. Sein letztes Fußballspiel in der 1. Mannschaft des FC Rendel absolvierte er 1997.

»In der laufenden Legislaturperiode konnten nicht zuletzt durch die Investitionen der Stadtregierung mehrere Projekte in Rendel realisiert werden«, bilanziert der Ortsvorsteher. Sanierungen hätten die Dorfelder Straße, die Straße »Am Mühlweg«, die Stauffenbergstraße und der Treppenaufgang zur evangelischen Kirche erhalten. Des Weiteren sei das Alte Rathaus umgebaut und auf dem Sportplatz ein Kunstrasenfeld neugebaut worden. »Alle vom Ortsbeirat gewünschten Bordsteinabsenkungen wurden umgesetzt. Die Spielplätze an der Turnhalle und an der Stauffenbergstraße bekamen neue Spielgeräte«, zählt er weiter auf.

Menzel nimmt wachsende Respektlosigkeit wahr

Doch all diese Errungenschaften können nicht über Probleme anderer Art hinwegtäuschen. Menzel nimmt kein Blatt vor den Mund und zeigt so seine Unzufriedenheit mit der »wachsenden Respektlosigkeit« und dem »größer werdenden Egoismus der Bürger«. Er sagt: »Viele Stellen und Wege in Rendel sind inzwischen zu öffentlichen Hundetoiletten degradiert. Trotz Beschilderung und Bitten der betroffenen Anlieger und der von der Stadt aufgestellten Kotbeutel-Verteiler kümmert man sich nicht um die Hinterlassenschaften. Gleiches trifft auch auf viele Reiter zu.«

Schwer zu verstehen sei auch die Tatsache, dass Mitbürger ihren Restmüll an die Glascontainer stellen oder Öko-Sammelbehälter auf dem Friedhof zweckentfremden. Kürzlich habe sogar jemand auf dem Rendeler Sportplatz einen ausrangierten Kühlschrank entsorgt.

Für die Zukunft wünscht sich Menzel »positives Denken, mehr Respekt untereinander, weniger Ellbogenmentalität und größeres Engagement in den Rendeler Institutionen«.

Bei den Kommunalwahlen am 14. März steht Menzel als Ortsvorsteher zur Wiederwahl bereit. Außerdem kandidiert er zusammen mit Heike Liebel und Kai-Uwe Fischer (beide CDU) für das Stadtparlament.

Das Wahlprogramm der Rendeler CDU berichtet von fünf Projekten für die kommende Legislaturperiode. Avisierte Ziele sind der Neubau einer modernen Kindertagesstätte, ein Radweg entlang der Landstraße nach Gronau, die finale Sanierung der Rendeler Turnhalle, die Befestigung des Parkplatzes am Sportplatz Rendel und ein LKW-Durchfahrtsverbot für die Klein-Karbener-/Dorfelder Straße.

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