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In den letzten Zügen: Das Team des Karbener Kinofilms »RUN« - hier (v. l.) Kameramann und Produzent Robert Kohlmeyer, das Regie-Duo Janine Karthaus und Oliver Becker sowie Dieter Körber, Vorsitzender des Literaturforum Karben, dem Träger des Films erledigen im Roko Media-Studio in Kilianstädten derzeit die letzten Arbeiten an dem Streifen, der jetzt im Juni Premiere feiern soll.

»RUN«

Plakate gedruckt, Filmmusik fertig, Trailer veröffentlicht: Karbener Kinofilm wartet auf seine Premiere

  • vonChristine Fauerbach
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Die Premiere des ersten Karbener Kinofilms »RUN« wurde - bedingt durch Corona verschoben. Der actionreiche Trailer ist aber bereits online und stößt in den Sozialen Medien auf großes Interesse.

D ie Plakate sind gedruckt, die Filmmusik ist fertig, die finale Schnittphase befindet sich im Endstadium, der rote Teppich und die goldenen Absperrungen sind eingetroffen, der Trailer ist online und hat bereits viel Aufmerksamkeit in den Sozialen Medien erregt. »Wir haben in kürzester Zeit mehr als 3500 Aufrufe gehabt«, verkündet Regisseur Oliver Becker stolz. Trotz Corona und der damit verbundenen Verschiebung der Filmpremiere von der zweiten März- auf die erste Juniwoche ist die Vorfreude bei allen Beteiligten vor und hinter der Kamera des ersten Karbener Kinofilms »RUN« riesengroß.

»RUN« wird 75 bis 80 Minuten lang

Bei den 28 Laiendarstellern, 50 Komparsen und den Cast-Gästen Tante Gladice, Rene Rexhausen, Moderator Steve Euler und Bürgermeister Guido Rahn steigt die Spannung täglich - zusätzlich angeheizt durch den actionreichen Trailer. »Das Open Mind Ensemble (OME, Anm. d. Red.) wie alle anderen kennen bisher auch nur den Trailer. Sie sehen den Film erst gemeinsam mit dem Publikum bei der Premiere«, erklärt Regisseur Becker. »Das wird dann ein schöner und bewegender Moment für alle«, prophezeit auch Regisseurin Janine Karthaus. Viele Laiendarsteller fragen sich, ob die mit ihnen gedrehten Szenen auch im Film zu sehen sein werden. Aber: »Wir kürzen. Der Film wird 75 bis 80 Minuten lang. Wir haben die erste Szene rausgeschnitten und den Titelsong in finaler Form bekommen«, verrät Produzenz Robert Kohlmeyer.

Gemeinsam mit Becker und Karthaus sitzt Kohlmeyer derzeit in seinem Studio am digitalen Schnittplatz. Die Auswahl, Bearbeitung und Strukturierung des aufgenommenen Bild- und Tonmaterials befindet sich in der finalen Phase. Das Trio hat alle Bildsequenzen, die mit vier Kameras aufgenommen worden sind, zur gewünschten Szenenfolge aneinandergefügt, Ton und Musik angelegt und geschnitten, Effekte wie Slow Motions oder Farbkorrekturen getestet. »Am Montag stehen die letzten Finalisierungsschritte an«, heißt es. Aus den zahlreichen Aufnahmen im Studio mit Ensemblemitgliedern bei Fotografin Assia Helmich schaffte es ein Porträt von Hauptdarsteller Yannick Arora aufs Plakat. Entworfen hat es Grafik-Designer Max Kögler.

Ein großes Lob vom Regie-Duo geht erneut an das Ensemble: »Sie haben einen unglaublich guten Job gemacht. Alle haben viel Zeit für dieses große, soziale Projekt aufgebracht. Die geplante lange Probenphase wurde durch die Pandemie sehr stark reduziert, alle Drehs fanden unter Corona-Bedingungen statt.« Wichtig ist den Machern, dass der Film mit der eindringlichen Story zu Themen wie Machtspielen, sexuelle Vielfalt, Diskriminierung, Ausgrenzung und Diversität die Zuschauer zum Nachdenken, Diskutieren und dem Suchen nach Lösungen anregt.

Die Story: Leon (Yannick Arora) geht es schlecht. Er hat viele Probleme mit sich selbst. Er ist schwul, und die Welt hat sich gegen ihn verschworen. Auf seinem Weg durch das Abenteuer »Leben« überschlagen sich die Ereignisse - und Leon sieht sich mit den entscheidenden Fragen seines Lebens konfrontiert. In »RUN« gibt es keine klare Opfer-Täter-Rollenverteilung, dafür werden gesellschaftliche Problematiken aufgezeigt. Bereits Kontakt aufgenommen hat das OME mit der FSK-Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft in Wiesbaden. »Sie benötigen zwei Wochen für die Prüfung des fertigen Films, danach wird er auf allen in Frage kommenden Filmfestivals in Deutschland eingereicht«, kündigt Becker an.

Eigenes Back-Office gegründet

Neu gegründet hat das OME ein sogenanntes Back-Office, besetzt mit den drei Ensemblemitgliedern Marlies Pierce, Kathrin Rohleder und Karin Pierenczyk. Sie schreiben den Abspann, fertigen eine Pressemappe an, verfassen Einladungen und kontaktieren Programmkinos. Produktionsassistent Sven Schreiter sortiert derweil unter anderem Bildrechte.

Doch damit nicht genug: Einen ganz großen Brocken Arbeit übernimmt der Träger des Filmprojektes, das gemeinnützige Literaturforum Karben. Schatzmeister Hans Kärcher macht die Buchhaltung, kümmert sich um Rechnungen, Spenden, Fördermittel und vieles mehr.

»Wir sind dankbar für die gute Zusammenarbeit. ›RUN‹ ist das dritte gemeinsame Projekt nach ›Müllratte‹ und ›Alice‹. Durch die Erfahrung mit Filmen ist der Vorsitzende des Literaturforums Karben, der studierte Schauspieler Dieter Körber, ein versierter Ansprechpartner«, erzählt Becker.

Durch die Zusammenarbeit mit den beiden Komponisten Patrick Bohlender aus Nidderau und Lars Nieminen aus Burg-Gräfenrode, Profis aus verschiedenen Genres wie Fotografin Helmich aus Karben, Filmproduzent Kohlmeyer aus Kilianstädten oder Medienpartner wie Hans-Jürgen Hess von Radio »MKW« in Lieblos, sei inzwischen ein tragfähiges Netzwerk entstanden.

Das Open Mind Ensemble (OME) will seinen Spielfilm »RUN« bundesweit in Programmkinos und bei Filmfestivals zeigen. Träger des Filmprojektes ist das Literaturforum Karben, Medienpartner ist Radio »MKW«. Zu den Förderern gehören die Stadt Karben, der Wetteraukreis mit dem Bundesprogramm »Demokratie leben« und das Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. Der Verein »Spiel & Theater - Werkstatt & Wohnung«, kurz STWW, ist ein Kooperationspartner. Das Roko Media-Studio von Robert Kohlmeyer ist für Kinoqualität mit Dolby Surround System und 6 K-Filmkameras zuständig. Die Filmmusik haben Patrick Bohlender und Lars Nieminen komponiert und arrangiert, die Clubsounds hat DJ M-Rich (Andreas Emmerich) beigesteuert.

Am 4. Juni soll - falls es die Corona-Pandemie gestattet- die Premiere von »RUN« ab 20 Uhr im Cinepark Karben stattfinden. Die Premiere im Main-Kinzig-Kreis soll Mitte Juni im Kino Gelnhausen stattfinden. CF

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