Zu Besuch auf dem Margarethenhof (v. l.): Karl Wilhelm Kliem zeigt den FDP-Politikern Peter Heidt, Andrea Rahn-Farr, Oliver Feyl und Jörg-Uwe Hahn den Betrieb. 	 FOTO: PRIVAT
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Zu Besuch auf dem Margarethenhof (v. l.): Karl Wilhelm Kliem zeigt den FDP-Politikern Peter Heidt, Andrea Rahn-Farr, Oliver Feyl und Jörg-Uwe Hahn den Betrieb. FOTO: PRIVAT

Mehr Anerkennung gefordert

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Karben (pm). Der FDP-Landtagsvizepräsident Jörg-Uwe Hahn besuchte zusammen mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Peter Heidt, dem Karbener FDP-Stadtverordneten Oliver Feyl sowie dem Mitglied im Wetterauer FDP-Kreisvorstand und gleichzeitig Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Wetterau-Frankfurt/Main, Andrea Rahn-Farr, den Margarthenhof in Karben, um sich über die Entwicklungen nach dem Großbrand zu informieren.

Der landwirtschaftliche Betrieb, der unter anderem Eier produziert und in Kloppenheim in einem eigenen Hofladen vorrangig regionale und eigens angebaute Produkte verkauft, beschäftigt über 40 Mitarbeiter. Im Herbst 2018 ereilte den Traditionsbetrieb ein Unglück: Zwei von vier Hühnerställen in der Anlage, die direkt neben der B 3 zwischen Bad Vilbel und Karben liegt, brannten nieder. Rund 5000 Legehennen kamen bei dem Großbrand ums Leben.

Neuer Stall für Legehennen

»Der Brand war für uns ein großer Schock, damit hätten wir nie gerechnet. Noch heute denken wir oft an diesen schlimmen Tag, wir waren so unendlich hilflos«, berichtete der Gesellschafter des Margarethenhofs, Karl Wilhelm Kliem. Er stellte den 2019 neu errichteten Legehennen-Volierenstall vor: »Durch einen innovativen Wärmetauscher und einen Sprühkühler sorgen wir dafür, dass der Stall sowohl im Sommer als auch im Winter über eine für die Hühner angenehme Temperatur verfügt. Sobald die Hennen die Eier gelegt haben, werden diese vollautomatisch per Fließband in einen Nebenraum transportiert, wo sie sofort sortiert werden.« Ein vollautomatisches System sorge dafür, dass jedem Huhn die optimale Menge an Wasser und Nahrung zur Verfügung gestellt werde. »Wir verbrauchen etwa 2500 Tonnen Tierfutter pro Jahr. Das Futter stammt von unseren Feldern und wird von uns gemahlen und gemischt. Ein gutes Futter ist ausschlaggebend für einen guten Geschmack jedes einzelnen Eies«, betonte Kliem.

Kliem klagt gegen Düngeverordnung

Jörg-Uwe Hahn, der wie Peter Heidt auch im Wetterauer Kreistag sitzt, sagte bei dem Besuch: »Unsere heimischen Eier sind ein Qualitätsprodukt. Mir ist es wichtig, dass die Leistungen der Wetterauer Landwirte wieder eine größere Anerkennung erfahren.«

Andrea Rahn-Farr, ergänzte: »Die Landwirte sind es, die für unsere vollen Teller sorgen. Die Wetterauer Landwirte sorgen dafür, dass uns allen regionale und hochwertige Produkte zur Verfügung gestellt werden.«

Kliem nutzte die Möglichkeit, den Liberalen seine Kritik an der Düngeverordnung zu verdeutlichen und nannte eine für ihn nicht nachvollziehbare Düngeregel als Beispiel: »In Zukunft dürfen wir den Hühnerkot nur noch im Frühjahr ausbringen, was angesichts der in der Regel zu feuchten Böden und das viel zu enge Zeitfenster nach guter fachlicher Praxis nahezu unmöglich ist.« Kliem gehört zu den Klägern gegen die hessische Düngeverordnung, er nahm selbst an den Protestaktionen der Landwirte teil.

Bei den Liberalen stieß Kliem mit seiner Kritik an der Düngeverordnung auf offene Ohren: »Wir benötigen eine praxisgerechte Ausgestaltung der Düngeverordnung. Landwirte tragen eine große Verantwortung für unsere Ernährung und bewirtschaften seit Jahrhunderten ihre Böden schonend und nachhaltig«, meinte Heidt.

Der Karbener FDP-Politiker Oliver Feyl ist sich sicher, dass die Politik wieder mehr mit den Landwirten reden solle, anstatt über sie. Nur so könnten praxisgerechte und unbürokratische Regelungen erzielt werden. Deshalb besuche die FDP in der Wetterau regelmäßig landwirtschaftliche Betriebe.

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