Die gelernte Gärtnerin und studierte Garten- und Landschaftsarchitektin Melanie Jakob ist die neue Umweltschutzbeauftragte der Stadt.
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Die gelernte Gärtnerin und studierte Garten- und Landschaftsarchitektin Melanie Jakob ist die neue Umweltschutzbeauftragte der Stadt.

Umweltschutz

Melanie Jakob ist neue Umweltschutzbeauftragte der Stadt Karben

  • vonJürgen Schenk
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Gesucht, gefunden: Zwei Jahre war die Stelle der Umweltschutzbeauftragten bei der Stadt Karben vakant. Seit dem 1. August begleidet diesen Posten wieder eine Frau: Melanie Jakob aus Altenstadt.

Was sich vorher Klimaschutzmanagerin nannte, läuft nun unter dem Ressort Sachbearbeiterin für Umwelt- und Naturschutz. Der Aufgabenbereich für die neue Umweltschutzbeauftragte Melanie Jakob ist damit ungleich größer geworden. Die 28-Jährige, deren Herz für die heimische Wetterau schlägt, hat schon einiges davon in Angriff genommen. Gespräche mit den Karbener Umweltschützern von NABU und BUND, mit Jagdpächtern und Landwirten gehörten zum Auftaktprogramm. Vom Zustand der zahlreichen Streuobstwiesen rund um die Stadt verschaffte sie sich ein eigenes Bild. Bald sollen erste Projekte folgen, Pläne dafür existieren bereits. Bei deren Umsetzung sollen alle in ein Boot geholt werden.

Nach einem ersten Kennenlernen waren die Leute vom BUND von der jungen Frau angetan. Und bei der Stadt genießt sie die Möglichkeiten einer unbefristeten Vollzeitstelle. Für Jakob ist das ideal, um sich in ihr neues Aufgabengebiet hineinzuarbeiten. Sie möchte »Dinge in Bewegung bringen und schon Erreichtes für die Zukunft bewahren«.

Umweltschutz in Karben: Handlungsbedarf an Streuobstwiesen

Auf einen solchen Job hat sie sich sieben Jahre lang vorbereitet: Drei Jahre machte sie eine Ausbildung zur Gärtnerin, daran schloss sich ein Studium zur Garten- und Landschaftsarchitektin an der Hochschule in Geisenheim an. Ihre Bachelorarbeit schrieb Jakob über Gefährdung, Schutz und Entwicklung von Streuobstwiesen im Wetteraukreis. Was könnte für Karben passender sein?

»Mir war es wichtig in der Region zu bleiben«, sagt sie. »Der Zustand der Karbener Streuobstwiesen sieht gut aus. An manchen Orten gibt es aber auch Handlungsbedarf. Stellenweise hängen die Bäume sehr voll, so dass die Äste auf den Boden reichen. Das erschwert die Mäharbeiten. Auch der Brombeer- und Brennnesselwuchs ist dort sehr stark.«

Bei der Umsetzung von Umweltzielen müssten alle Beteiligten bereit sein, Kompromisse einzugehen. »Die Arbeit ist vielfältig und es ist interessant, so viele Leute kennenzulernen.«

Umweltschutz in Karben: Naturlehrpfad geplant

Für Großes wurde zuletzt im Stadtparlament der Weg geebnet: Ein Umwelt- und Naturlehrpfad soll entstehen, der nicht nur den Karbener Wald betrifft. Neuralgische Naturerlebnispunkte, versehen mit Infotafeln, sind in der ganzen Gemarkung geplant. Ludwigsquelle, Pfingstweide, Nidda-Renaturierung in Groß- und Klein-Karben, Streuobstwiesen, Blühstreifen, Wald - es gibt sicher einige Plätze in der Gemarkung, die dafür in Frage kommen. Entstanden ist die Idee bei einer Besichtigung des alten Naturlehrpfades im Stadtwald.

»Unsere Landschaft ist aber mehr als nur der Wald«, sagt Bürgermeister Guido Rahn. »Wir wollen mit dem Projekt die Vielfalt aufzeigen und Verständnis für die Natur wecken.« Andere Projekte sind unter anderem die Installation von Nistkästen an mehreren Bäumen. Für ein Mähgerät wird auf einer Obstwiese der passende Unterstand gebaut. Außerdem soll unweit der Skateranlage im Industriegebiet, auf einem künstlich angelegten Hügel, eine Art Aussichtspunkt mit Sitzbank entstehen.

Umweltschutz in Karben: Ärger über Müll in Wald und Flur

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und das liegt derzeit vor allem an der zunehmenden Vermüllung von Wald und Flur. Rahn ärgert sich: »Einige scheinen seit Corona darin ein neues Hobby entdeckt zu haben. Aber das geht alles auf Kosten der Stadt, und wir werden Maßnahmen dagegen ergreifen.«

Auch mit solchen Problemen wird sich Jakob nun beschäftigen müssen. Doch am nötigen Rückenwind vom Chef fehlt es nicht. »Wir glauben, dass wir mit ihr die Richtige gefunden haben. Nach sechs Wochen hat sie schon einiges bewegt.«

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