Noch-Ortsvorsteher Karlheinz Gangel zu Hause an seinem Lieblingsplatz. Künftig wird er mehr Zeit für Familie und Hobbys haben. 	FOTO: JÜRGEN SCHENK
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Noch-Ortsvorsteher Karlheinz Gangel zu Hause an seinem Lieblingsplatz. Künftig wird er mehr Zeit für Familie und Hobbys haben. FOTO: JÜRGEN SCHENK

Ortsvorsteher Okarben

Okärber Ortsvorsteher Karlheinz Gangel: Ein Kümmerer mit Ecken und Kanten

  • vonJürgen Schenk
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Okarben und Karlheinz Gangel - das war nicht das, was man Liebe auf den ersten Blick nennt. Dies Beziehung musste langsam wachsen, um für Ortsvorsteher Gangel zum Lebensinhalt heranzureifen.

Eigentlich hatte Karlheinz Gangel nie vor, im Okärber Ortsbeirat aktiv zu werden, geschweige denn, Ortsvorsteher zu werden. Doch davon ist heute nichts mehr zu spüren. Die Menschen im Ort kennen den CDU-Mann als Nachbarn mit Ecken und Kanten. Aber hauptsächlich nimmt man ihn als Kümmerer für die Interessen der Dorfgemeinschaft wahr. Nicht zuletzt die Vereine liegen ihm sehr am Herzen. In zahlreichen davon ist er auch selbst Mitglied. »Ein gut strukturierter Verein kann oft mehr für junge Menschen tun, als so manches Elternteil«, ist sich Gangel sicher. »Dieses Vertrauen bringe ich unseren Vereinen entgegen, das ist meine Philosophie.«

Mit diesem Hintergrund kann man verstehen, warum der 70-Jährige nach wie vor dem Vereinsleben in seinem Heimatort Harheim freundschaftlich verbunden ist. Dort ist er noch immer Mitglied bei der Feuerwehr und im Kulturverein. Vor 40 Jahren baute er am Rodheimer Weg, mit Blick auf Okarben und die B 3, ein Haus. Nach der Fertigstellung wurde Hochzeit gefeiert.

Fast täglich im Ort anzutreffen

Und dann sei er irgendwann von Bekannten in den Ortsbeirat »hineingequatscht« worden. Mit der Wahl zum Ortsvorsteher habe es sich ähnlich verhalten. »Dazu kam ich ebenfalls wie die berühmte Jungfrau zum Kinde, nachdem mein SPD-Vorgänger aufgehört hatte.«

So ganz möchte man ihm diese Zufälligkeiten aber nicht abnehmen. Niemand bestreitet einfach so zwei Legislaturperioden an der Spitze eines Ortsvorstandes. Herzblut und Engagement gehören allemal dazu. Und diese Dinge scheinen bei Karlheinz Gangel zur Genüge vorhanden zu sein. Bisweilen konnte man ihn fast täglich im Ort treffen, wo er das offene Gespräch mit den Einwohnern suchte.

Okarben nun vorrangig im Fokus der Stadt

Parteipolitik habe für ihn dabei nie eine Rolle gespielt. Sein Verhältnis zu den anderen Parteien bezeichnet er als gut und konstruktiv. Hemdsärmelig und mit klaren Worten seien die Angelegenheiten im Ortsbeirat diskutiert worden. »Ich hatte immer meinen eigenen Stil. Im Lauf der Jahre musste ich dafür auch Kritik einstecken. Manchmal kam die sogar aus der Richtung des Magistrats«, bekennt Gangel offen. Oft genug ging er mit der Stadtpolitik selber hart ins Gericht. Vor allem die von ihm monierte Benachteiligung Okarbens gegenüber anderen Stadtteilen gab Anlass zur Auseinandersetzung.

Jetzt ist Besserung in Sicht. Seit der letzten Ortsbeiratssitzung im November ist klar, dass Okarben vorrangig im Fokus der Stadt steht. Man darf also allgemein mit dem Abarbeiten der To-Do-Liste in diesem Jahr rechnen. Dazu gehören der vierte Bauabschnitt der Hauptstraße zwischen Neugasse und Tegut-Laden, die Nidda-Renaturierung und der Bau einer weiteren Kindertagesstätte. In seiner Position, sagt er, müsse man immer versuchen, allen Wünschen irgendwie Rechnung zu tragen.

Generationswechsel steht bevor

In der Vergangenheit seien einige Verbesserungen in sicherheitsrelevanter Hinsicht unternommen worden. Gangel denkt dabei vor allem an die Sanierung vieler Bürgersteige. »Auch das BBW-Lädchen ist ein großer Erfolg und aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken«, sagt er. »In Okarben fehlt es uns eigentlich an nichts.« An der Umsetzung von Projekten wird er künftig allerdings nur noch beratend mitwirken, denn bei den Kommunalwahlen am 14. März wird er für eine Wiederwahl nicht mehr kandidieren.

In Okarben steht ein Generationswechsel an. »Da gibt es Jüngere, die in meinem Sinne weitermachen werden«, ist Gangel jedoch überzeugt. »Ich vertraue ihnen zu 100 Prozent. Ganz zurückziehen werde ich mich aber noch nicht.« In der zusätzlichen Freizeit will er sich ausgiebiger seinen Hobbys widmen. Ganz oben stehen dabei handwerkliche Arbeiten und die Familie.

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