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Okarben feiert seine neue Straße

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Von: Jürgen Schenk

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Am späten Samstagvormittag ist das Straßenfest gut besucht. 1,3 Millionen Euro hat das Bauprojekt in Okarbens Ortsmitte gekostet. Ab dem heutigen Montag fahren wieder Autos über die Hauptstraße. © Jürgen Schenk

Die Baustelle ist Geschichte. Deshalb machen die Okärber ihre neue Hauptstraße kurzerhand zur Frühstückstafel. Gemeinsam blicken sie auf die Bauphase zurück. Das Ergebnis weiß zu gefallen.

An der Kreissparkasse in Okarben spielen kleine Kinder auf der Straße. Mit Kreide malen sie Hüpffelder auf den Straßenbelag. Ein Stück weiter, zwischen Römergasse und Neugasse, stehen Tische und Sitzbänke in einer langen Reihe mitten auf der Hauptstraße. Auf dem Bürgersteig wird ein Kaffee- und Kuchenbuffet aufgebaut. Nach und nach kommen immer mehr Menschen zum gemeinsamen Frühstück.

Heinz Jörg von der Bürgerinitiative Okarben hatte die Idee zu diesem, in seiner Ausführung wohl einmaligen Straßenfest. Bevor die neu gestaltete Hauptstraße am frühen Montagmorgen für den Verkehr offiziell freigegeben wird, soll deren Fertigstellung gefeiert werden. Straßensperrung, Parkplatzprobleme, Baustellenlärm - Dinge, die über ein Jahr an den Nerven der Anliegenden zerrten, gehören der Vergangenheit an. Deswegen feiert sich Okarben auch ein bisschen selbst.

Parkplatzsituation

muss besser werden

Eine Geduldsprobe liegt hinter den Menschen, die sich letztlich aber gelohnt zu haben scheint. »Was noch fehlt sind die Pflanzen an den dafür vorgesehenen Stellen«, merkt eine Anwohnerin an. Ansonsten könne man mit dem Resultat der Baumaßnahme zufrieden sein. Andere »Frühstücksgäste«, die in der Neugasse wohnen, äußern sich genauso.

Aber auch sie haben noch etwas auf dem Herzen. Es geht ihnen um die Parkplatzsituation nach der Straßensanierung. »Die Parkplätze an der Hauptstraße sind jetzt als eingezeichnete Flächen markiert«, sagt ein Mann, dessen Name unerwähnt bleiben soll. »Das bedeutet, die verfügbaren Parkplätze wurden reduziert. Jetzt kommt aber hinzu, dass Hauseigentümer laut Verkehrsordnung nicht vor ihren Grundstücken parken dürfen.« Für dieses, aus seiner Sicht, unsinnige Verbot müsse eine Lösung gefunden werden.

Die Parkplatzsuche sei während der Bauphase ein großes Problem gewesen, berichtet eine Neugassen-Bewohnerin. »Teilweise mussten wir uns Parkplätze im ganzen Ort suchen. Aber die Hauptsache ist, dass wir jetzt keine Umwege mehr fahren müssen und die Hauptstraße endlich wieder frei ist.«

Lob für die Geduld

der Nachbarschaft

Der stellvertretende Ortsvorsteher Gerald Schulze (SPD) weiß um die entstandenen Unannehmlichkeiten und bedankt sich in seiner Ansprache mehrmals bei den Bürgerinnen und Bürgern für ihre Geduld. Er findet: »Mit der Fertigstellung der Hauptstraße ist Okarben wieder etwas schöner und wohnlicher geworden«.

Weitere Maßnahmen stünden an. Schulze nennt in diesem Zusammenhang unter anderem Verbesserungen am Bahnhof, neue Bürgersteige am Heilighäuser Ring/ in der Friedensstraße sowie die Sanierung des verrosteten Geländers an der Niddabrücke. Eine öffentliche Diskussion über diese und andere Themen sei bei der Bürgerversammlung am 15. September möglich.

»In Okarben geht es weiter«, kündigt auch Bürgermeister Guido Rahn (CDU) an. »Auf dem Straßberg entsteht eine neue Kindertagesstätte und das Bürgerhaus wird auf den neuesten Stand gebracht. Der alte Hartplatz wird zu einem BMX-Park, allerdings warten wir dort noch auf die Genehmigung zum Bau einer Rampe.« Zehn Millionen Euro seien für alle Projekte in Okarben eingeplant, teilt der Rathauschef mit. Fast 1,3 Millionen Euro habe man für das jetzt abgeschlossene Bauprojekt in der Ortsmitte aufwenden müssen. »In diesen Kosten sind Kanalbau, Wasserleitung und Bürgersteige inbegriffen. Auch an genügend Raum zur eventuellen Verlegung von Glasfaser ist gedacht worden.«

Nachdem in den vergangenen Jahren die Ortsdurchfahrten in Groß-Karben, Klein-Karben, Petterweil und Okarben erneuert wurden, sollen im Anschluss die Bagger noch einmal in Groß-Karben rollen. Offen sind dort die letzten Bauabschnitte in der Ludwigstraße und Burg-Gräfenröder Straße.

Nach Angaben der Stadt soll damit noch in diesem Jahr begonnen werden.

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