"Hier ist kein Durchgang", sagen (von links) Kerstin Thies, Claudia Hartmann und Anke Milnik neben der Petterweiler Lilienwaldschule. FOTOS: HOLGER PEGELOW
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"Hier ist kein Durchgang", sagen (von links) Kerstin Thies, Claudia Hartmann und Anke Milnik neben der Petterweiler Lilienwaldschule. FOTOS: HOLGER PEGELOW

Das Tor muss immer geschlossen sein

  • Holger Pegelow
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Karben(pe). Kerstin Thies schließt das Tor auf. "Wir sehen zu, dass das hier immer geschlossen ist", sagt die Leiterin der Lilienwaldschule in Petterweil. Und das hat seinen Grund, denn die Schulleiterin möchte verhindern, dass der Weg neben ihrer Schule als Abkürzung genutzt wird. Aber seit das Tor ständig geschlossen ist, gibt es Proteste von einigen Petterweilern. "Sie sehen es quasi als Gewohnheitsrecht an, dass sie hier durchlaufen können", sagt CDU-Ortsbeirätin Anke Milnik. "Ich bin mehrfach angerufen worden deswegen." Erklären tut sie sich das damit, dass sie früher Elternbeirätin der Schule war. Denn bei Ortsvorsteher Adolf Koch (SPD) ist das Thema noch nicht aufgeschlagen, wie er sagt.

Dass es Beschwerden gibt, ist aus Sicht mancher nur allzu verständlich. Wer jenseits der Sauerbornstraße wohnt und zum Einkaufen in den "Nahkauf" geht, kürzt gerne über den Weg neben der Schule ab. Das ist auch gut möglich, denn neben der Sporthalle führen einige Stufen nach oben, dann geht es leicht geradeaus weiter bis zur Ysenburger Straße. Das ist eine beliebte Abkürzung, wissen die Verantwortlichen. Auch Schulleiterin Thies hat nach eigenen Angaben Anrufe erhalten von verärgerten Petterweilern. "Aber gerade jetzt dürfen pandemiebedingt keine Eltern aufs Schulgelände", betont sie.

Und der Weg neben der Schule gehöre nun mal zum Schulgelände. Ein Schild weist am Aufgang neben der Sporthalle in der Tat darauf hin. Beachtet zu werden scheint es freilich wenig. Auch nicht von Jugendlichen, die sich dort an den Tischtennisplatten getroffen haben. "Am nächsten Tag musste der Hausmeister dort Scherben von zerbrochenen Flaschen aufheben." Das sei zweimal pro Woche passiert.

Zudem würden dort gerne Spaziergänger mit Hunden durchlaufen. "Die lassen ihre Vierbeiner ihr Geschäft verrichten", berichten Thies und Claudia Hartmann von der Nachmittagsbetreuung. "Mit den Handys am Ohr sind hier auch viele durchgelaufen", weiß die Schulleiterin, "dabei gibt es in der Schule ein Handy-Verbot". Hartmann ergänzt: "Wir wollen die Kinder hier schützen. Es will ja niemand, dass Fremde durch den Garten laufen", macht sie die Problematik deutlich.

Schild angebracht

Nun hat der Kreis am Tor ein Schild angebracht, das darauf hinweist, dass der Weg von 17 bis 7 Uhr gesperrt ist. "Die Zeitangabe ist verwirrend", findet CDU-Ortsbeirätin Milnik. Die Schulleiterin meint dazu, dass man nicht habe alle vor den Kopf stoßen wollen. Nach kurzer Diskussion kommt man gemeinsam zu dem Schluss: Die Uhrzeiten werden abgeklebt. Und was sagt der Wetteraukreis als Schulträger dazu?

Sprecher Michael Elsaß betont, der Kreistag habe kürzlich die Verwaltung beauftragt, zu prüfen, an welchen Schulen wegen Vandalismus Zäune gezogen werden müssten. Zunächst werde es eine Bestandsaufnahme geben. "Und dann wird geprüft, wo es Sinn macht, einen solchen Zaun aufzustellen." Die drei Petterweilerinnen wissen die Antwort schon.

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