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Lars Nieminen ist Tontechniker, Komponist und Musiker. Seit zwei Jahren lebt er in Burg-Gräfenrode, wo er die Natur und Ruhe genießt.

Junger Künstler

Musik ist Dialog und Vielfalt

  • vonChristine Fauerbach
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Mit anderen Musik zu machen, am liebsten mit Instrumenten auf einer Bühne, dafür schlägt das Herz von Lars Nieminen. Das kreative zu Hause des 24-Jährigen Finnen ist in Burg-Gräfenrode.

Ich wusste schon immer, dass ich Musik machen wollte«, sagt Lars Nieminen. Schon früh lernte er Geige und Cello, dann Klavier. Seine Mutter spielt Saxofon, sein Vater Gitarre. »Gitarre spielen habe ich mir selbst beigebracht«, erzählt der 24-Jährige.

Geboren und aufgewachsen ist er in Finnland und Bielefeld. »Meine Mutter kommt aus Oerlinghausen bei Bielefeld, mein Vater aus der alten Hafen- und Industriestadt Pori am Fluss Kokemäenjoki in Südwestfinnland.« Die musikbegeisterten Eltern lernten sich beim Studium in Vaasa kennen.

Entspannen in Finnland

»Finnland ist ideal um zu entspannen«, schwärmt er. Vor allem im Sommerhaus. Als 13-Jähriger fängt er an in verschiedenen Rock-Bands zu spielen. Sieben Jahre lang ist er Gitarrist der Band »Inside Basement«. Und nimmt neben Schule und Band Schlagzeugunterricht und spielt Hockey. Nach dem Abitur 2017 kommt er nach Frankfurt um am Abbey Road Institute ein Jahr Musikproduktion und Tontechnik zu studieren. Hier lernt er das Aufnehmen, Mischen und Produzieren. Nebenbei spielt und komponiert er.

Für die Latinband »Los Pochos« produziert er in Los Angelos die Latin-Folk-Single »Bamboleo«. »Nach dem Diplom habe ich eine Stelle als Tontechniker im Tigerpalast bekommen. Seit zwei Jahren lebt er in Burg-Gräfenrode. »Ich fühle mich in Frankfurt und in Karben wohl.

Die Ruhe und Natur erinnert mich an Oerlinghausen.« Musikalisch inspiriert werde er von Leuten wie dem schwedischen Jazzpianisten Svensson und Werken des finnischen Komponisten Jean Sibelius. »Meine großen Vorbilder sind schon immer der Drummer Michael »Nicko« Henry McBrain von der Band Iron Maiden und der verstorbene Schlagzeuger Cozy Powell von der Band Rainbow.«

Wer in einer Band spiele, beginne meist irgendwann eigene Songs zu spielen, aber »komponieren muss einem liegen«, sagt Lars Nieminen. Die Grundlagen fürs Komponieren habe er im Musikleistungskurs vermittelte bekommen. Gern erinnert er sich an das, wie sein »genialer Musiklehrer« Georg Rox ihnen Rock- und Jazztheorie vermittelt habe.

Harmonie und Technik im Blick

Derzeit arrangiert Lars Nieminen unter anderem am Mischpult die Streicher und Klavier für die Filmmusik von RUN und mischt die Musik ab. Kollege Patrick Bohlender, den er im Studium kennenlernte, sitzt am Klavier und spielt, Lars Nieminen hört zu, achtet auf Klang, Harmonie und Technik der Kompositionen. Die Zusammenarbeit des Duos klappt sehr gut. »RUN ist mein erstes Filmprojekt. Es ist total spannend, die Filmszenen zu bekommen und sie zu sehen. Ich notiere mir das Geschehen, Stimmungen und Emotionen, versuche die Szene mit Musik zu unterlegen, die ich auf dem Klavier spiele«, erzählt der Musik-Profi. »Verblüffend ist immer wieder zu sehen und hören, dass eine fertige Szene mit Musik ganz anders ist als zuvor, obwohl sich die Bilder nicht verändert haben.«

Nebenbei arbeitet er an den sechs Titeln für ein Album der Band »Schneegestöber«, das im Winter 2021/22 erscheinen soll. Die Songs, die bis zum Sommer fertig sein müssen, decken die Sparten Filmmusik, Trip-Hop und experimentelle Musik ab.

Gerade ist Lars Nieminen mit seiner Schneegestöber-Geschäftspartnerin Mira Laureen, mit der er und Partnern in Coburg die Albert & Victoria-Studios gründeten, vom Fotoshooting fürs Album aus dem Hunsrück zurückgekommen. »Der Austausch findet meist digital statt. Der Lockdown ist für alle Musiker schrecklich, denn Musik ist Dialog.«

Lars Nieminen spielte bereits als Schüler in einer Schul-Big-Band mit und bedauert, dass die Musikindustrie immer technischer und digitaler wird.

»Ich höre gern Platten, arbeite mit Tonband und analogen Geräten. Das ist meine kleine Mikro-Revolution gegen den Trend. Je digitaler alles wird, desto unpersönlicher ist es.« Deshalb will er wieder mehr Cello spielen und Saxofon lernen, Filmmusik komponieren und seine eigenen Musikprojekte weiterverfolgen.

Musikprojekt im Internet

Der Tontechniker und Schlagzeuger Lars Nieminen kann für Aufnahmen gebucht werden. Infos zu seinem Internet-Schneegestöber-Projekt gibt es nach und nach auf der Homepage des Musikprojekts www.scheegestoeber-official.com. cf

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