Lkw-Kipper und Asphaltmaschine dicht an dicht bei der Arbeit: In der Rendeler Straße, der Ortsdurchfahrt von Klein-Karben, sind die Sanierungsarbeiten für die Fahrbahn in vollem Gange. 
+
Lkw-Kipper und Asphaltmaschine dicht an dicht bei der Arbeit: In der Rendeler Straße, der Ortsdurchfahrt von Klein-Karben, sind die Sanierungsarbeiten für die Fahrbahn in vollem Gange. 

Baustellen-Ende in Sicht

Neue Asphaltschicht in Klein-Karben: Mit drei Meter pro Minute voran

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
    schließen

In der Ortsdurchfahrt von Klein-Karben ist die große Asphaltmaschine im Einsatz - zum insgesamt achten Mal. Der letzte Abschnitt der Straße wird zwischen Rewe-Markt und Ortsausgang erneuert.

Ergün Karahan drückt die Hupe. An diesem Morgen steuert er die große Asphaltmaschine der Baufirma Schütz. Das Hupen bedeutet dem vor ihm stehenden Kipper: Bitte langsam weiterfahren. Der Fahrer rollt ein wenig vor, die Maschine bleibt dicht dran. Denn aus dem schräggestellten Kipper des Lkw rieseln die Asphaltbrocken, die in der riesigen Maschine sogleich aufgekocht und auf die zuvor abgefräste Straße gedrückt werden.

Während Ergün Karahan hoch oben im Führerstand alles im Blick hat, steht sein Kollege Dennis Krieger am hinteren Ende der Maschine. Häufig betätigt er auf einem Steuerpult die Tasten. "Damit stellen wir die Nivellierung ein. Mittels Laser werden die Ränder damit exakt." Sein Kollege ruft aus dem Führerstand: "Heute haben wir hier 7,50 Meter Breite eingestellt."

In acht Abschnitte eingeteilt

So breit ist die Fahrbahn der Rendeler Straße im Bereich von Hügelstraße und Karl-Liebknecht-Straße. An diesem Tag nach Ostern wird der komplette Abschnitt zwischen Verbrauchermarkt und Ortsausgang erneuert. Damit kommen die Sanierungsarbeiten an diesem Abschnitt der Ortsdurchfahrt der Landesstraße zu ihrem Ende. Die Baufirma nutzt die Osterferien, weil dann der Schulbusverkehr eingestellt ist, mit dem die Rendeler Kinder zu den Schulen gelangen müssten. Der Plan für die Arbeiten wurde vor Corona-Zeiten gemacht.

Nach Plan sind die Arbeiter der Firma Schütz angerückt, die bereits seit geraumer Zeit an dieser Straße arbeiten. Hessen Mobil und die Stadt hatten die mehrere Kilometer lange Ortsdurchfahrt in acht Abschnitt geteilt. Während zuerst einmal der Abschnitt der L 3205 zwischen dem Ortsausgang Klein-Karben und dem Ortseingang Rendel abgefräst und neu asphaltiert wurde, ging es dann im Bereich zwischen Ulmenweg und Gehspitze Stück für Stück voran.

Zehn Zentimeter Straße abgefräst

Den Bereich zwischen Rewe-Markt und Ortsausgang hatte man zuletzt auf dem Plan. Hier mussten, im Gegensatz zu allen anderen Abschnitten, die Kanäle und Trinkwasserleitungen komplett erneuert werden. Ein sehr langes und, wie sich im Laufe der Tiefbauarbeiten herausstellte, aufwendiges Verfahren. Denn die Kanäle lagen in diesem Straßenabschnitt bis zu vier Meter tief in der Erde.

Während die Tiefbauarbeiten liefen, stellte sich zudem heraus, dass die Straße grundhaft saniert werden muss. Das bedeutet: Es müssen die komplette Oberschicht und die Tragschicht abgefräst werden.

