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Stephan Theiß (links) hat die digitalen Dialoge der Karbener CDU moderiert. Hier mit dem Vorsitzenden Mario Beck (Mitte) und dem Bad Vilbeler Ersten Stadtrat Sebastian Wysocki. Jetzt entsenden die Christdemokraten den Digital-Experten in den neuen Magistrat.

Neu im Karbener Magistrat

Magistrat: Stephan Theiß ist Experte fürs Digitale

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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In den vergangenen Monaten war er verstärkt zu sehen und zu hören: Als Moderator von digitalen CDU-Veranstaltungen, aber auch, als die hessische Digitalministerin Kristina Sinemus zu Gast in Karben war. Und in Kürze wird Stephan Theiß in den Magistrat gewählt. Bedeutet das einen digitalen Schub für die Stadt?

E inige bekannte, aber auch neue Gesichter wird es im ehrenamtlichen Karbener Magistrat in der neuen Wahlperiode geben. Die CDU wird mit den bisherigen Stadträten Friedrich Schwaab und Heike Liebel vertreten sein. Hinzu kommt Sabine Helwig, vielen schon bekannt als launige Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Soziales und Kultur.

Ein richtiger Neuling in dem Gremium wird Stephan Theiß sein. Der Unternehmer hat in den vergangenen Monaten immer wieder digitale CDU-Veranstaltungen moderiert und ebenso eine Veranstaltung mit der hessischen Digitalministerin Kristina Sinemus beim Karbener Unternehmen »Personalwerk« von Stefan Kraft.

Das Digitale, genauer gesagt die fortschreitende Digitalisierung von Betrieben und Unternehmen, ist denn auch die Profession des gelernten Diplom-Wirtschaftsinformatikers. Vor zwei Jahren stieg er als Geschäftsführender Gesellschafter in das Unternehmen »Digital Mindset« ein. In seinem beruflichen Profil steht als Berufsbezeichnung »digitaler Lotse«. Ihm gehe es darum, die Chancen, die uns die Technologie bietet, zu ergreifen und andere dazu zu befähigen. Sein Leitmotto lautet: »Wer morgen noch so arbeitet wie gestern, spielt übermorgen keine Rolle mehr«.

Dabei gehe es weniger darum, wer welche technische Ausstattung haben müsse, sondern vielmehr darum, die neuen Prozesse, die die Digitalisierung bedinge, zu strukturieren und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen dabei mitzunehmen.

Gerade aktuell bestehe durch die Corona-Pandemie ein großer Bedarf. »Unternehmen waren quasi gezwungen, sich neu aufzustellen«, sagt Theiß. Er selber wolle dazu beitragen, dass dieser Prozess innerhalb der Unternehmen nachhaltig werde. Man helfe sowohl kleinen Mittelständlern mit zehn bis 20 Mitarbeitern als auch großen DAX-Konzernen.

Digitale Hotspots in Karben ausbauen

Dieses Wissen will der aus Friesland stammende Theiß künftig auch im Magistrat einbringen. In Karben sei schon eine Menge geleistet worden, mit dem Einbau der Vectoring-Technik und dem Glasfaserausbau im Gewerbegebiet. Nun gehe es darum, das Breitbandnetz in ganz Karben auszubauen. Zudem müssten an publikumsträchtigen Stellen digitale Hotspots aufgebaut werden. Theiß hat da die sogenannten »Digitalen Dorflinden« im Auge. Als die hessische Ministerin vor einigen Monaten in Karben war, wurde ein solcher kostenloser WLAN-Punkt gerade am sogenannten Dreiecksgrundstück in der Stadtmitte in Betrieb genommen. Auch am Bürgerzentrum sowie am Jugendkulturzentrum gibt es solche Hotspots schon, an denen die Bürgerinnen und Bürger sich kostenlos ins hessische Digitalnetz einloggen und dort surfen können.

Auch gelte es, das Ereignis- und Anregungsmanagement der Stadt auszubauen und die Digitalisierung der Verwaltung zu begleiten.

»Aber natürlich müssen wir zuerst die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger hören.« Es gehe bei seiner künftigen Arbeit im Magistrat wie auch im Unternehmen darum, aus der sich ständig weiterentwickelnden digitalen Technik »noch mehr herauszuholen«.

In Petterweil gleich heimisch geworden

Die Ideen zu seinen Projekten kommen dem 42-jährigen Familienvater von zwei Kindern beim Langstreckenlauf. Er läuft besonders gerne morgens »in den Sonnenaufgang hinein«. Oft laufe er bis zu 27 Kilometer und lerne so alle Karbener Stadtteile kennen. Das ist keine schlechte Idee, denn der aus Schortens stammende Stephan Theiß lebt erst seit dem Jahr 2014 in Karben, genauer gesagt in Petterweil.

»Dort haben wir auf der Suche nach einem Baugrundstück eine schöne Baulücke in der Sauerbornstraße gefunden.« Man sei dort »gleich heimisch geworden«. So heimisch, dass sich Theis für die nächsten fünf Jahre fürs Gemeinwohl engagiert.

Demnächst wird Stephan Theiß also Karbener Magistratsmitglied. Darüber hinaus engagiert er sich im CDU-nahen Wirtschaftsrat. Er ist für zwei Jahre Sprecher der Sektion Wetterau. Er und seine Vorstandskollegen wollen nach eigenen Angaben verstärkt kommunal- und gesellschaftspolitische Themen aufgreifen, wie etwa den Ausbau der digitalen Infrastruktur in der Wetterau, sodass Schulen und Unternehmen den Anschluss an die Digitalisierung nicht verlieren. Dabei solle der Fokus auf die Ausstattung, also insbesondere auf die Bereitstellung von Geräten sowie einer schnelleren Internetverbindung gelegt werden. Zudem wollen sie sich der Verkehrsinfrastruktur widmen, wie etwa der Verbesserung der Straßenqualität und des Straßennetzes. Ein Auge will der Wirtschaftsrat auch auf die Entwicklung des Immobilienmarktes der Region werfen. pe

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