Vorsitzender Dieter Körber (vorne) verabschiedet die Vortragen des literarischen Abends. FOTO: PRIVAT
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Vorsitzender Dieter Körber (vorne) verabschiedet die Vortragen des literarischen Abends. FOTO: PRIVAT

Lieder und Texte zu Meer und Seefahrt

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Karben(pm) Mit einem nach eigenen Angaben gelungenen und anspruchsvollen Literaturabend im "Kuhtelier" in Groß-Karben hat das Literaturforum Karben seine Sommerpause beendet. Der umfassende Titel "Meer und Seefahrt. Sehnsucht nach der Ferne, Symbolkraft des Meeres und die Themenbildung in der Literatur" hatte für eine voll besetzte Veranstaltung gesorgt und war zugleich auch Programm. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Dieter Körber eröffneten Nicola Piesch (Gesang) und Dieter Wierz, begleitend am Klavier, mit Franz Schuberts stimmungsvollem Lied Meeresstille das Programm.

Fritz Böhner zeichnete für die Idee und Gestaltung des Abends verantwortlich. Seinen Text vortragen musste Hans Kärcher, der Schatzmeister des Vereins, da Fritz Böhner erkrankt war. Karin Schrey, die 2. Vorsitzende des Vereins übernahm gemeinsam mit Hans Kärcher die Moderation des Programms.

Den literarischen Teil eröffnete Dieter Körber mit einer Besprechung und Auszügen aus der Odyssee von Homer. Homers Werk kennzeichne den Beginn der europäischen Literatur. Die Odyssee bilde durch zwei parallel laufende Handlungsstränge, den Einsatz von Rückschau und Erzählrahmen sowie den einzigartigen Sprachstil ein stilistisches Meisterwerk, welches auch heutige Leser durchaus noch fessele, wie Körber ausführte.

Nach der "schweren Kost" sorgten Piesch und Wierz mit dem eingängig dargebotenen Song "What shall we do with the drunken sailor?" für Entspannung.

Grundverschiedene Lebensentwürfe

Eindrucksvoll stellte Karin Schrey zwei Abenteuerromane und ihre Protagonisten gegenüber: Robert Louis Stevensons "Die Schatzinsel" und Cecil Scott Foresters "Horatio Hornblower". Die beiden Werke stellen zwei grundverschiedene Lebensentwürfe einander gegenüber, die jedoch eines gemeinsam haben: Der Lebensraum beider Protagonisten ist das Meer.

Mit dem stimmungsvoll gesungenen "I am sailing" leiteten die beiden Musiker über zu Ernest Hemingways "Der alte Mann und das Meer". Barbara Metz ließ den Kampf des glücklosen Fischers mit dem ungewöhnlich großen Fisch, einem Marlin, auf eine einmalig eindringliche, spannungsgeladene Weise lebendig werden. Sie betonte, dass Hemingways letztes vollendetes Werk ein Triumph über seine Kritiker war, die ihn nach einigen Misserfolgen schon für literarisch tot erklärt hatten.Mit dem zu Herzen gehenden Song "La Mer" wurden die Besucher in die Pause geleitet.

Teil 2 leitete Helmut Regenfuß ein mit Bert Brechts "Ballade von den Seeräubern", die er mit Temperament vortrug. In dieser Ballade kommen des Dichters Vorstellung eines wilden und ungezügelten Piratenlebens ohne Recht und ohne Moral zum Ausdruck. Mit "La Paloma" schaffen die beiden Musiker den Übergang zu Heinrich Bölls "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral", gelesen mit trockenem Humor von Hans Kärcher.

Mit erkennbarer Begeisterung für die Sache stellte Karin Schrey den Roman "Schiffbruch mit Tiger" des kanadischen Autors Yann Martel vor. Er behandelt die Geschichte des Jungen Pi Molitor Patel, der einen Schiffbruch und anschließend eine mehrmonatige Odyssee auf einem Floß überlebt - zusammen mit einem bengalischen Tiger. Auch hier passend zum Roman der Musiktitel: "Ein Schiff wird kommen".

Kärcher widmete sich sodann Bodo Kirchhoffs "Einladung zu einer Kreuzfahrt". Darin setzt sich Kirchhof ironisch mit dem modernen Massentourismus auseinander. Kärcher ließ noch das Gedicht von Mascha Kaleko "Die Liebe und das Meer" folgen.

Zum Ausklang wurde das Publikum noch einmal verzaubert mit den Klängen von "Sail along silvry moon", gespielt von Nicola Piesch auf dem Saxofon und Dieter Wierz am Klavier, wobei er mit seiner schönen Bassstimme den Refrain intonierte.

Am 29. Oktober folgt der nächste Literaturabend im "Kuhtelier" zum Thema "Italien. Land der Dichtung". Teilnahme nur mit Voranmeldung, mit Namen, Postanschrift und Telefonnummer, per E-Mail an mail@dkoerber.de oder unter 0 60 34/5 09 92 82.

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