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Kuscheltiere für den Rettungsdienst

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Übergabe der Kuscheltiere durch Karen Baur (zweite von links) an die Rettungsleitstelle des ASB Rettungsdienst Wetterau. Darüber freuen sich (von links); Rolf Heß (bbw), Marc Sasse und Lara Hüsch (beide bbw) sowie Fabien Haschke (ASB Rettungsdienst). FOTO: JWN © JWN

Kuscheltiere für den Rettungsdienst - auf so eine Idee kommen Mütter, wenn sie ihre eigenen Kinder im Rettungswagen ins Krankenhaus begleiten.

Der Verein »Petterweiler Kids« hat jetzt 50 Stofftiere an den ASB-Rettungsdienst überreicht. E inen großen Korb, gefüllt mit 50 frisch gereinigten und einzeln verpackten Kuscheltieren hat Karen Baur dem ASB-Rettungsdienst Wetterau in Karben überreicht.

Es war ein persönliches Erlebnis, das sie zu dieser Spende veranlasst hatte. Am Abend des dritten Geburtstages ihres Sohnes rutschte der vor der Badewanne aus und erlitt dabei eine stark blutende Wunde. Um den weinenden Jungen von seiner Verletzung abzulenken, musste er abgelenkt werden. Doch wie in einem Krankenwagen auf der Fahrt ins Krankenhaus? Sein Kuscheltier hatte die Mutter in der Aufregung vergessen. Und im Rettungswagen war auch keins mehr. »Normalerweise habe wir in all unseren Rettungswagen kleine Stofftiere vom ASB, die wir den Kindern auf der Fahrt zur Ablenkung in die Hand geben«, klärte Fabien Haschke, Bereichsleiter für den Wetterauer Rettungsdienst beim ASB, auf.

Denn Rettungsfahrten mit Kindern sind zwar nicht allzu häufig, doch bei rund 50 000 Einsätzen der Wetterauer Rettungswacht im Jahr erfolgen etwa fünf Prozent aufgrund von Kindereinsätzen. An dem besagten Abend aber, als Karen Baur ihren Sohn im Rettungswagen auf der Fahrt von Petterweil nach Frankfurt ins Krankenhaus begleitete, war das Fach mit Kuscheltieren in diesem Wagen leer. Um den Jungen trotzdem irgendwie von seiner Wunde abzulenken, überreichte ihm der Notarzt eine Spritze mit Kochsalzlösung, die der Junge prompt über seinem Schlafanzug entleerte.

Bbw hilft bei der Reinigung

In diesem Moment beschloss Karen Baur, die Mutter des Jungen, den ASB in Karben mit einer großen Portion Kuscheltieren zu versorgen, damit alle zukünftigen Kindereinsätze ohne nassen Schlafanzug, aber dafür mit einer netten Erinnerung enden würden.

Als sie Tage später im Internet zu einer Spendenaktion von Kuscheltieren aufrief, war der Erfolg überwältigend. »Bereits nach einer halben Stunde musste ich die Aktion schon wieder abblasen, da ich mich vor Kuscheltieren kaum noch retten konnte«, schilderte Baur den Verlauf ihrer Aktion. Sie habe sich dann an das Berufsbildungswerk (bbw) gewandt und um Hilfe bei der Reinigung der Stofftiere gebeten. »Da gab es nichts lange zu überlegen«, so der Ausbildungsleiter und Prokurist beim bbw Karben, Rolf Heß.

Die Stofftiere wurden nach Materialien sortiert, gereinigt und einzeln verpackt. Der nächste Anruf der Mutter galt dem ASB Rettungsdienst. »Wir fanden das eine tolle Idee, mussten die Menge aber auf 50 Stück begrenzen, da wir, wie gesagt, unsere Wagen selber mit Kuscheltieren versehen«, musste Bereichsleiter Haschke den Umfang des gut gemeinten Geschenks begrenzen.

Weil so 25 Kuscheltiere übrig waren, Baur die Spielzeuge aber auch nicht einfach wegwerfen wollte, hat sie diese einer ASB-Rettungswache in Rheinland-Pfalz zukommen lassen. »Da arbeitet meine Schwester«, meint sie lachend.

Die Idee mit den Kuscheltieren ist nicht die einzige Aktion, die Karen Baur in den vergangenen Monaten umgesetzt hat. So gründete sie beispielsweise im Juli 2021 mit anderen Müttern den Verein »Petterweiler Kids«, dessen Ziel die Förderung und Unterstützung von Kinder- und Jugendeinrichtungen, sowie die Stärkung der Wahrnehmung von Kinderinteressen ist. Auch um sozial benachteiligte und hilfsbedürftige Kinder kümmert sich der Verein. »Am liebsten würden wir jedem Kind ein paar unbeschwerte Stunden mit Ausflügen und Erlebnissen ermöglichen«, klärt Baur auf.

Eineinhalb Jahre lang haben Jessica Kreibisch, eine andere Petterweiler Mutter und sie sich Gedanken darüber gemacht, wie sie am besten »coole Projekte« für Kinder und Jugendliche in Petterweil anbieten und umsetzen können. Das Duo gehört zu den Elternbeiräten in der städtischen Kita in Petterweil und engagiert sich im Organisations-Team des Petterweiler Kinderflohmarktes, der eine Elternbeiratsinitiative war. Nach vielen Gesprächen auf Spielplätzen, in Gärten und auf Spaziergängen beschlossen die beiden jungen Mütter von Kindergartenkindern, einen Verein zu gründen. Mittlerweile verfügt der Verein über etwa 30 Mitglieder und strebt die Gemeinnützigkeit an. Die Aktion »Kuscheltiere für den Rettungswagen« zählt übrigens ebenfalls zu den Aktivitäten des Vereins »Petterweiler Kids«.

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