Der Kreuzgassbrunnen im Ortskern von Groß-Karben ist im Juni bei diesem spektakulären Unfall zerstört worden. Die Stadt möchte das Bauwerk abreißen und durch einen neuen Brunnen ersetzen.
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Der Kreuzgassbrunnen im Ortskern von Groß-Karben ist im Juni bei diesem spektakulären Unfall zerstört worden. Die Stadt möchte das Bauwerk abreißen und durch einen neuen Brunnen ersetzen.

Totalschaden

Nach Unfall: Stadt will Kreuzgassbrunnen ersetzen

Ein Vierteljahrhundert hat der Kreuzgassbrunnen auf dem Platz des ehemaligen Eis-Rei in Groß-Karben gestanden. Ein Unfall im Juni hat ihn schwer beschädigt. Jetzt plant die Stadt den Abriss und einen neuen Brunnen.

Karben - Als Groß-Karben im Jahr 1993 sein 700-jähriges Bestehen feierte, kam die Idee auf, einen Brunnen zu bauen. Und zwar genau an der Stelle, an der einst eine alte Scheune gestanden hatte. Der Brunnen, der anlässlich der 700-Jahr-Feier gestiftet wurde, sollte an der Stelle, an der früher die Scheune von Seppel Junker gestanden hatte, bevor 1938 die Nazi-Horden die örtliche Synagoge und die Scheune des Juden Seppel Junker niederbrannten.

Ganz in der Nähe des berühmten Eis-Rei plätscherte der Brunnen seit 1995 fröhlich vor sich hin. 30 000 D-Mark hatte er seinerzeit gekostet.

Als die Bahnhofstraße und die beiden Plätze in der Ortsmitte dann komplett neu gestaltet wurde, war es für alle Seiten klar, dass der Kreuzgassbrunnen bestehen bleiben würde. Es wurde nicht nur das Pflaster des Platzes erneuert, sondern auch die Sitzbänke. Auf denen sitzen immer Kinder und Erwachsene und schlecken ihr Eis. Wie durch ein Wunder wirkt es dann, als das am späten Nachmittag des 3. Juni vergangenen Jahres nicht der Fall war. Da verlor ein älterer Karbener die Gewalt über sein Fahrzeug und raste zwischen den Pollern hindurch geradewegs in den Kreuzgassbrunnen.

Kreuzgassbrunnen Karben: Zwei der drei Fontänen zerstört

Fahrer und Beifahrerin blieben unverletzt, der spektakuläre Crash lockte viele Schaulustige an. Hinterher waren sich alle einig, dass es ein Riesenglück war, dass niemand auf den Bänken oder den Randsteinen des Brunnens gesessen hatte. Als das Auto abtransportiert war, konnte man sehen, dass die oberen Ringe des Brunnens zerstört waren.

Im weiteren Verlauf bestellte die Stadt einen Gutachter, die Versicherungen wurden aktiv. Der Gutachter hielt den Brunnen für nicht mehr reparabel. Der Bürgermeister sprach in einer Ortsbeiratssitzung bereits im vergangenen Jahr von einem Totalschaden. Zwei der drei Fontänen-Pilze waren bei der Kollision komplett zerstört worden, ein Teil der Umrandung demoliert, ebenso die Sitzbänke.

In diesem Februar erhielt die Stadt dann Geld von der Versicherung: immerhin 52 000 Euro. Darüber informierte Bürgermeister Guido Rahn (CDU) während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Groß-Karben. Er sagte auch, der Gutachter habe festgestellt, dass die Bausubstanz des Brunnen »nicht mehr gut« sei. »Die Stadt würde deshalb gerne den alten Brunnen abreißen und einen neuen bauen«, kündigte das Stadtoberhaupt an. Zunächst einmal wolle man einen Fachplaner beauftragen.

Kreuzgassbrunnen Karben: Brunnen nicht zum Dorffest fertig

Zurzeit sei der Fachdienst auf der Suche nach einem Experten für Brunnenbau, der einen Plan entwerfen könne. Auf die Frage der Ortsbeiräte, ob der neue Brunnen bis zum Dorffest im Juli stehen werde, antwortete Rahn mit nein.

Das sei auf keinen Fall zu schaffen. Zunächst müsse ein Plan erarbeitet und dann im Ortsbeirat vorgestellt und diskutiert werden. Wann genau das sein wird, vermochte der Bürgermeister noch nicht zu sagen.

Für die Stadtoberen ist klar, dass die von der Versicherung jetzt an die Stadt überwiesenen 52 000 Euro nicht ausreichen werden. »Wir werden für den neuen Brunnen schon etwas mehr ausgeben, aber übertreiben wollen wir auch nicht«, kündigte er an.

Nun warten Ortsbeirat und Bürger, wie die Pläne aussehen werden. Vielleicht werden sie ja beim Dorffest ausgehängt.

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