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Bereit fürs Fest: Karl Wilhelm Kliem ist froh, dass die Regierung die Oster-Ruhetage zurückgenommen hat.

Jahreszeit der Eier

Karben: Margarethenhof bereitet sich auf Oster-Ansturm vor

  • vonNiklas Mag
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Ostern steht vor der Tür und das ist bekanntlich die Jahreszeit der Eier. Fast 60 000 Stück pro Tag produziert der Margarethenhof in Karben, wo man sich auf die vielen Oster-Kunden vorbereitet. Inhaber Karl Wilhelm Kliem ist heilfroh, dass die Bundesregierung die geplanten Ruhetage an Ostern wieder gekippt hat.

F ast genau seit einem Jahr werden Obst und Gemüse auf dem Parkplatz des Margarethenhofs verkauft, nicht mehr im Hofladen. Ein Zeltdach und ein Desinfektionsmittelspender machen es möglich. »Das funktioniert sehr gut und vor allem sind die Kunden damit auch zufrieden«, weiß Hof-Inhaber Karl Wilhelm Kliem. »Im Hofladen ist nicht so viel Platz, nur 15 Personen dürfen gleichzeitig hinein. Dass wir hier außen die Fläche nutzen, entzerrt also alles etwas«, sagt er. Der Hof trotzt der Pandemie und muss sich zumindest finanziell derzeit wenig Sorgen machen. »Uns geht es da wie den Supermärkten. Die Menschen sind im Homeoffice, kochen deshalb mehr und kaufen mehr ein.«

Für seine Mitarbeiter sei die Situation allerdings weiterhin stressig. Auf alle Hygiene-Regeln muss geachtet, der Betrieb am Laufen gehalten und natürlich die Kunden bedient werden. Schon zwei Mal hat Kliem dafür einen Bonus ausgezahlt. Das wichtigste Produkt des Margarethenhofs ist gerade vor Ostern sehr gefragt: Eier. In bunten Farben oder ohne gehen sie derzeit in noch größeren Mengen als sonst über den Ladentisch.

Weiterhin beliefert Kliem viele Einzelhändler, darunter Rewe-Märkte von Darmstadt bis Bad Nauheim. »Die Hühner produzieren zwischen 55 000 und 58 000 Eier am Tag. 18 000 davon kommen aus der Freilandhaltung, die wir vor etwa einem Jahr vor einem der neuen Ställe ins Leben gerufen haben, die anderen aus der Bodenhaltung«, beschreibt Kliem und weist in eine große Halle, in der mehrere Mitarbeiter an einer Art Gepäckband stehen und Hunderte Eier hin und her schieben. »Das ist unsere Sortiermaschine, die wir kürzlich auch noch erweitert haben«, erzählt der Hof-Inhaber. Denn diese große Menge an Eiern muss maschinell abgefertigt werden. »Der Computer erkennt B-Ware und sortiert diese aus. Dann werden die Eier in Kartons und auf Paletten gehoben.«

Lieferungen an Händler und Mäkte

Jeden Tag läuft die Anlage, denn die Hühner legen fleißig weiter. Das ist einer der Gründe, warum Karl Wilhelm Kliem bei der Ankündigung der Bundesregierung, an Ostern Ruhetage einzuführen, nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen konnte: »Dann hätte ich hier Donnerstags mit 55 000 Eiern gestanden. Das wäre eine Katastrophe geworden«, schmunzelt er. Er sei froh, dass die Ruhetage von der Kanzlerin wieder einkassiert wurden. »Ich habe auch mit Logistikern gesprochen, die mir erzählt haben, wie durchgetaktet bei ihnen alles ist. Genau wie wir können manche Branchen eben nicht einfach auf Pause drücken.«

Ganz davon abgesehen hätte der kleine Hofladen den Kunden-Ansturm wohl kaum ausgehalten. »Die Hamsterkäufe fingen nach der Ankündigung schon wieder an, darauf waren nicht natürlich nicht vorbereitet«, fährt Kliem fort. »Zwei Tage sind unsere Telefone heiß gelaufen, weil alle Leute wegen den angekündigten Ruhetagen ihre Vorbestellungen verlegen wollten.«

Kunden sind diszipliniert

Das Osterwochenende mache ihm nun nur noch wenig Sorgen. »Auch an Weihnachten hat das alles gut funktioniert.« Die Kunden seien diszipliniert, nähmen Wartezeiten hin. Auch eine dritte Kasse will Kliem noch installieren, damit sich die Schlangen in Grenzen halten. »Wir geben uns da wirklich allergrößte Mühe, um einen guten Ablauf zu gewährleisten«, so Kliem.

Der Margarethenhof wird derzeit von Karl Wilhelm Kliem in zehnter Generation geführt. Im Landwirtschaftlichen Teil des Betriebs werden Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben angebaut.

Wie Karl Wilhelm Kliem erklärt, experimentiert der Hof derzeit damit, eigenes Soja-Futter für die Hühner anzubauen und herzustellen. Das wäre eine weitere Maßnahme des Margarethenhofs für den Umweltschutz, da kein Futter mehr über weite Strecken importiert werden muss. nma

Seit gut einem Jahr ist die Obst- und Gemüseabteilung ausgelagert. So gibt es weniger Gedränge im kleinen Hofladen.

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