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Hofeinfahrten in Okarben sind beim Dorfflohmarkt wie hier mit Fahrrädern, Puppenwagen, Kleidung und Spielsachen dekoriert, um die Sachen zum Verkauf anzubieten.

Hofflohmarkt

Privates Ausmisten kommt gut an

  • VonGeorgia Lori
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Am Sonntag öffneten die Okärber ihre Höfe zum dritten privaten Flohmarkt im Ort. Von der Straße »Am Petershof« bis zum »Zingelweg« haben sich fast 60 Anbieter beteiligt.

Am Haus von Susanne Reber hängen als Erkennungszeichen bunte Luftballons. Die 63-Jährige beteiligt sich erstmals am Verkauf. »Wir müssen ausmisten. Ich möchte viele Sachen loswerden. Eigentlich bin ich ein Minimalist, aber ich wohne mit einem Sammler zusammen«, sagt Reber, die aus Quebec in Kanada stammt. Sie kam mit vier Tellern, einem Futon und einem Kleiderschrank nach Deutschland. Ihr Mann besaß den Rest, der für die Gründung eines Haushaltes notwendig war. In Okarben leben sie seit 1994. Sie bietet Geschirr und Vasen an, Schmuck, Stofftiere und Honig, aus der Imkerei ihres Mannes.

Nebenan gibt es historische Kinderwagen und Barbie-Puppen. Emely Landmesser sitzt mit ihrem Opa Kurt Füll (89) auf einer Gartenbank vor dem Haus und genießt den milden Spätsommertag. »Wir machen das, weil es praktisch ist. Wir gehen auf den Dachboden und räumen alles aus«, sagt Landmesser. Die Veranstaltung werde gut angenommen. Die Leute gingen spazieren und informierten sich nebenbei. Vorwiegend Kleidung und Schuhe sowie Deko-Material türmen sich im Hof. Landmesser sagt, dass es nach den Lockdowns wieder schön sei, den Leuten aus Okarben zu begegnen und sich zu unterhalten. Kevin Kalesse hofft auf Käufer für CDs, Teller, Spielsachen, Bücher und Puzzle, Schuhe und Modellautos.

Schallplatten sind gefragt

Viele Besucher kommen aus Okarben, aber auch aus umliegenden Kommunen. Die professionellen Flohmarkteinkäufer kämen schon früh am Morgen. Sie seien auf der Suche nach Nintendo-Zubehör, Schallplatten, antiken Dingen, weiß Andrea Schichtel. Ein besserer Markt für Kleidung und Kinderbekleidung sei Ebay-Kleinanzeigen. Dort sagt Schichtel habe sie während der Pandemie viele Dinge verkauft.

»Vor zwei Jahren waren meine Tassen als erstes verkauft, dieses Mal hat noch niemand danach geschaut«, sagt Nicole Lehmann. Die Veranstaltung nutzt sie zum Entrümpeln von Dingen, die zum Wegwerfen zu schade sind. Kira Sahlmann bietet Weihnachts-Deko und Küchenutensilien an. »Im Frühjahr war es nicht möglich einen Flohmarkt zu organisieren, vergangenes Jahr fiel er wegen Corona aus«, sagt Sahlmann. Es gebe keine Limitierung, keine Regeln. Militaria, Schmuck, Münzen und Schallplatten würden von Händlern oft nachgefragt. »Mit Schallplatten könnte man ein Vermögen verdienen«, vermutet sie. »Wir sind Flohmarktgänger«, erzählen Gabriele und Helmut Beck aus Rendel. Sie finden es toll, dass es Flohmärkte gibt. Sie schauen nach Accessoires für ihre Wohnung oder den Wintergarten.

Andreas Lieber, Restaurateur und Kunsthändler bietet in einem Anwesen aus dem 18. Jahrhundert, dem Hess’schen Hof Antiquitäten an. Interessierte fragen nach Ölgemälden und Restaurierungen. »Der Reiz an Antiquitäten liegt darin, dass ich ästhetisch anspruchsvolle Oberflächen habe, keine synthetischen Materialien, nur Naturholz«, sagt er. Andreas Czuba hat eine Strichliste über die Besucher geführt. Nach dreieinhalb Stunden kommt er auf 180 Besucher. Kleine mundgeblasene Tierfiguren für Kinder sind an seinem Stand der Renner.

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