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Zoe ist mit ihrer acht Monate alten Hündin Flora zum Kurs gekommen.

Mit Führerschein an der Leine unterwegs

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Karben . Sam ist geduldig. Um ihn herum wuseln einige Kinder und ihre Hunde. Sam ist der Hund von Yvonne Kern und an diesem Samstag ihr Co-Trainer. Denn Kern bietet als Workshop des Karbener Mütter- und Familienzentrums einen Kurs für Kinder und Jugendliche an, in dem sie lernen mit Hunden besser zu kommunizieren.

»Wie kommuniziert ein Hund«, will Kern von den jungen Tierfreunden wissen. Nun ist Hunde-Wissen gefragt. Schnell wird klar, wie informiert und interessiert die Kinder sind, jeder weiß etwas über den Umgang mit dem geliebten Vierbeiner.

Kern zeigt Bilder von verschiedenen Hunden. Die Kinder beschreiben nun, was der Hund möchte und wie er sich gerade fühlt. »Es ist wichtig zu verstehen, wie sich der Hund fühlt, um zu wissen was er möchte. Das vereinfacht das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund und vermeidet Unfälle«, erklärt Yvonne Kern.

Viel ausprobieren

Nun ist Co-Trainer Sam dran. Nacheinander nähern sich die Kinder dem Tier, genau so wie es die Hundeexpertin erklärt hat. Dann wird’s sportlich: Kern fordert sich mit Sam ein Wettrennen zu liefern. »Ihr seht, es bringt nichts vor einem Hund wegzurennen. Der Hund ist schneller«, sagt Yvonne Kern.

Jetzt ist es an der Zeit, das Gelerte mit dem eigenen Hund auszuprobieren. Die neunjährige Zoe hat ihre Hündin Flora mit zum Kurs gebracht. »Sie ist sechs Monate alt und sie zieht immer son an der Leine«, erzählt die junge Hundehalterin. »Ich möchte, dass Flora und ich besser zusammenarbeiten und wir bei dem Kurs ganz viel von den anderen lernen.«

Zoe versucht Flora die »Tricks«, die sie von Yvonne Kern gelernt hat näherzubringen. Damit das ganze einfacher funktioniert werden die Hunde mit Hundekeksen trainiert. Wenn der Trick ausgeführt wurde, bekommen sie einen Keks. »Dadurch merken sie sich die Kommandos des Herrchens besser«, weiß Kern. Ihr Sam ist auch wieder begehrter Partner der jungen Hundefreunde, die mit ihm die Tricks ausprobieren.

Den Hund verstehen

Kern präsentiert den Teilnehmerinnen eine andere Übung: Sie sollen ausprobieren und spüren, wie schwierig es ist, wenn man sein Gegenüber nicht versteht. In Kleingruppen schlüpft ein Kind in die Rolle des Herrchen und das andere ist der Hund. Nun gilt es ohne zu sprechen, den »Hund« dazu zu bekommen, das zu machen, was sie möchten. Das ist gar nicht so einfach. Nun können sie nachvollziehen, warum der eigene Hund manchmal nicht weiß was Sache ist. Das sehen auch Pauline (10) und ihre jüngere Schwester Viktoria (6) so. Sie haben ihren Hund Nico vor acht Monaten vom Tierschutz bekommen. Sie erhoffen sich eine bessere Interaktion mit ihrem Hund und dass er lerne, ein bisschen mehr auf ihre Anweisungen zu hören. Die Schwestern fänden es auch toll, wenn Nico am Ende auch den ein oder anderen Trick können würde. Denn sie sind begeistert, was Sam alles kann. Die jungen Hundeliebhaber sind stolz und motiviert ihr neues Wissen mit anderen zu teilen.»Genau das ist auch das Ziel dieses Kurses«, sagt Yvonne Kern. Es sei schön zu sehen, wie die Kinder das Beste aus sich und ihrem Hund rausholen wollen. »Hunde sind unglaublich. Ich mache diesen Kurs, um das weiterzugeben was ich mit Sam erfahren habe. Die Kinder sollen früh lernen, wie liebevoll Hunde sind und dass sie mehr sind als nur ein Hund.« Lena Wilcke

Der Hundeführerschein ist in etwa so was wie der Fahrradführerschein. Ziel des Kurses ist es, den richtigen Umgang mit dem Hund zu lernen, sodass Biss-Unfälle vermieden werden und den Kindern Angst vor dem Hund genommen wird. Kinder, die einen Hundeführerschein haben, haben gelernt das Tier zu verstehen. In dem Kurs sind die wichtigen Verhaltensweisen angesprochen worden. Als Bestätigung gibt’s den Hundeführerschein.

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