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Lena Wilcke liebt es Tuba zu spielen. Seit einigen Jahren ist sie Teil des Jugendorchesters Attacca und spielt in der Karbener Stadtkapelle. Ihre Musik führt sie ab September nach Namibia in ein Entwicklungshilfeprojekt.

Mit Musik in Namibia begeistern

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Lena Wilcke hat Pläne: Nach ihrem Abitur an der Kurt-Schumacher-Schule will die 18-Jährige Karbenerin für ein Jahr als Freiwillige in Namibia im Einsatz sein. Was das mit Musik zu tun hat?

Ab 1. September werde ich für ein Jahr einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst weltwärts in Namibia machen. Dort werde ich überwiegend benachteiligte Kinder und Jugendliche in einer Musikschule unterrichten. Diese Musikschule heißt YONA (Youth Orchestras of Namibia) und setzt sich mithilfe von Musikunterricht und musikalischer Ensemblearbeit für soziale Integration und kulturelle Bildung ein. Ziel ist es in erster Linie, Kinder aus schwierigen Verhältnissen zu erreichen, aber natürlich kann sich auch jedes Kind für den Unterricht bei YONA bewerben.

Mein bisheriges Leben habe ich in Karben verbracht. In meiner Freizeit treibe ich viel Sport, wie beispielsweise Leichtathletik bei der TG Groß-Karben, bis vor ein paar Jahren habe ich noch geturnt. Außerdem tanze ich HipHop in der Tanzschule Breidert. Neben dem Sport engagiere ich mich in der Schülervertretung der Kurt-Schumacher-Schule (KSS), dort habe ich das Amt der Schulsprecherin inne.

Musik als Leistungskurs

Zurzeit bin ich mit dem Lernen fürs Abitur beschäftigt. Die schriftlichen Prüfungen liegen hinter mit. Diese Woche ist noch eine fachpraktische Prüfung in Musik. Meine Leistungskurse sind Musik und Physik. Mitte Juni sind dann die mündlichen Prüfungen.

Durch Corona fällt leider vieles weg, was normalerweise zur Schule dazugehört, wie beispielsweise normaler Unterricht, Abschlussfahrten, Abi-Streiche und einiges mehr. Ob unsere Abi-Gala stattfinden kann, steht auch noch in den Sternen. Bei all den Ungewissheiten weiß ich allerdings genau, was ich nach dem Abitur machen werde: Den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst. Ich freue mich auf die musikalische Arbeit mit den Kindern im Projekt in Namibia.

Beim gemeinsamen Musizieren können sich die Kinder über ihre Musik in der Gruppe erleben und definieren und nicht über soziale oder kulturelle Stigmatisierungen, die sie in ihrem Alltag erfahren. Genau deshalb ist dieses Projekt perfekt für mich. Ich helfe gerne anderen Menschen und habe ich eine große Leidenschaft für die Musik. Man kann durch Musik kommunizieren, sich ausdrücken und Gefühle verarbeiten und das, ohne ein Wort zu benutzen. Musik ist eine Sprache für sich, die jeder auf der Welt versteht und genau das liebe ich an Musik und an dem Projekt des Jugendorchesters in Namibia.

Geplant ist, dass ich Kindern beibringe Blockflöte zu spielen, Auch Musiktheorie und noch einige anderen Sachen sollen sie von mir lernen. Ich selbst spiele seit einigen Jahren in der Stadtkapelle Karben Tuba und auch im Jugendorchester Attacca der KSS. Ich freue mich sehr, dass ich meine Leidenschaft für die Musik und auch all meine Erfahrungen mit neuen Menschen teilen darf und auch eine komplett neue Kultur kennenlernen kann. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet und freue mich auf eine unvergessliche Zeit.

Diese Reise werde ich nicht komplett allein organisieren, da dieses Projekt von der Trägerorganisation »Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e. V.« unterstützt wird und ich dann von dieser Organisation aus meinen Freiwilligendienst absolvieren werde. Ich habe die Organisation durch Zufall entdeckt, als ich im Internet ein bisschen nach einem Auslandsjahr geschaut habe. Ich habe mich dann über ein Onlineportal der Organisation beworben und mich riesig gefreut, als ich ein paar Monate später die Zusage bekam.

Der Verein »Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners.« ist eine der Trägerorganisationen des Programms »weltwärts«, die sich fast komplett durch Spenden finanziert und die verschiedensten Projekte auf der ganzen Welt unterstützt. Diese Unterstützung basiert auf Spenden, weshalb die Freiwilligen für ihren jeweiligen Dienst einen Richtsatz an Spenden sammeln müssen, der die Anreise und den Aufenthalt im Gastland ermöglicht.

Seminare zur Vorbereitung

Zudem werden die Freiwilligen vor, während und nach dem Auslandsaufenthalt unterstützt. Zur Vorbereitung nimmt man an zwei Vorbereitungsseminaren teil. Eines ist drei Tage lang und dann gibt es noch ein zweites Seminar, das einige Wochen vor der Ausreise terminiert ist.

Dieses Seminar geht dann zehn Tage. Es dient dazu sein Gastland und auch andere Freiwillige kennenzulernen und sich auf die Zeit vorzubereiten. Es gibt auch ein Nachbereitungsseminar, bei dem dann Erfahrungsberichte ausgetauscht werden.

Gefördert wird der Freiwilligendienst vom das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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