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»Die richtige Berufswahl« hat Lea Führ für sich getroffen. Sie ist in der Karbener Stadtbücherei Auszubildende im Bereich Bibliotheksfachangestellte für Medien und Informationsdienste in der Fachrichtung Bibliothek.

Karbener Stadtbibliothek

Lea Führ macht eine Bibliotheks-Ausbildung

  • vonChristine Fauerbach
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Lea Führ absolviert in der Karbener Stadtbibliothek eine dreijährige Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Bibliothek. Nach acht Monaten zieht sie eine erste Bilanz. Wie läuft die Ausbildung in Zeiten von Corona?

Langeweile hatte Lea Führ trotz Corona-Pandemie an ihrem Ausbildungsplatz bisher keine. Die heute 21-jährige Petterweilerin hat im August 2020 in der Stadtbibliothek Karben eine Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, kurz FaMI, der Fachrichtung Bibliothek begonnen. Ein Jahr vor ihrem Fachabitur mit den Leistungskursen Englisch und Deutsch an der Kurt-Schumacher-Schule (KSS) hat sie sich über zahlreiche Berufe informiert. Dabei las sie auch Informationen über eine Ausbildung zur FaMI.

»Ich habe die Informationen über den Beruf und die Voraussetzungen, wie gute Leistungen in den Fächern Deutsch und Englisch sowie eine fundierte Allgemeinbildung, gelesen. Ich war sofort fasziniert vom abwechslungsreichen und herausfordernden Tätigkeitsfeld und den verschiedenen Einsatzbereichen.« Arbeitsplätze für FaMi gibt es in der öffentlichen Verwaltung, in Stadt- und Behördenbibliotheken, an Hochschulen, in Museen, in Werks- und Betriebsbibliotheken, bei größeren Firmen, in Kirchenbibliotheken und in Verlagen. Einsatzorte sind Bibliotheken und Magazine. »Ich habe mich nach meiner Recherche bei der Stadt Karben um einen Ausbildungsplatz beworben und wurde genommen«, freut sich die junge Frau. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im dualen System statt. »Meine praktische Ausbildung habe ich in der Stadtbibliothek Karben, die theoretische findet blockweise in der Berufsschule, der Stauffenbergschule Frankfurt, in der Berger Straße statt«, berichtet die 21-Jährige. Ihre Ausbildung deckt sich mit ihren Interessen. Zu Leas Hobbys gehören Backen und Lesen. »Am liebsten lese ich neben Krimis und Romanen verschiedener Autoren, Fantasy Romane der amerikanischen Autorin Jennifer Lynn Armentrout.«

An ihrem dienstleistungs- und kundenorientierten Ausbildungsberuf gefällt Lea Führ vor allem auch der Kontakt zu den Nutzern der Stadtbibliothek. Ich habe im August mit der Ausbildung angefangen, und im Dezember ist die Stadtbibliothek in ihr neues Domizil in die Neue Mitte in der Bahnhofstraße umgezogen. Ich habe den Umzug und die Neueinrichtung mitgemacht, was Spaß gemacht hat und sehr interessant war. Die Zeit war ereignisreich. Es ist schön, dass ich gleich zu Beginn meiner Ausbildung so einen Umzug mitbekommen habe.«

Comics stehen im Regal bei Kunst

Gelernt hat sie dabei unter anderem wie Regale anschaulich und zugleich strukturiert mit Medien bestückt werden. Sie lernte, wie man Systematiken richtig einordnet, wo welches Sachthema im Regal steht. So stehen beispielsweise Comics bei Kunst, da beide artverwandte Themen sind. Weitere themenorientierte Regalboxen sind mit Büchern aus den Genres Krimis, Spannung und Thriller oder Kinder- und Jugendliteratur bestückt. »Ich bin die einzige Schülerin in meiner Berufsschulklasse, die den Umzug einer Bibliothek hautnah miterlebt hat.«

Zu Leas Tätigkeitsgebieten gehört die Mitwirkung am Aufbau und der Pflege sowie die Erfassung der inhaltlichen Erschließung der gedruckten und digitalen Bibliotheksbestände. Im Benutzerservice berät sie Leserinnen und Leser, stellt, besorgt oder vermittelt ihnen Medien wie Bücher, Zeitschriften, CDs/DVDs und Videos. Aber auch die Recherche von Wissen und Informationen aller Art für die Nutzer gehören neben der Bearbeitung von Ausleih-, Rückgabe- und Mahnverfahren zum Aufgabenspektrum. Voraussetzung für diese Tätigkeiten sind neben strukturiertem und systematischem Denken und organisatorischen Fähigkeiten auch das Interesse an modernen Medien und Daten. »Man sollte Spaß am Umgang mit Medien, Menschen und EDV besitzen.«

Arbeitgeber setzen zudem bei ihren Bibliotheksmitarbeitern Sorgfalt, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Engagement und Einsatzbereitschaft voraus. »Ich habe mit meiner Ausbildung die richtige Wahl für mich getroffen. Ich hätte mir keinen besseren Beruf auswählen können«, freut sich Lea über ihre Entscheidung.

Das Berufsbild der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) ist mit den fünf Fachrichtungen Bibliothek, Bildagentur, Archiv, Information und Dokumentation sowie Medizinische Dokumentation breit aufgestellt. Es gibt in allen Fachrichtungen eine Vielzahl von Berufsausbildungen und -abschlüssen. Die Berufsausbildung zur/zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste dauert drei Jahre und findet im dualen System statt, das heißt, neben der praktischen Ausbildung in der Bibliothek besuchen die Auszubildenden tage- oder blockweise die Berufsschule. Möglich ist auch ein Studium mit Bachelor- und Masterabschluss bis hin zur Promotion und im Wissenschaftlichen Dienst über ein abgeschlossenes Fachstudium, dann ein Referendariat oder Volontariat. In den meisten Bibliotheken arbeiten Beschäftigte in allen drei Berufsgruppen gemeinsam daran, optimale Dienstleistungen und Angebote für unterschiedlichste Nutzergruppen zu erbringen. Die jeweilige Tätigkeit weist jedoch fachliche Spezialisierungen und einen unterschiedlichen Grad an Management-tätigkeiten auf.

Ausführliche Informationen zum Berufsbild, zu Aufstiegsmöglichkeiten und Bezahlung gibt es unter anderem bei »BERUFENET«, der Berufsdatenbank der Agentur für Arbeit. cf

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