Im Mai geht’s los

Meikel Pedrana kocht im Geibelhof Karben

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Eines der ältesten Gebäude der Stadt, das Peter-Geibel-Haus, hat neue Eigentümer. Und ab Ab Mai wird dort der aus Funk und Fernsehen bekannte Koch Meikel Pedrana den Löffel schwingen.

Die Stimmung ist gut an diesem frühen Abend, als sich die neuen Eigentümer des Geibelhofes, Zita Molnar und Rolf Wimmer, mit dem Koch Meikel Pedrana in der Küche treffen. In diesen Tagen ist noch vieles zu besprechen, denn die Eröffnung des Gastrobetriebes im historischen Anwesen steht kurz bevor. Man lacht und plaudert. Ums Miteinander scheint es bestens bestellt. Das ist eine gute Voraussetzung für ein gemeinsames Projekt. Denn am 1. Mai wollen der Koch und die neuen Eigentümer loslegen.

Das war vor einem dreiviertel Jahr noch gar nicht absehbar. Das Anwesen gehörte noch Klaus von Frieling, der Käufer für das historische und unter Denkmalschutz stehende Geburtshaus des Wetterauer Mundartdichters suchte. Als Zita Molnar und Rolf Wimmer nach einem neuen Zuhause suchten, wurde die 49-Jährige auf das Anwesen in Klein-Karben aufmerksam. "Mein Mann war zuerst skeptisch. Aber als wir das Haus dann besichtigt haben, war er sofort geflasht", sagt Zita Molnar. "Wir haben dann gesagt: Das isses." Im August vergangenen Jahres wurde der notarielle Kaufvertrag unterschrieben.

Von Frieling feiert Abschied

Da war allerdings noch nicht klar, was aus der Gastronomie werden würde, die von Frieling jahrelang betrieben hat. An drei Tagen der Woche öffnete er Hof und Anwesen. Bei einem guten Glas Wein und einigen Speisen konnten die Gäste vom Alltag entschleunigen.

Doch eines schönes Tages war es soweit: Der langjährige Hausherr des historischen Gebäudes feierte Abschied. Als Gäste waren nicht nur die neuen Eigentümer da, sondern auch Koch Meikel Pedrana. Der hatte bei von Frieling schon des öfteren bei verschiedenen Gelegenheiten gekocht oder gegrillt.

Management-Erfahrung

Man kam ins Gespräch und beschloss, die Gastronomie wieder aufleben zu lassen. Die beiden Neuen haben einiges an Management-Erfahrung: Er hat bereits als Manager und Geschäftsführer gearbeitet, ist als Unternehmensberater bei einem Start-up angestellt, sie ist im Management bei der Deutschen Bahn. "Wir bringen Erfahrung im Bereich Beratung und Organisation mit", sagen die neuen Eigentümer.

Also beschloss man, mit dem bekannten Koch gemeinsam an den Neustart zu gehen. Allerdings nicht ohne Umbauten. Und so gleicht die ehemalige Scheune einer Baustelle. Die Küche ist komplett entkernt und wird in diesen Tagen neu aufgebaut. Die Theke wird aus der hinteren Ecke geholt und künftig mobil sein. "Wir können sie an warmen Tagen nach draußen in den Hof schieben", freuen sich Wimmer und Pedrana. "Das Ambiente innen verändert sich", sagen die beiden.

Regionale Lebensmittel verarbeiten

Weniger verändern wird sich im Hof, in dem die Gäste ab Mai wieder an Holztischen Platz nehmen können. Dagegen wird die Speisekarte kaum wiederzuerkennen sein. "Es bleibt das Altbewährte wie etwa die Flammkuchen drauf", sagt der Koch. "Ansonsten wollen wir Crossover-Küche und viele saisonale Gerichte anbieten." Wichtig sei ihnen, dass viele regionale Lebensmittel verarbeitet werden. Mit heimischen Landwirten sei man in intensiven Gesprächen. "Wir wollen zuerst Lebensmittel aus der Region verarbeiten."

Die Karte werde so gestaltet, dass die Speisen mehr seien als nur Begleiter zum Wein. Pedrana: "Bei uns soll sowohl die Oma als auch der Enkel etwas finden. Und Vegetarier auch." Zudem sei geplant, ungarische Küche einfließen zu lassen. Zita Molnar hat ungarische Vorfahren.

Essen und Kultur

Zur erweiterten Küche kommt, dass die neuen Eigentümer und der HR-Koch auch kulturell etwas anbieten wollen. "Wir könnten uns Kleinkunst und Musik vorstellen, vielleicht mal eine Lesung", sagt Rolf Wimmer. Sie haben auch beschlossen, dass der Geibelhof für Hochzeiten als Außenstelle des Standesamtes bestehen bleibt. So können sich Paare weiterhin in dem historischen Ambiente trauen lassen und dann mit Familie, Freunde und Verwandten dort gleich feiern.

Für diejenigen, die von weiter her anreisen, stehen übrigens Zimmer zur Verfügung. In dem Nebengebäude haben die neuen Eigentümer nämlich Apartements mit insgesamt acht Betten eingerichtet. Bei all dem Neuen wird eines übrigens bestehen bleiben: Die Weine wird der nach Wiesbaden umgezogene Klaus von Frieling weiterhin aussuchen und liefern.

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