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Nachbarschaftsstreit beschäftigt Stadt

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Karben (pe/bnk). Nachbarschaftsstreitigkeiten gibt es überall. Besonders gibt es Ärger um Bäume, die Laub abwerfen, von denen Pollen auf Nachbargrundstücke wehen oder Äste auf Autos fallen. Dutzendfach kennt man in der Stadtverwaltung solche Streitigkeiten. Die Nachbarn in einer Straße beschäftigen Stadtverwaltung und Stadtpolizei allerdings schon seit Jahren. Über den Ahornweg in Klein-Karben existieren ganze Aktenordner.

So berichtete die WZ in ihrer Ausgabe am 27. Juni vergangenen Jahres über ein Ehepaar, das die hochgewachsenen Bäume in der Straße als störend empfindet. Bei Sturm bögen sie sich bis zu ihrem Balkon hin, Äste brächen ab, und die Nadeln verdreckten Balkon, den Eingangsbereich ihres Hauses und die schmale Straße. Gemeint waren die Tannen auf dem gegenüberliegenden Grundstück.

Ein weiteres Ärgernis bildet eine etwa 40 Jahre alte Birke, die vor einem Privathaus in der Nachbarschaft daneben steht. Seit Jahren liegt das Ehepaar mit dem Hauseigentümer im Streit. Dieser wandte sich kürzlich an die WZ und beklagte sich über seinen Nachbarn. Seit Jahren sammele dieser Unterschriften dafür, dass die Birke beseitigt werde. Der Nachbar nehme sich auch heraus, dass er seinen Kericht und »das darin enthaltene Laub auch unseres Baumes täglich mittels Laubgebläse der Allgemeinheit« zuführe. Der Nachbar, der sich an die WZ gewandt hat, hat nach eigenen Worten inzwischen ein Video aufgenommen und bei der Stadt gezeigt. Man habe ihn zur Ordnungspolizei geschickt. »Aber dort war der Mann genauso bekannt wie auf der Stadt.

« Im Jahr 2011 sei ein Beauftragter der Stadt gekommen, um die Birke zu begutachten, weil der Nachbar behauptet habe, der Baum sei morsch und stelle eine Gefahr dar. Doch das Gutachten habe bestätigt, dass dies nicht der Fall sei. Der Ärger schwelt nicht nur zwischen den Nachbarn, sondern die Anwohner beklagen sich auch über die Stadt, die nicht eingreife.

Für Bürgermeister Guido Rahn sind die Vorgänge im Ahornweg nichts Neues. »Dieser Nachbarschaftsstreit beschäftigt uns schon sehr lange, und die Stadtpolizei ist schon öfter vor Ort gewesen«, teilt er auf WZ-Anfrage mit. Die Birke sei standsicher, und daher gebe es auch keinen Grund, sie zu fällen. Die Stadt habe im Ahornweg alle Nachbarn schon öfter auf ihre Straßenreinigungspflichten hingewiesen. Es nütze gar nichts, das Laub auf die Straße zu blasen, da die Anlieger auch für die Straßenreinigung zuständig seien. Die Stadt könne Nachbarschaftsstreitigkeiten dieser Art nicht lösen.

Das erklärt auch der Fachdienstleiter der Stadtpolizei, Uwe Axtmannm. Er hatte bereits im Juni darauf hingewiesen, dass man »da gar nichts machen« könne. Als die Beschwerde über die angeblich nicht standsichere Birke auf dem Nachbargrundstück gekommen sei, habe man einen Gutachter geschickt, »der den Baum als standsicher eingestuft hat«. Was die Tannenbäume auf dem gegenüberliegenden Privatgrundstück angehe, habe man gegen die Eigentümerin als Stadt gleichfalls keine Handhabe.

Axtman wies darauf hin, dass die Bäume im Ahornweg damals dicht an der Straße gepflanzt worden seien und heute dementsprechend viel größer geworden seien. »Die Rechtslage gibt es einfach nicht her, dass die Stadt hier eingreift«, sagt Axtmann, der die Nachbarschaftsstreitigkeiten gut kennt. Er führt diese auch darauf zurück, »dass die Leute nicht mehr miteinander sprechen«. Vielleicht könnte also eine Anwohnerversammlung mit allen Beteiligten helfen, die Probleme zu lösen.

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