Mir Kreativität, Einsatzbereitschaft und viel Schauspielkunst zeigen die Akteure der Theatergruppe "Die Mänaden" der Kurt-Schumacher-Schule "Figaros Hochzeit". FOTOS: PV
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Mir Kreativität, Einsatzbereitschaft und viel Schauspielkunst zeigen die Akteure der Theatergruppe "Die Mänaden" der Kurt-Schumacher-Schule "Figaros Hochzeit". FOTOS: PV

In opulenten Kostümen

  • vonred Redaktion
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Karben(pm). Wenn die Dinge ihren gewöhnlichen Lauf genommen hätten, hätte es im Mai die 20. Premiere eines Theaterstücks der Theatergruppe "Die Mänaden" an der Kurt-Schumacher-Schule gegeben. Das musste coronabedingt nun bis September warten.

Für die drei Darstellerinnen und zehn Darsteller, die im Frühjahr schon begonnen hatten, ihre Texte zu lernen, gab es nun ein Happy End. Kurzfristig sei entschieden worden, die Proben wieder zu starten und das Stück "Figaros Hochzeit" nach Beaumarchais aufzuführen, teilt die Schule mit. Regisseur und Lehrer Thomas Pechar, der das Stück bearbeitet hat, habe mit seinem Ensemble nach nur einer Probenwochen das Publikum begeistert.

Diener Figaro (dargestellt von Felix Kraft) und seine Verlobte, die Zofe Susanne (Mia Dettingmeijer), beide beschäftigt im Schloss des Grafen Sansac (Moritz Gubitzer), wollen heiraten. Doch der Graf will der Hochzeit nur zustimmen, wenn Susanne ihm die erste Nacht schenkt. Figaro und Susanne wehren sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, während der Graf eine Intrige nach der anderen einleitet. Dabei hilft ihm Marcelline (Lelia Rollinger), eine ältere Dame, die Figaro mittels eines gefälschten Eheversprechens selbst heiraten möchte und deshalb ein Gerichtsverfahren anstrengt. Figaro und Susanne bekommen im Gegenzug Unterstützung durch die Gräfin (Lisa Schäfer), die das lüsterne Verhalten ihres Gatten empört. Aber die Gegenwehr nutzt nichts:

Bei den entscheidenden Gerichtsverfahren verfügt der bestochene Richter (Henning Dreis), dass Figaro Marcelline heiraten muss. Doch nun bricht in Frankreich die Revolution los, es kommt zu einem blutigen Showdown. Die weiteren Ronnen haben Henrik Koj (Bazillus, Intrigant des Grafen), Luis Taphorn (Cherubin, ein gehobener Diener), Ron Bennewitz (Dr. Bartholo, ein Schlossbewohner), Umut Tutus (ein betrunkener Gärtner), Kayhan Palit (Gerichtsdiener), Tristan Carbon (Diener) und Mika Steinert (Revolutionär) übernommen.

Freche Dialoge

Neben der turbulenten Handlung, den frech-frivolen Dialogen und den barocken Kostümen habe die Zuschauer vor allem das selbstbewusste und rollengerechte Auftreten aller Akteure, die durchweg textsicher gewesen seien, begeistert. Ein besonderer Höhepunkt sei der in die Inszenierung integrierte Auftritt der Sopranistin (und KSS-Lehrerin) Johanna Born, die klavierbegleitet die Arie "Venite inginocchiatevi" sang.

"Vielen Dank für den kurzweiligen, anspruchsvollen und witzigen Theaterabend", bedankte sich eine Zuschauerin per E-Mail bei den Akteuren. Es sei eine sehr gelungene Aufführung mit Wortwitz, Situationskomik, kreativen Ideen und reduziertem Bühnenbild gewesen, bilanziert die Besucherin. Das Ambiente hätte den Figuren Raum gegeben. Etwas fürs Auge seien die opulenten Kostüme gewesen. Etwas für die Ohren seien die unterschiedlichen Stimmfarben und das bewusste "Bleiben-in-der-Sprechrolle" gewesen. Perfekt sei die überzeugende Spielfreude und das harmonische Agieren der Akteure unter- und miteinander gewesen. "Alle hatten eine Hauptrolle", heißt es in der E-Mail der Besucherin. Die Gesangseinlage sei mehr als das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Das Gesamtkonzept der Aufführung sei stimmig gewesen.

Gut sei das Hygienekonzept umgesetzt worden, die Besucher seien im Freien begrüßt und auf die Plätze geführt worden. "Wir haben uns sehr gut unterhalten gefühlt und hatten auf der Heimfahrt und darüber hinaus genug Anknüpfungspunkte für ein ergiebiges Gespräch über das tolle Schultheater der Oberstufe", endete das Lob.

Stolz und beeindruckt zeigte sich Schulleiterin Ursula Hebel-Zipper, die sich mit Blumen, Mozartkugeln und sehr viel Lob bei allen Mitwirkenden wie auch unterstützenden Schülern und Lehrkräften bedankte. "Ohne ihr großes persönliches Engagement wäre die Aufführungen nicht zustande gekommen."

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