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Petra Gralka und Hans Speidel sind ein eingespieltes Team.

Gemeinschaftsobstanlage

Obstverkauf startet morgen

Ab morgen gibt es in Klein-Karben wieder eine breite Auswahl an Obstprodukten zu kaufen. Vorstand, Pächter und Kunden der Gemeinschaftsobstanlage fiebern dem Verkaufsstart entgegen.

M it etwas gemischten Gefühlen sieht man in Klein-Karben derzeit dem Erntebeginn entgegen. Bis zum ersten Obstverkauf am morgigen Sonntag hofft man noch auf Tage voller Sonnenstunden. Denn: Bisher hat einfach die Sonne gefehlt, und der Reifegrad einiger Obstsorten lässt noch zu wünschen übrig. Besonders bei Pflaumen, Birnen und Mirabellen fällt das auf, die Pfirsiche hingegen fallen bereits von den Bäumen.

Witterung sorgt für reduziertes Angebot

»Den Äpfeln war die Witterung auch zu feucht. Man kann das an den vielen Schorfstellen erkennen«, erklärt Petra Gralka vom GOA-Vorstand. Der Ertrag sei insgesamt recht gering. Wegen des häufigen Regens habe man auch nicht zugießen müssen. Wegen dieser Widrigkeiten geht sie am Sonntag von einem reduzierten Angebot aus.

Trotz allem stünden die Fünf-Liter-Kanister für den Apfelsaft schon in Warteposition. Und der Apfelwein sei von den Männern genußtechnisch geprüft und für sehr gut befunden worden. »Auf Abnehmer freuen sich auch Marmeladen aus Brombeeren und Himbeeren, eigener Honig und unser beliebter Apfel-Cherry«, ergänzt die Kassenwartin des Vereins. Gespannt sind die Verantwortlichen, wie die neuen Apfelsorten »Santana« und »Wellant« angenommen werden. Bei diesen Sorten handelt es sich spezielle Allergiker-Äpfel, die eine andere Säure aufweisen.

Bis es morgen so weit ist, haben die Organisatoren an der Büdesheimer Straße noch alle Hände voll zu tun. Leider gehört dazu noch immer die Umsetzung verschiedener Corona-Regeln. Für die Kundschaft wird es einen getrennten Ein- und Ausgang geben. Neben den üblichen Hygieneregeln will man besonderes Augenmerk darauf legen, dass sich keine größeren Menschenansammlungen bilden.

Für den Verein ist der diesjährige Verkauf eine wichtige Einnahmequelle, mussten doch alle Feste bisher ausfallen. Das Blütenfest im Frühjahr konnte schon zum zweiten Mal pandemiebedingt nicht stattfinden. Der Tag der offenen Tür im Oktober ist unsicher. Da kann es nicht verwundern, dass der bis Anfang Dezember erzielte Gewinn komplett in die Vereinskasse fließen soll.

Hans Speidel, einer der »Dienstältesten« im Verein, erinnert in diesem Zusammenhang an die zuletzt guten Verkaufszahlen: »Während der Pandemie haben die Leute kistenweise Äpfel bei uns geholt«, erzählt er.

1200 Liter Ebbelwoi pro Sonntag

An den Verkaufssonntagen seien bis zu sechs Helferinnen und Helfer nötig, um der Nachfrage gerecht zu werden, sagt Petra Gralka. »Immer freitags beginnt unsere Pressmannschaft für die Mitglieder und für den Sonntagsverkauf Äpfel zu pressen. 1200 Liter Apfelwein sind für Sonntag eine realistische Menge. Wir verschenken aber auch manche unserer Erzeugnisse. Am Nikolaustag bringen wir zum Beispiel immer eine Kiste Äpfel in das Behindertenheim nach Ockstadt.« 64 Parzellen mit fast 4500 Bäumen werden von den Mitgliedern in Eigenregie bewirtschaftet.

Der Verein zählt aktuell 67 Mitglieder, von denen 43 aktiv sind. Jedes Jahr müssen bis zu 500 Bäume ersetzt werden, weil sie wegen der häufigen Trockenperioden ganz oder teilweise absterben.

Die Aufforstung hinter dem Vereinsgebäude, die etwa vor vier Jahren angelegt wurde, zeigt langsam brauchbare Erträge. Hier sieht man Reihe an Reihe Hauszwetschen, Hanita, Mirabellen, Sauerkirschen und Pfirsiche.

Einen Schädlingsbefall durch die Apfelgespinstmotte habe man in einer Reihe der Anpflanzung rechtzeitig verhindern können, teilt Gralka mit. Wühlmäuse seien öfter ein Problem.

Der ehemalige Lehrer Hans Speidel freut sich schon jetzt auf seine Führungen, die Anfang September wieder starten sollen. Dann zeigt er Schulklassen die Gemeinschaftsobstanlage und erklärt Wissenswertes zum heimischen Stein- und Kernobst. Kontakt zu ihm kann über die GOA-Homepage www.goa-karben.de hergestellt werden.

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