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Seit 25 Jahren ist in Karben beim ASB ein Notarzt-Einsatzfahrzeug stationiert. Ein Grund zum Feiern (von links): Fabien Haschke, Christian Becker, Anita Kern, Reinhold Merbs, Stephanie Becker-Bösch, Guido Rahn, Renate Römmelt, Eva Marie Seifert, Sofia Samartzi , Marcus Schönbach (2. Landesvorsitzender ASB), Lars Endruweit und Hausarzt Sarmad Larik.

Als Lebensretter unterwegs

Notarztwagen seit 25 Jahren in Karben stationiert

  • VonJürgen Schenk
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Vor 25 Jahren erhielt Karben eine ASB-Rettungswache. Seither wird die südliche Wetterau vom Standort an der Dieselstraße aus notfallmedizinisch versorgt.

Karben (jsl). Neben den Rettungswagen steht dort auch ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) auf Abruf, das mit der Wache zusammen in Dienst gestellt wurde. Ein Interventionsteam aus Notarzt/Notärztin und Fahrer ist an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit. Bei Alarmierungen profitieren die Rettungskräfte von moderner Ausstattung und GPS-Unterstützung an Bord des Gefährts. Im Dezember 2019 wurde das aktuelle Fahrzeug, ein 190 PS starker Mercedes-Vito, an den ASB übergeben.

Mit einer Feierstunde im Albert-Schäfer-Haus in Petterweil bekam das 25-jährige Bestehen der Notarztversorgung in Karben und Umgebung am Samstag einen würdigen Rahmen. Dazu hatten sich neben den verschiedenen ASB-Verantwortlichen auch Stephanie Becker-Bösch (SPD), Erste Kreisbeigeordnete des Wetteraukreises, sowie Karbens Bürgermeister Guido Rahn (CDU) unter die Gäste gemischt.

In Grußworten wurde die Bedeutung des Rettungsstandortes Karben hervorgehoben. Marcus Schönbach vom ASB-Landesvorstand machte deutlich, dass die Bevölkerung weiterhin auf die professionellen Notdienstleistungen bauen könne. Man habe für den Standort Karben eine Zukunftsperspektive und ein passendes Konzept vorliegen, um den Betrieb zu halten. Schönbach verwies auf die erfolgreiche Vergangenheit: »Wir haben gesehen, dass es nicht genug solcher Projekte geben kann.«

Bürgermeister Guido Rahn hatte eine Neuigkeit für die allermeisten Anwesenden parat. Demnach kann die Rettungswache für einen mittelfristigen Umzug planen. Im Zuge der Neugestaltung des Rewe-Center-Areals in Kloppenheim sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre neue Gewerbeflächen entstehen, die auch dem ASB genügend Platz bieten könnten.

25 Jahre als Notarzt im Einsatz

»Der Bebauungsplan ist bereits aufgestellt«, erklärte Rahn. »Wir hoffen, dass es in neun Monaten so weit ist. Der neue Standort mit Anbindung an die Nordumgehung und B 3 wird dem ASB-Rettungsdienst noch bessere Möglichkeiten bieten können. Bei über 1700 Einsätzen pro Jahr dürfte dieser Umzug in gleichem Maße auch den akut erkrankten oder verletzten Patienten einen Mehrwert bringen. Zum Vergleich: Im Gründungsjahr der ASB-Rettungswache waren es noch 1500 Einsätze pro Jahr. Inzwischen versorgen die Karbener Einsatzteams bei Bedarf sogar die angrenzenden Landkreise mit. Der Bevölkerungszuwachs verlangt nach neuen Konzepten.

Der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Reinhold Merbs, erinnerte in diesem Zusammenhang an die Zeiten, als in der Wetterau manche Hausärzte noch als Ersthelfer im Krankenwagen mitfuhren. Als Beispiel nannte er Dr. Wedekind aus Groß-Karben.

»Später war der Wetteraukreis dann allerdings einer der ersten Landkreise, in dem ein NEF zur Verfügung stand«, berichtete Merbs. Damit dies zukünftig so bleibt, sicherte Stefanie Becker-Bösch dem ASB weiterhin die Unterstützung des Wetteraukreises zu. Eva Marie Seifert und Renate Römmelt wurden für 25 Jahre Dienst als Notärztinnen geehrt. Standortnotarzt Lars Endruweit überreichte den beiden Frauen Blumensträuße.

Diesen Job könne man auch noch mit 70 machen, wenn man sich fit genug fühle, sagte Römmelt. Exakt in diesem Alter hatte sie wegen der Corona-Pandemie aufgehört. 20 Jahre war sie für den ASB unterwegs gewesen. »Covid-19 ist mir in meinem Alter einfach zu heikel geworden«, habe sie sich eingestehen müssen. »Vorher habe ich Zwölf- oder 24-Stunden-Schichten gearbeitet. Während einer Schicht wurden wir durchschnittlich sechs- bis neunmal alarmiert.« Mehrheitlich sei sie mit ihrem Team zu internistischen Notfälle ausgerückt. Römmelts Bilanz: »Wirklich schwere Fälle kamen vergleichsweise wenig vor. Und zum Glück waren auch nur selten Kinder darunter.«

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