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Petterweiler Nahkauf: Frist läuft bis 31. Juli

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»Der Laden ist mein Leben«, sagt Sabine Lenz, hier mit Kunden an der Kasse.
»Der Laden ist mein Leben«, sagt Sabine Lenz, hier mit Kunden an der Kasse. © Barbara Newsham

Karben (bnk). Reger Betrieb herrschte am Freitagvormittag im Nahkauf; immer wieder kamen Kunden in das Geschäft und versorgten sich mit Lebensmitteln. Doch wie lange wird das noch so sein? Wird es gelingen, das Geschäft auch nach der gesetzten Schonfrist bis 31. Juli weiterzubetreiben?

Kann Ladeninhaberin Sabine Lenz, die den Nahkauf 2009 übernommen hat, weiter Chefin sein?

Diese Ungewissheit belastet die Pächterin. »Der Laden ist mein Leben«, sagt Lenz. Und für die 3500 Einwohner von Petterweil wäre der Lebensmittelmarkt auch notwendig. Nicht einfach ist es, so ein Geschäft immer gewinnbringend zu führen; bereits zweimal drohte im Verlauf von sieben Jahren die Schließung.

So gelang es vor einem Jahr, nach einem Hilferuf wieder mehr Kunden aus der Umgebung zum Einkaufen zu bringen. Langsam, aber stetig seien wieder mehr Menschen gekommen, um dort ihre Einkäufe zu tätigen. Auch Stadtrat Otmar Stein hatte sich für den Nahkauf eingesetzt und erreicht, dass der Pachtzins gesenkt wurde. Seit einer Weile ist Stein wieder aktiv und verhandelt mit der Rewe-Group, Lenz und dem früheren Inhaber Detlev Dehner. Stein ist es auch zu verdanken, dass die ursprünglich gesetzte Frist vom 25. Mai verlängert werden konnte.

Schwierig ist die finanzielle Lage von Lenz. Es häufte sich ein Schuldenberg in sechsstelliger Höhe an. Dieser kam zustande, da Lenz vor ein paar Jahren krankheitsbedingt länger ausfiel, und in dieser Zeit entstand ein riesiger Minusbetrag durch die Misswirtschaft ihres ehemaligen Lebensgefährten. Darüber hinaus besteht Rewe auf einer Zahlung von 30 000 Euro für Warenlieferungen, sollte Lenz weiterhin ihr Geschäft führen wollen. »Ich habe eine treue Kundschaft«, bemerkte sie, »ohne die Schulden wäre eigentlich alles gut.«

Außerdem müsste eigentlich alles dringend renoviert und modernisiert werden, lange wurde nichts gemacht. »Das Kassensystem ist 17 Jahre alt«, führte Lenz aus und ist sehr verunsichert, ob sie auf Dauer weiter den Nahkauf leiten kann. An der Detailklärung wird gearbeitet, denn ein zukunftsträchtiges Konzept muss erstellt werden.

In finanzielle Angelegenheiten mische Stein sich nicht, wichtig sei es, die Nahversorgung für den Karbener Stadtteil zu erhalten. Lenz selbst sagt über ihre Situation: »Für meine Schulden habe ich mir Hilfe von einem Finanzberater geholt. Wie es überhaupt weitergeht, weiß ich noch nicht.«

Auf Nachfrage erhielt die WZ folgende Stellungnahme von der Rewe-Group: »Rewe arbeitet an einer Lösung, damit der Markt geöffnet bleiben kann. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zu dem laufenden Sachverhalt keine Stellung nehmen möchten. Es ist nicht geplant, Nahkauf-Märkte in der Wetterau und angrenzenden Kreisen zu schließen.«

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