ndk_k_Burggartenspielpla_4c_5
+
Aufstieg: Das Klettergerüst findet sogleich das Interesse der Jugendlichen.

Freude in Burg-Gräfenrode

Neuer Spielplatz eröffnet

Die Kinder konnten die Eröffnung des neu angelegten Spielplatzes direkt neben der Oberburg in Burg-Gräfenrode kaum erwarten. Zu verlockend sind die neuen Spielgeräte.

Am Freitagnachmittag gaben Bürgermeister Guido Rahn und Ortsvorsteher Karlfred Heidelbach (beide CDU) den neu gestalteten Spielplatz frei für die Öffentlichkeit. Wenn man sich in Burg-Gräfenrode nicht auskennte, muss nach dem Spielplatz suchen. Erste Orientierung bietet der historische Lieselturm, der heute als Standesamtszimmer oder für literarische Lesungen genutzt wird. Dann folgt auf der gegenüberliegenden Seite die Oberburg, die der evangelischen Kirche anderthalb Jahrhunderte als Pfarrhaus, Kindertagesstätte, Versammlungsort für Gemeindegruppen und als Wohnraum diente.

Stadt übernahm Parkgelände

Als der Kirche schließlich der Unterhalt der Oberburg zu teuer wurde, war sie nach heftigen Diskussionen, die vier von sieben Gemeinderatsmitglieder veranlassten, ihre Kirchenämter niederzulegen, bereit, zu verkaufen. Allerdings unter Auflagen. So sollte der evangelischen Gemeinde weiterhin eine Etage zur Verfügung stehen und auch der Burggarten sollte der Öffentlichkeit weiterhin offenstehen.

Der Durchbruch war erst geschafft, als Bürgermeister Rahn mit dem kaufwilligen Freiherr Philipp von Leonardi der Kirche den Kompromiss präsentierte. Danach wollte die Stadt das Parkgelände und Leonardi die Oberburg käuflich erwerben. Leonardi bot der Kirche das Erdgeschoss zur weiteren Nutzung an und die Stadt übernahm das Parkgelände mit dem Spielplatz darauf. Beiseitegelegt waren Überlegungen, auf dem fast 4000 Quadratmeter großen Außengelände eine neue Kindertagesstätte zu errichten. Das schloss der Kaufvertrag aus. Glücklicherweise, denn die Architekten hatten inzwischen warnend darauf hingewiesen, dass ein mögliches Kita-Gebäude an dieser Stelle der Hanglage angepasst werden müsse und deshalb sehr viel Geld verschlingen würde.

Bürgermeister Rahn fand Gefallen an dem Kompromiss und setzte ihn in Sitzungen mit der Kirche schließlich durch. Inzwischen war nämlich auch schon klar, wo die neue Kita errichtet werden sollte, und dass dabei zwei Baugrundstücke zum Weiterverkauf übrig blieben. Der Verkauferlös des einen Grundstückes sollte der Finanzierung des Spielplatzes im Burggarten zur Verfügung stehen. So übernahm die Stadt das Parkgelände und plante darauf einen neuen Spielplatz, der in Karben nun seines gleichen sucht.

Auf einer deutlich vergrößerten Fläche sticht zunächst das Klettergerüst ins Auge. Auch eine Schaukel ist zu sehen oder eine Rutsche, vor deren Benutzung man erst einen Erdhügel erklimmen muss. In einer Ecke befindet sich ein Kleinkinderspielplatz mit drei Schaukelelementen und einem Sandkasten.

Aber auch die größeren Kinder kommen nicht zu kurz. Sie können auf einem Fußballfeld ihr Können zeigen. »Schon zu meiner Jugend gab es hier einen Bolzplatz mit richtigen Toren aber leider ohne die dazu gehörenden Netze. Wenn wir ein Tor geschossen haben, musste der Schütze anschließend den Ball selber zurückholen«, gab Rahn Jugenderinnerungen zum Besten.

Mehrheit in zwei Befragungen

Die Entscheidung zur Vergrößerung und Neugestaltung des Spielplatzes ist übrigens nicht allein im Rathaus gefallen, sondern sie erfolgte unter Einbeziehung der Bevölkerung. Zwei Befragungen hatten ergeben, dass eine deutliche Mehrheit sich für den Ausbau des Spielplatzes im Burggarten und für den Bau einer neuen Kita an anderer Stelle in Burg-Gräfenrode ausgesprochen hatte. Dieses eindeutige Befragungsergebnis überzeugte dann auch Ortsvorsteher Heidelbach, der zuvor dem Neubau der Kita an anderer Stelle skeptisch gegenüber gestanden hatte. Beim Blick über den neuen Spielplatz räumt er nun ein: « Das Geld ist hier wirklich sehr gut angelegt«.

Auch die Kinder und die Eltern freuen sich über das neu gestaltete Spielgelände. »So etwas hatten wir in unserer Jugend nicht«, meinten bei der Eröffnung anwesende Eltern. Die Kinder hingegen hatten nur einen Kommentar: »Einfach super«. Rahn hingegen war mit seinen Gedanken schon längst wieder in der Zukunft: »Roggau wächst, Karben wächst. Deshalb werden wir schon sehr bald noch mehr Kitas und wahrscheinlich auch noch mehr Spielplätze brauchen«.

Die letzten Worte hörten die Kinder schon gar nicht mehr, denn nach einer Runde Gratis-Eis vom Bürgermeister übernahmen sie die Herrschaft über den neuen Spielplatz, der am Ende rund 185 000 Euro gekostet haben soll und der nun noch auf eine restliche Grünbepflanzung im Herbst wartet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare