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Maike Anthes und Gordana Katic vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen mit Blutspender Bernd Schreiner aus Okarben.

Premiere im Bürgerzentrum

Neuer Standort fürs Blutspenden in Karben

Wegen des größeren Platzes hatten der Blutspendedienst und das DRK Karben in den großen Saal des Bürgerzentrums eingeladen. 143 Erst- und Mehrfachspender folgten dem Aufruf.

Karben. Eine Premiere feierte die Ortsvereinigung Karben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Mittwoch im Bürgerzentrum. Sechsmal im Jahr ruft die Ortsvereinigung gemeinsam mit dem DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen die Bevölkerung zum Blutspenden auf. Bisher fanden die Blutabnahmen im Pfarrsaal der katholischen Bonifatiuskirche statt. Aufgrund der aktuellen Hygienemaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie wechselte das DRK den Standort.

»Im Foyer und Saal des Bürgerzentrums haben wir viel mehr Platz als im Pfarrsaal. Dadurch können wir die Abläufe optimieren und entzerren«, freut sich DRK-Bereitschaftsleiter Marco Wieja. Zu den Vorteilen des neuen Standortes gehörten neben vielen Parkplätzen direkt vor der Tür auch ein barrierefreier Zugang. Bürgermeister Guido Rahn hat seine Unterstützung signalisiert. Künftig kann das DRK die Blutspenden im Bürgerhaus durchführen.

Berührungslos Fieber gemessen

Zur Premiere kamen 143 Erst- und Mehrfachspender aus Karben und Umgebung. »Heute kommen unsere Spender aus Karben, aber auch aus Bad Vilbel, Frankfurt und Wölfersheim«, informiert Angelika Winter. Sie ist seit 20 Jahren beim DRK aktiv und seit drei Jahren die Blutspende-Beauftragte der Ortsvereinigung Karben. Sie hält den Kontakt zum DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen, stimmt mit diesem die Termine ab, teilt die 19 Sanitäter der Ortsvereinigung ein, kauft Mineralwasser und Stärkungen wie Äpfel und Süßigkeiten für die Spender ein. »Lange Wartezeiten werden durch die vorherige Online-Anmeldungen seit Ausbruch der Pandemie vermieden. Das ist ein Vorteil. Der Nachteil ist, es fehlen Spontanspender«, bilanziert Angelika Winter.

Zu den Spendern, die dem Aufruf gefolgt sind gehört Rafael Schulz. Der 23-Jährige spendete zum vierten Mal Blut. »Ich habe mich erstmals als 18-Jähriger intensiv mit den Themen Organ- und Blutspende beschäftigt. Und erstmals 2020 kurz nach Einführung der Maskenpflicht gespendet«, sagt der Kloppenheimer. Und ergänzt: »Mir geht es vor allem ums Helfen. Jeder braucht einmal Hilfe. Ich wurde bereits mehrmals operiert, bekam Bluttransfusionen. Außerdem tut mir die Blutspende gut.«

Fragebogen mit 30 Fragen verteilt

Am Eingang begrüßt werden er und alle anderen Spender von Franziska Graef. Die stellvertretende Bereitschaftsleiterin misst mit einem berührungslosen Infrarot-Stirnthermometer die Temperatur. Nach dem Desinfizieren der Hände scannt Dennis Smith die Blutspendeausweise ein und Kai Langlitz gibt Blutspender-Fragebogen, Laufzettel, den vertraulichen Selbstauskunftsbogen und Informationsbroschüren aus.

Maike Anthes vom DRK-Blutspendedienst registriert die Strichcode-Aufkleber. Danach geht es vom Foyer weiter in einen abgeteilten Bereich des Saals. Hier können die Spender in aller Ruhe die 30 Fragen auf dem Fragebogen beantworten. Angaben sind erforderlich zum allgemeinen Gesundheitszustand, zu Infektionskrankheiten, die durch Blut übertragen werden können, zum Sexualverkehr, zu möglichen Rückständen von Arzneimitteln im Blut und zu übertragbaren Hirnerkrankungen. »Die wahrheitsgemäße Beantwortung dieser Fragen ist zur Sicherheit der Spender und Empfänger wie die Testung des Blutes notwendig und gesetzlich vorgeschrieben«, betont Marco Wieja.

Einlass-Kontrolle: Bevor Rafael Schulz (23) aus Kloppenheim Blut spenden kann, misst ihm am Eingang des Bürgerzentrums die stellvertretende Bereitschaftsleiterin Franziska Graef die Temperatur.

Für die Erst- und Mehrfachspendern wie Bernd Schreiner sind dies keine Themen. Der Okärber spendete am Mittwoch bereits zum 90. Mal seinen kostbaren Lebenssaft. »Ich habe mit 18 Jahren angefangen Blut zu spenden. Früher in der Eifel, später in Karben. Ich freue mich, dass ich heute wieder spenden und damit Leben retten kann.« Bevor ihm Maike Anthes und Katie Gordana, zwei der fünf Funktionskräfte aus dem Team des Blutspendedienstes, auf einer der neun Liegen im Saal Blut für seine Spende abnehmen, wird eine Probe im Labor getestet und einer der beiden Ärzte hat sich die Unterlagen angesehen und mit dem Spender ein Gespräch geführt.

Frauen dürfen viermal im Jahr, Männer sechsmal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Vollblutspenden muss ein Mindestabstand von 56 Tagen liegen. Zum ersten Mal Blut spenden darf jeder zwischen dem 18. und dem 65. Geburtstag. Pro Blutspende werden innerhalb von zehn Minuten 500 Milliliter Blut aus einer Vene der Ellenbeuge entnommen. Hinzu kommen 35 Milliliter Blut für die Laboruntersuchungen. Infos gibt es unter https://www.drk-blutspende.de. Für einen Termin beträgt der Zeitaufwand rund eine Stunde.

2021 lädt das DRK Erst- und Mehrfachspender - nach vorheriger Online-Terminvereinbarung - zu weiteren Blutspendeterminen ins Bürgerzentrum Karben jeweils ab 15.30 Uhr mittwochs am 14. Juli; 8. September und 10. November ein. cf

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