Junge Igel werden in der Station des Bad Nauheimer "Igelvadders" Otto Luzius und in vier Nebenstellen gepflegt.
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Junge Igel werden in der Station des Bad Nauheimer "Igelvadders" Otto Luzius und in vier Nebenstellen gepflegt.

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Noch eine Station für Igel-Waisen

  • vonGeorgia Lori
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Weil das Nahrungsangebot schwindet, wurden in den vergangenen Monaten viele verwaiste und geschwächte junge Igel gefunden. Sie werden von Igel- und Wildtierstationen betreut. Da die Stationen im Kreis an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, springt nun der Verein Tierschutz Karben in die Bresche.

Ein Igel verliert im Winter 20 bis 40 Prozent seines Körpergewichts. Das sind täglich etwa ein bis zwei Gramm. Daher ist es für die im Juli, August und September geborenen Igel, die schwach aufgefunden worden sind, aufgepeppelt zu werden. Das erledigen Tierfreunde, die sich gut mit Igeln auskennen. Die Tiere werden gestärkt und danach wieder in die Natur entlassen, wenn sie das Gewicht von mindestens 600 Gramm erreicht haben.

"Alle Igel, die jetzt oder später im Winter noch draußen herumlaufen sind hilfsbedürftig", sagt Christine Gredel, Vorsitzende des Karbener Tierschutzes. Die nachtaktiven Tiere brauchten besonders viel Wärme. Wärmflaschen und Handtücher leisteten gute Dienste. Als Futter eignen sich Katzennass- und getreidefreies Katzentrockenfutter. Ein Schälchen mit Wasser sollte immer bereitstehen.

Sechs Igel auf Dachboden

Auf keinen Fall sollte den Tieren Milch angeboten werden. Wer Jungtiere findet, sollte sich rasch mit einem Wildtierhilfe- oder Tierschutzverein in Verbindung setzen. In der Umgebung kümmert sich Otto Luzius in Bad Nauheim um Igel, in Nieder-Wöllstadt der Verein Igelmama von Jutta Knierim und verschiedene Wildtierstationen in Frankfurt, Offenbach und Hanau. Falls ein Igel verletzt ist, sollte man einen Tierarzt aufsuchen.

Da die Räumlichkeiten im Karbener Verein für eine Igelstation fehlen, überwintern aktuell sechs Igel auf dem Dachboden des Vereinslagers in Okarben. Unterstützung bei der Igelhilfe erhält Gredel von Annette Tavella und Juliane Beyer.

"Seit 1. September hat Otto Luzius 300 hilfsbedürftige Igel aufgenommen. Die Tiere bleiben etwa 14 Tage bis drei Wochen in seiner Station inklusive vier Nebenstellen und werden dort medizinisch versorgt und aufgepäppelt", sagt Gredel. Die Versorgung eines Igels mit Futter und Arzneimitteln kostet zwischen 70 und 100 Euro. Um den Igeln zu helfen, hatte Tierschutz Karben einen Flyer aufgelegt. Daraufhin meldeten sich einige Privatpersonen, die Igel im Garten überwintern lassen möchten. Damit dies gelingt, bauten Leonard Mory und Christoph Möller Häuschen zum Überwintern, die über den Verein erworben werden können. Igel sind Einzelgänger. Jedes Tier benötigt eine eigene Behausung.

Igel können mit einfachen Mitteln unterstützt werden. Dazu zählen Wasserstellen im Garten, Ausstiegshilfen in Teichen und Kellertreppen, das Vermeiden von Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln im Garten. Igel freuen sich über naturnah gestaltete Gärten mit Steinhaufen.

Pflegestellen zu besetzen

Das seit 2014 bestehende Grundstück von Tierschutz Karben zwischen Burg-Gräfenrode und Groß-Karben soll im kommenden Jahr eingezäunt werden. "Der Bebauungsplan ist seitens der Stadt in Auftrag gegeben worden", sagt Gredel. Sie hofft auf zuverlässige Helfer. Die neue Auffangstation soll wildlebende Hauskatzen, andere Fundtiere und in Not geratene Wildtiere aufnehmen. Unterstützer werden gerne gesucht, auch Pflegestellen für Katzen und für Hunde sind zu besetzen.

Interessierte können sich telefonisch beim Verein Tierschutz Karben melden unter der Nummer 0152/29737610 oder per E-Mail an info@tierschutz-karben.de.

Dem Verein Tierschutz Karben gehören etwa 90 Mitglieder an. Seit zwei Jahren gibt es ein Lager in Okarben an der Untergasse, um Futterspenden zu lagern und Flohmärkte zu bestücken. Etwa 60 freilebende Katzen werden vom Verein versorgt. Auch in diesem Jahr steht im Karbener Fressnapf-Markt ein Weihnachtsbaum, der mit Spendenkarten für den Tierschutz Karben geschmückt ist. Kinder der Kindertagesstätte Zauberberg haben Anhänger gebastelt, die als Gutschein fungieren. Mit dem Erlös aus der Aktion können Tierschützer Futter für ihre Schützlinge im Markt kaufen.

Der Tierschutz Karben finanziert sich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Spenden können auf das Konto bei der Frankfurter Volksbank IBAN DE 86 50190000 6401192415 eingezahlt werden. geo

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