Tenor Manfred Fink (rechts) gibt den Sängern vom Männerchor Karben/Petterweil Tipps, wie sie ihre Stimme zur Geltung bringen.
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Tenor Manfred Fink (rechts) gibt den Sängern vom Männerchor Karben/Petterweil Tipps, wie sie ihre Stimme zur Geltung bringen.

Star-Tenor übernimmt

Manfred Fink leitet Petterweiler Männerchor

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Star-Tenor Manfred Fink hat jetzt den Männerchor Petterweil übernommen. Er folgt auf Hermann Jung, der den Chor 26 Jahre lang dirigiert hat. Ein erstes Großprojekt steht auch schon an - eine italienische Opernnacht.

E s ist gerade zwei Monate her, als Bravo-Rufe durch den Saal des Karbener Bürgerzentrums hallten. Stürmischer Applaus galt vor allem einem, der in der Stadt bestens bekannt und beliebt ist: Manfred Fink. Der Petterweiler Bub, der auf vielen Bühnen schon sein großes Können präsentiert hat, glänzte mit der Arie »Nessun dorma« (Niemand schlafe!) des Prinzen Kalaf aus Puccinis Oper »Turandot«.

Es sollte nicht verwundern, wenn der Tenor im Sommer beim Jubiläumskonzert zum 50-jährigen Bestehen der Stadt Karben diese Arie wieder anstimmt. Denn mit den von ihm vor wenigen Tagen übernommenen Sängern des Petterweiler Männerchors macht er sich ans Werk, gleich ein größeres Projekt einzustudieren.

Oechler: Stimmen verbessert

Der international bekannte Sänger, der viele Jahre an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf engagiert und auf vielen Bühnen der Welt schon aufgetreten ist, ist seiner Heimat Petterweil immer treu geblieben. Mit dem örtlichen Chor hat er schon vieles einstudiert, hat in der Vergangenheit mit den Sängern die Stimmbildung trainiert. »Unsere Stimmen haben sich dadurch stark verbessert«, weiß Erhard Oechler, der beim Gesangverein die Pressearbeit verantwortet. »Dass ein bekannter Tenor bei einem Chor nicht nur zu seinen Ehrenmitgliedern zählt, sondern sich zum richtigen Zeitpunkt neben seinen vielfältigen Gesangsverpflichtungen auch aktiv in seinen Heimatchor einbringen will, kann man nur als Glücksfall bezeichnen«, sagt Oechler weiter. Der weit bekannte Tenor unterstützte den Chor in den vergangenen Jahren schon mit zusätzlichen Stimmbildungs-Workshops und bei großen gemeinsamen Konzerten. »Es ist also personell quasi ein sanfter Übergang. Man kennt sich und weiß, dass man zusammenpasst«, betont der Pressewart.

Der Chor bereitet sich ab sofort intensiv auf die italienische Nacht am 7. Juli vor. Dazu hat man einen Projektchor unter der Leitung von Fink ins Leben gerufen. Die ersten Sänger aus der Region haben laut Oechler die gesangliche Großchance schon erkannt und zusammen mit den Stammsängern das Gesangstraining bereits aufgenommen.

Frankfurter Sinfoniker dabei

Weitere Sänger seien zur Verstärkung des Chorsounds willkommen. »Dieses Projekt ist eine hervorragende Gelegenheit für Neubürger, Neupensionäre, Jung- und Altsänger, ihre musikalische Neigung unter hochprofessioneller Anleitung aufzunehmen. Auch jugendliche Sänger, die etwa bereits in Schulchören mitwirken und ihre Stimme unabhängig davon von einem Profisänger in entspannter Atmosphäre zusätzlich weiter trainieren wollen, sind angesprochen«, sagt der Pressewart. Es sei auch kein Vorsingen geplant, »und es wird ihnen nicht gleich ein Mitgliedsformular des Vereins unter die Nase gehalten«. Zwei bis drei Tenöre könne der aktuell 16-köpfige Petterweiler Chor schon noch gebrauchen, sagt Oechler. Drei neue Interessierte habe man bereits für das Projekt der italienischen Opernnacht gewinnen können. »Einer von ihnen kommt sogar aus Frankfurt«, freut sich Oechler.

Bei dem Großprojekt wirken auch noch weitere Akteure mit: Die Frankfurter Sinfoniker unter Leitung von Volker Christ etwa, die Sopranistin Elena Lyamkina, die Mezzosopranistin Etlana Shemai, Leonardo Jang (Bariton) und eben Manfred Fink.

Ein Karbener auf den Weltbühnen

Manfred Fink ist ein waschechter Karbener. Er wurde am 15. April 1958 in Petterweil geboren. Als Jugendlicher hat er die Musikschule in Bad Vilbel besucht.

Singen war schon immer seine Leidenschaft. Zunächst versuchte sich Fink als Schlagersänger, wobei er unter den Künstlernamen Marc Martin und Manfred Rosen auftrat. Danach absolvierte er eine Ausbildung zum Opernsänger; der talentierte junge Mann studierte klassischen Gesang in Frankfurt am Main und Modena.

1981 bekam er ein Engagement als Operntenor im Ensemble der renommierten Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Nur zwei Jahre später erhielt er den Förderpreis der Stadt Düsseldorf.

Im Laufe der folgenden Jahre führten ihn Gastauftritte auf alle großen deutschen Opernbühnen und zu internationalen Auftritten, unter anderem an der Mailänder Scala, an die Staatsoper nach Wien sowie weiteren bekannten Opernhäusern sowohl in Europa als auch in Nordamerika und Japan.

Dass er in Karben so beliebt ist, hat sicher auch damit zu tun, dass er seiner Heimat immer treu geblieben ist. Seit mittlerweile zehn Jahren unterstützt er den Männergesangverein Petterweil. 

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