Michael Soborka vom städtischen Baufachdienst und Bürgermeister Guido Rahn beobachten die Asphaltarbeiten in der Ortsdurchfahrt Groß-Karben. Nach Restarbeiten und dem Aufbringen der Markierungen soll die Straße in Kürze freigegeben werden. FOTOS: HOLGER PEGELOW
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Michael Soborka vom städtischen Baufachdienst und Bürgermeister Guido Rahn beobachten die Asphaltarbeiten in der Ortsdurchfahrt Groß-Karben. Nach Restarbeiten und dem Aufbringen der Markierungen soll die Straße in Kürze freigegeben werden. FOTOS: HOLGER PEGELOW

Ortsdurchfahrt Groß-Karben

Ortsdurchfahrt: Heißer Asphalt im kalten Dezember

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Die Arbeiten zur Sanierung der Ortsdurchfahrt von Groß-Karben sind im Endstadium. In dieser und zu Beginn der kommenden Woche ist eine große Asphaltmaschine im Einsatz. Und so geht es in den nächsten Tagen weiter.

K omme ich da vorne durch?", will eine Anwohnerin wissen, die in Richtung der Kreuzung Bahnhofstraße/Christinenstraße/Weingartenstraße deutet. Zunächst ist nicht zu erkennen, dass es dort ein Durchkommen gibt. Denn auf der Kreuzung steht eine riesige Asphaltmaschine, dazu Lastwagen, Bagger und eine Dampfwalze.

Ein gutes Dutzend Mitarbeiter der von der Stadt mit der Sanierung der Ortsdurchfahrt beauftragten Firma Jost sind an diesem Tag im Einsatz. Es gilt, den Asphalt aufzutragen. Und das ist an diesem nasskalten Dezembertag eine heiße Angelegenheit. Bei Temperaturen knapp über null Grad fragt sich der Laie, ob das überhaupt hält, was dort aufgebracht wird.

"Die haben ihre spezielle Mischung", weiß Michael Soborka vom städtischen Fachdienst Bauen. Bei einem Termin vor Ort zeigt sich auch Bürgermeister Guido Rahn überzeugt: "Die können bei fast jedem Wetter bauen."

Noch Restarbeiten zu erledigen

An diesem Mittag sind jedenfalls alle im Großeinsatz. "Hier werden täglich 1800 Quadratmeter Asphalt aufgetragen", sagt Fachmann Soborka. Zunächst zwölf Zentimeter Tragschicht, danach sechs Zentimeter Binderschicht." Am kommenden Montag kommt dann die große Maschine das letzte Mal, dann soll die vier Zentimeter dicke Deckschicht aufgebracht werden. "Dann haben wir für die Ortsdurchfahrt einen regelkonformen Aufbau", informiert Soborka.

Das bedeutet, dass dann auch Busse und Lastwagen wieder durchfahren können. Aber bis es so weit ist, müssen noch Rest-arbeiten erledigt werden. Und das ist eine ganze Menge. So müssen die Anschlüsse an die Seitenstraßen noch sauber hergestellt werden. Vor allem die Übergänge zu den Einfahrten in die Grundstücke. "Dafür haben wir im Vorfeld mit den Anwohnerinnen und Anwohnern gesprochen", sagt Soborka.

Ebenfalls Restarbeiten sind an den beiden Bushaltestellen am Friedhof umzusetzen. Die hohen Bordsteine sind schon gesetzt, jetzt fehlen noch die Haltestellenschilder. "Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember werden die Busse diese Haltestelle wieder anfahren", informiert der stellvertretende Fachdienstleiter Ekkehart Böing.

Taktile Leitsysteme, gesenkte Bordsteine

Ebenfalls fertiggestellt wird der Fußgängerüberweg: Die taktilen Leitsysteme für Blinde und Sehbehinderte sind bereits verlegt worden. Und der Bordstein aus dem Haingraben ist gleichfalls abgesenkt worden.

Auf der Westseite der Straße hat die Stadt einen relativ breiten Gehweg bauen lassen, teilweise ist er deutlich breiter als zuvor, sagt der Bürgermeister. Auf der Ostseite hingegen geht es an einigen Stellen enger zu.

"Da stehen einige Häuser nicht in einer Linie", sagen die Verantwortlichen. "Wir haben eine Straßenbreite von sechs Metern, aber auf einer Länge von 40 Metern sind es nur fünf Meter", informiert Böing. "Die Breite reicht aber, dass auch mal ein Lastwagen oder ein Bus dort fahren können, da müssen sie eben langsam aneinander vorbei", betont der Bürgermeister.

Die Gehwege sind also fertiggestellt. "Saubere Arbeit", lobt Soborka, wie er überhaupt die Männer der Baufirma lobt. Die hatten in den vergangenen Wochen einen Zahn zugelegt, um einen zeitlichen Rückstand wieder aufzuholen. Die hätten mit sechs Dreierkolonnen auch samstags gearbeitet.

Rahn sagt: "Wir werden zwar dennoch etwas später fertig, als zunächst angenommen, aber dafür wird die Straße richtig schön." Man hoffe, dass die sanierte Straße nun Anlass für einige Hauseigentümer ist, ihr Anwesen zu renovieren. Der Bürgermeister fügt augenzwinkernd hinzu: "Am besten wäre ein zweites Dorferneuerungsprogramm."

Die Arbeiten zur Sanierung der Ortsdurchfahrt von Groß-Karben haben im April begonnen. Es war der zweite große Abschnitt, und zwar zwischen dem Kreuzgass-Brunnen und der Kreuzung mit der Christinen- und der Weingartenstraße.

Die Kosten für diesen Abschnitt liegen laut Bürgermeister Guido Rahn und Michael Soborka bei rund 1,34 Millionen Euro. Der städtische Anteil beträgt rund 860 000 Euro, der Rest betrifft die Stadtwerke Karben, die zunächst die Kanäle, die Anschlüsse und die Leitungen erneuert hatten. Alles muss die Stadt aber nicht aus eigener Kasse bezahlen, denn sie erhält Zuschüsse. Etwa vom Land Hessen. Für die gesamte Ortsdurchfahrt vom ehemaligen Sportplatz bis zum Ortsausgang nach Burg-Gräfenrode fließen nach Angaben von Ekkehart Böing 290 000 Euro für die Fahrbahndecke. Das hat damit zu tun, dass die Ortsdurchfahrt einst eine Landesstraße war. Normalerweise hätte sie in saniertem Zustand an die Stadt übergeben werden müssen. Dafür, dass dies nicht der Fall war, als dieser Abschnitt ins Eigentum der Stadt überging, erhält die Stadt quasi einen Ausgleich.

Zudem fließen Fördermittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), nämlich insgesamt für den kompletten Abschnitt 685 000 Euro für Gehwege und die barrierefrei gebauten Bushaltestellen. pe

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