"Vergangene Woche haben wir hier zehn Zentimeter Straße abgefräst", informiert Polier Nils Hayde. An diesem Vormittag ist er bei der Vorhut, die die Fahrbahn für den Asphaltauftrag vorbereitet. "Wir bringen hier einen Haftkleber auf, damit sich alter und neuer Asphalt gut miteinander verbinden lassen", informiert der Polier. Ihm und seinen Kollegen folgt ein sechsköpfiger Trupp mit der großen Asphaltmaschine und den großen und kleinen Walzen. Drei Meter pro Minute bewegt sich der breite Koloss, dessen Ausleger die gesamte Straßenbreite einnimmt. Exakt 1,6 Zentimeter Tragschicht werden an diesem Tag aufgetragen, informiert Ergün Karahan.

530 Meter Straße komplett erneuert

Kaum ist der dampfende Asphalt auf der Straße, rollen zwei große und kleine Walzen drüber und drücken alles fest. Krieger kontrolliert danach mit Wasserwaage und Zollstock noch einmal nach, ob alles korrekt aufgetragen ist. Denn Huppel solle es nicht geben.

Mittlerweile hat sich der 18,5 Tonnen schwere Baustellenkoloss an der neuen barrierefreien Haltestelle Karl-Liebknecht-Straße vorbeigeschoben. Es geht zügig voran an diesem Tag. Bis zum Donnerstag soll dann auch eine neue Deckschicht aufgetragen werden. 530 Meter Straße werden dann komplett erneuert sein, einschließlich einiger Straßeneinmündungen und sämtlicher Gehwege und Bushaltestellen, wo irgend möglich.

Ab dem Wochenende kann die runderneuerte Ortsdurchfahrt dann komplett befahren werden. Das jahrzehntelange Geholper hat dann ein Ende, die Fußgänger laufen auf ordentlichen Wegen und die Busfahrgäste warten an modernen Haltestellen.

Achter Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt ist der zeitaufwendigste

Die Sanierung der Ortsdurchfahrten von Klein-Karben und Rendel ist sozusagen ein Gemeinschaftsprojekt der Landesstraßenbehörde Hessen Mobil und der Stadt Karben. Weil das Land Hessen die Sanierung der Fahrbahn der Landesstraße im Zuge der Ortsdurchfahrt angekündigt hatte, hat die Stadt die Gelegenheit genutzt, auch die Gehwege sowie bis auf eine, die Bushaltestellen zu sanieren. Also sie barrierefrei umzubauen und mit neuen Wartehäuschen auszustatten. Baubeginn war am 11. Juli 2018, dann wurde der Abschnitt außerorts Klein-Karbens bis vor die Tore Rendels erneuert. Danach ging es ab dem Ulmenweg in entgegengesetzter Richtung bis zur Gehspitze weiter.

Weil die meisten Abschnitte im engen Ortskern verlaufen, wurde eine Vollsperrung angeordnet. Der Verkehr wurde größtenteils durch den Lindenweg umgeleitet. Eigentlich solle das Gesamtprojekt bis zum späten Frühjahr im vergangenen Jahr bereits beendet sein. Die ersten Abschnitte liefen nach Meinung aller kommunalpolitisch Verantwortlichen auch prima. Das lag sowohl daran, dass sich die Kanalbauarbeiten auf kleinere Abschnitte und Einzelbaustellen beschränkten, als auch daran, dass das Arbeitstempo der Firma Schütz als vorbildlich bezeichnet wurde. Man kam, auch bedingt durch das gute Sommerwetter und die weitgehend ausgebliebenen Winter, sogar schneller voran, als es der ursprüngliche Zeitplan vorsah. Doch ausgerechnet am achten und damit letzten Abschnitt kam das Gesamtprojekt in Verzug. Hier mussten zeitaufwendige und komplizierte Tiefbauarbeiten durchgeführt werden. Zudem stellte sich heraus, dass die Fahrbahn zwischen Rewe und Ortsausgang marode war und grundhaft erneuert werden musste. All das kostete Zeit. Doch nun ist das Ende der Arbeiten ganz nah. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare