Auf dem hinteren Teil des Park-and-Ride-Platzes in Kloppenheim und dem angrenzenden Trainingsgelände könnten die neue Grundschule und eine Sporthalle entstehen. Dafür ist jetzt ein Bauleitverfahren eingeleitet worden. 	FOTOS: HOLGER PEGELOW
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Auf dem hinteren Teil des Park-and-Ride-Platzes in Kloppenheim und dem angrenzenden Trainingsgelände könnten die neue Grundschule und eine Sporthalle entstehen. Dafür ist jetzt ein Bauleitverfahren eingeleitet worden. FOTOS: HOLGER PEGELOW

Neubauten in Kloppenheim

Neue Sporthalle und Grundschule für Kloppenheim

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Wo heute viele Autos parken, könnten in Zukunft ein neues Grundschulgebäude und eine neue Sporthalle stehen. Diese Idee scheint die Stadtverwaltung Karben für Kloppenheim zu haben, denn sie hat einen Entwurf für einen Bebauungsplan in die Gremien gebracht.

W er von der B 3 nach Kloppenheim hineinfährt, stößt auf eine größere Baustelle. Hier entstehen drei Mehrfamilienhäuser nebeneinander. Gut möglich, dass Familien mit Kindern eines Tages einziehen werden. Und die brauchen irgendwann eine Grundschule. Doch auch an anderen Stellen im Stadtteil wie ebenso in der gesamten Stadt nehmen die Kinderzahlen zu.

So wird wohl das »Brunnenquartier« nahe der neuen Stadtmitte, die hinsichtlich der Gemarkung gleichfalls zu Kloppenheim gehört, in nicht allzu ferner Zukunft auch bebaut. Zuwachs also allenthalben, den die bestehende Grundschule in einigen Jahren gar nicht mehr aufnehmen könnte.

Container mit vier Räumen

Kreissprecher Michael Elsaß bestätigt diese Tendenz. Zudem entstehe ein erhöhter Raumbedarf durch die Ganztagsentwicklung. »Der Wetter- aukreis und die Stadt Karben prüfen derzeit verschiedene Möglichkeiten, um dem weiteren Anstieg an Schülerzahlen dauerhaft gerecht werden zu können«, sagt Elsaß.

Die Stadt und der Wetteraukreis planen wegen der angespannten Raumsituation als Übergangslösung auf dem städtischen Grundstück Am Hang zeitlich befristet eine Vier-Klassenraum-Containeranlage mit Außenanlage sowie ein Sanitärcontainer zu stellen«, informiert Elsaß. Langfristig haben Stadt und Kreis aber offenbar einen anderen Standort als Dauerlösung im Auge: Die Rede ist von einem Teil des P+R-Platzes und dem heutigen Trainingsplatz an der Bahntrasse. So steht es jedenfalls in der Vorlage zur Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens, das der Magistrat den städtischen Gremien noch kurz vor der Sommerpause vorgelegt hat.

Dort heißt es in den Erläuterungen, auf der geräumten Gartenfläche nördlich der Straße Am Hang sei die temporäre Unterbringung von Räumlichkeiten der Grundschule vorgesehen. »Teilflächen des P+R-Platzes sowie der heutige Trainingsplatz an der Bahntrasse sollen als neuer Standort einer Grundschule sowie für eine Sporthalle vorgesehen werden.« Bürgermeister Guido Rahn (CDU) betonte in der Sitzung, der Bebauungsplan umfasse auch deshalb das frühere Gartengelände Am Hang, damit der Wetteraukreis dort die Schulcontainer aufstellen könne. Das sei aber keine Vorentscheidung für den neuen Grundschulstandort.

Dagegen scheinen die Überlegungen für eine neue Sporthalle zwischen Kreis und Stadt schon weiter gediehen. Auf Nachfrage von Stadtverordneten antwortete der Bürgermeister diesbezüglich, für eine neue Grundschule würde an sich eine Einfeld-Halle genügen. Jedoch gehe der Bedarf an Hallenplätzen noch darüber hinaus. »Deshalb werden Stadt und Kreis eine größere Halle bauen, die Stadt übernimmt zwei Drittel der Kosten, der Wetteraukreis ein Drittel.« Es gebe dann eine »Schulsporthalle mit Unterstützung der Stadt«, beschreibt Rahn das Projekt.

Keine weiten Wege zum Unterricht

Beide Gebäude könnten, das lässt sich aus der Vorlage unschwer herauslesen, auf einem Teilstück des heutigen Parkplatzes sowie des Trainingsplatzes realisiert werden. Die Gebäude befänden sich dann nebeneinander, für die Kinder würden also keine weiten Wege zum Sportunterricht entstehen. Darüber hinaus verfolgt die Stadt mit dem Bebauungsplan 231, »Kindergarten, Schul- und Sportgelände Am Hang« noch weitere Ziele.

Man wolle das in den Planungen so bezeichnete »vorübergehende Ausweichquartier der Schule« in dem Verfahren planungsrechtlich ebenso absichern wie die bestehenden Kindergärten und den Sportplatz, hebt der Rathauschef in diesem Zusammenhang hervor.

Schnell gehen wird das alles indes nicht. Denn Fachdienstleiter Heiko Heinzel weiß, dass hier ein »voll umfängliches Bauleitverfahren notwendig« werde. Das bedeutet, eine zweistufige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange ebenso wie die der Bürger wie auch »umfassende Umwelt- und Artenschutz-Fachbeiträge«, wie es heißt.

Es dürfte also noch dauern, bis Kloppenheim eine neue Grundschule und eine neue Sporthalle erhält. Aber das neue Brunnenquartier ist sowieso noch nicht bebaut.

Ein normales, das heißt zweistufiges Bebauungsplanverfahren, wie es das Baugesetzbuch vorsieht, ist eine langwierige Angelegenheit. Zunächst erfolgt ein sogenannter Aufstellungsbeschluss. Was bedeutet, dass die städtischen Gremien eine Vorlage des Magistrats genehmigen, mit der dieser dann anzeigt, dass er einen Bebauungsplan aufstellen will. Ist dieser Schritt erfolgt, wie in diesem Fall für Kloppenheim, erarbeitet in der Regel ein externes Planungsbüro einen Vorentwurf, der aus einer Planzeichnung und einer Begründung besteht. Außerdem werden Gutachten eingeholt, beispielsweise zu den Themen Umwelt, Artenschutz, Immissionsschutz, Verkehr, Altlasten, Bodenqualität und einige Aspekte mehr. Auch eine frühzeitige Beteiligung der Bürger ist in diesem Stadium des Verfahrens vorgesehen. Danach wird unter Berücksichtigung der Anregungen aus der frühzeitigen Beteiligung ein Bebauungsplanentwurf erstellt. Der muss dann nach Beschluss durch den Planungsausschuss offengelegt werden. Das heißt, die Träger öffentlicher Belange wie auch die Bürger können Einwendungen und Anregungen erheben. Diese werden durch die Stadt bzw. ein von ihr beauftragtes Büro geprüft, sie werden abgewogen, heißt es in der Fachsprache.

Schließlich geht das ganze Paket nochmals in die Stadtverordnetenversammlung, wo es als Satzung beschlossen wird. Nach der öffentlichen Bekanntmachung erlangt der Bebauungsplan Rechtskraft. Die Dauer des Gesamtverfahrens beträgt nach Angaben von Fachleuten in der Regel 20 bis 24 Monate. pe

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