Kalender, Karten und Bilder mit Engelmotiven von Renate Beseler stoßen bei Besuchern auf großes Interesse. FOTO: CF

Kunstmarkt trotz Corona

Karben(cf). Einen Tag vor Nikolaus hatten Peter Mayer und Renate Beseler allen Kunstfreunden ein unerwartetes Geschenk gemacht: Ausstellungen anschauen. Kultur genießen. Zwar mit Abstand und der gebotenen Vorsicht, aber um sich selbst oder anderen eine Freude zu bereiten. Und so hatte der kleine, feine Kunstmarkt im "Kuhtelier" am zweiten Adventwochenende geöffnet.

Die Bürger nahmen die Einladung nach vorheriger Anmeldung zum Stöbern, Entdecken und einer sinnlich-haptischen Auseinandersetzung mit den Kunstwerken gern an. "Wir haben auf den Ursprung des ›Kuhteliers‹ als Atelier besonnen", erklärte Mayer. Begrüßt wurden die Besucher von warmen Lichtern und zwei knisternden Feuerstellen im Hof. Der unverkennbare Geruch von brennenden Buchen- und Eichenscheiten wies den Weg über den Schlosshof zum Eingang des Ateliers. Da immer nur sechs Gäste auf einmal in die Ausstellung durften, verteilten sich die nächsten, nach und nach eintreffenden Besucher jeweils in Zweiergruppen auf dem weiträumigen Hof. In der Ausstellung warteten viele kleine und größere Kunstwerke verschiedener Künstler auf ihre Entdeckung. Schon allein beim Blick auf die 60 farbenfrohen Pouring-Bilder von Mayer, Stephanie und Renate Beseler stellte sich bei den Kunstmarktbesuchern gute Laune ein.

"Äppler to go" für Nachhauseweg

Renate Beseler hat mit 18 verschiedenen Engel-Motiven Bilder, Bierdeckel, Untersetzer, Steine und Karten bemalt. Und für ihren Engel-Kalender 13 ihrer mit Acrylfarben gemalten Engelbilder ausgewählt. Der Engel auf dem Deckblatt weckt die Neugierde auf das Kommende. Bei einem der Engel handelt es sich um einen Chor-Engel wie Künstlerin und Sängerin Renate Beseler interessierten Besucherinnen verrät. Gemalt hat sie ihn für den digitalen Adventskalender des Frauenchors Nieder-Eschbach, der wie alle anderen Chöre seit März coronabedingt verstummt ist.

Großen Anklang fanden die in warmen Farben leuchtenden Windlichter aus Gipsbinden der Gastgeber wie auch Leckereien aus der kreativen Küche. Dazu gehörten leckere Plätzchen, verschiedene Gelees und die "Kuhtelier"-Spezialität "Quhpelchen". Deren kulinarisches Vorbild ist die hessische Getränkespezialität Mispelchen. Skulpturen aus Ton und Speckstein warteten auf Liebhaber.

Zu ihnen gehörten lustige Kühe, Elefanten, Engel, Rosen oder Akte. Einige Besucher nutzten die Gelegenheit, um ausgestellte Figuren in einer größeren Variante für den weihnachtlichen Gabentisch bei den Künstlern zu bestellen. Besucherin Uschi Jacobson ließ sich von Heidi Khan, deren handgefertigten Seifenschalen aus gebranntem Ton und ihre verführerisch duftenden Bioseifen zeigen. Die Seifenstücke duften unter anderem nach Lavendel, Zitrone, Orange und nach Kaffee. In einem Regal gab es Selbstgenähtes zum Wärmen und Dekorieren. Auch Bücher von Autoren und CDs von Musikern, die schon einmal im "Kuhtelier" aufgetreten sind, waren zu haben. Zu ihnen gehörte der von Gerd Müller-Droste herausgegebene Gedichte- und Geschichtenband in Corona-Zeiten "Liebe auf Mindestabstand" oder CDs wie "Viva!" und "El Polifemo Lagos" von Wolfgang Mayer.

An jedem der Ausstellungstische, in Schränken und an den Wänden des "Kuhteliers" gab es für die Kunstmarktbesucher einiges zu entdecken. Wer wollte, konnte sich auf dem Nachhauseweg im Nieselregen mit einem heißen "Äppler to go" rüsten.

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