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Der Müll und die netten Helfer

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Viel Betrieb ist zu den Öffnungszeiten des Karbener Recyclingshofes.(Foto: sur)
Viel Betrieb ist zu den Öffnungszeiten des Karbener Recyclingshofes.(Foto: sur) © Sybille Ullrich

Karben (sur). Hochsaison für die Mitarbeiter des Recyclinghofs in Karben: Sie packen mit an, wenn Lieferanten Grünschnitt bringen. Sie dirigieren die Müllentsorger von Container zu Container. Sie kassieren die Gebühren. Eng ist’s auf dem Areal. Ein Ausbau des Geländes ist geplant.

Schon bei der Einfahrt ist kein Weiterkommen, die Autoschlange vor dem Recyclinghof Karben bewegt sich nur langsam. Am Tor begrüßt ein Mitarbeiter, zu erkennen an seinem roten Shirt, die Menschen, die kommen, um ihren Müll abzuliefern. Er fragt, was entsorgt werden soll und gibt Tipps, wo der richtige Container steht. Dadurch wird die Autoschlange vorsortiert und bereits an die günstigsten Stellen zum Ausladen geleitet. Direkt nach dem Feiertag ist das Aufkommen am vergangenen Freitag hoch, denn viele haben die Zeit genutzt, um im Garten oder im Haus »klar Schiff« zu machen.

Viele bringen Grünschnitt oder frisch abgemähten Rasen zum Entsorgen. Aus anderen Kofferräumen werden Sperrmüll und viele gelbe Säcke ausgepackt. Bei dem schönen Sommerwetter geraten die Lieferanten ins Schwitzen. Dem Leiter des Recyclinghofs Dieter Leonhardt tropfen Schweißperlen über die Stirn. Immer wieder ruft er über den Hof und dirigiert die suchenden Menschen mit ihrem Müll zur richtigen Stelle. »Die Regalteile kommen zum Sperrmüll, dies da gehört zum Elektroschrott.«

Vieles kann ohne Gebühr entsorgt werden: Papier, Pappe und Kartonagen, Elektrogeräte und Energiesparlampen, Altholz, Metall, weißes und buntes Glas, Plastik, alte Kleider und Korken. Für einige Sachen wie Bauschutt, Sperrmüll, Grünabfall und Reifen fallen Gebühren an. Spermüll kostet zwölf Cent je Kilo, Bauschutt fünf Cent und Grünabfall drei Cent; abgerechnet wird jeweils pro Kilo.

Schlange ist üblich

»Zwar ist der Recyclinghof nach einem Feiertag besonders frequentiert, bei uns ist jeden Tag viel los«, sagt Leonhard. An Wochentagen ist »die übliche Rushhour« von 14 bis 16 Uhr, samstags sei es von morgens bis mittags »wirklich heftig«. Wartezeit sei vor allem am Wochenende üblich.

Neben Leonhard sind neun Mitarbeiter beim Karbener Recyclinghof beschäftigt. Sie haben alle Hände voll zu tun. Die Aufgaben an dem Recyclinghof haben sich über die Jahre verändert. Leonhard erklärt: »Heute wird mehr wiederverwendet, deshalb muss mehr kontrolliert werden.

« Auf der einen Seite seien die Bürger viel bewusster und lieferten mehr Abfälle zum Recyclinghof als diese einfach in den Hausmüll zu geben. Auf der anderen Seite seien die Verwertungsmöglichkeiten gestiegen. »Vieles von dem, was früher im Bauschutt gelandet ist, kann heute sortiert und weiterverwendet werden.«

In der Wetterau gibt es zehn Recyclinghöfe, von Butzbach bis Gedern und Echzell bis Karben. Eine Besonderheit gibt es in Glauburg, dort ist die Elektrogeräte Entsorgungswerkstatt (EEW), die Elektrogeräte auch in großen Mengen entsorgt. Alle anderen Recyclinghöfe nehmen haushaltsübliche Mengen an. In Echzell können asbesthaltige Baustoffe, kohlenteerhaltige Produkte und künstliche Mineralfaserwolle entsorgt werden. In Niddatal können Erdmischungen und Wetterauer Kompost gekauft werden.

Der Karbener Recyclinghof gerate immer mehr an seine Kapazitätsgrenzen. »Für Außenholz sind zwei Container notwendig und ein Container für die gelben Säcke sind zu wenig.« Besonders fordere der Grünschnitt heraus. »Wir haben hier bis zu 15 Container Grünes pro Woche«, verrät Leonhard. An diesem Freitag ist der Container nur drei Stunden nach Öffnung so voll, dass Mitarbeiter versuchen Zweige und Grünabfälle zusammenzupressen: Sie klettern in den Behälter und stampfen den künftigen Kompost ein. »Wir haben keinen Platz mehr«, sagt Leonhard.

Der Ausbau des Recyclinghofs ist vorgesehen. Die Pläne sind gemacht. Die Stadt Karben hat das hinter dem Recyclinghof liegende Gelände gekauft. »Die Pläne für den Ausbau hängen schon an der Wand«, berichtet Leonhard. Warum es nicht vorangehe, könne er nicht sagen. Das liege an der Kommunalpolitik. Er rechnet fest damit, dass die Ausbaupläne umgesetzt werden.

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