Am Stand von Berthold Witzel von Obst und Gemüse Witzel aus Kloppenheim wird jetzt mehr eingekauft.
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Am Stand von Berthold Witzel von Obst und Gemüse Witzel aus Kloppenheim wird jetzt mehr eingekauft.

Corona-Pandemie

Wochenmarkt in Corona-Zeiten: Kundennähe trotz Abstand

  • vonChristine Fauerbach
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Auf dem Karbener Wochenmarkt kommen die ersten Kunden am Samstag schon früh. Plexiglaswände an den Ständen und Desinfizieren der Theken sollen in Zeiten der Corona-Pandemie schützen.

Seit 49 Jahren gehört der Karbener Wochenmarkt zu den beliebten Einkaufsmöglichkeiten und Treffpunkten der Bürger in Klein-Karben. Auf dem Marktplatz am Karbener Weg vor der katholischen St.-Bonifatius-Kirche bieten jeden Samstagvormittag bis zu zehn Direktvermarkter und Beschicker aus der Stadt und ganz Hessen ihre Spezialitäten und Produkte an.

Zum Angebot gehören Obst, Gemüse, Kräuter, Blumen, Eier, Käse, Milch, Brot, Kuchen, Fleisch, Geflügel, Wurst, Wein und vieles mehr. Ergänzt wird das Warenangebot aus der Region durch saisonale Produkte wie Grüne Soße, Spargel, Erdbeeren und ein ausgesuchtes Spezialitätensortiment.

»Die ersten Kunden waren trotz Regen und kühlem Wind schon um 7.15 Uhr da«, berichtet Sylvia Schmidt von der Landmetzgerei Schmidt aus Gedern. Seit 20 Jahren gehört sie zu den Beschickern, hat wie alle Anbieter viele Stammkunden. Auf den ersten Blick schient an den Ständen und vor den Verkaufswagen alles wie immer zu sein. Erst wer näher herantritt, sieht Veränderungen. Die Waren in den Verkaufswagen sind durch Plexiglaswände abgeschirmt. »Wir haben drei Öffnungen, für jeden Verkäufer eine, in unserer Plexiglaswände eingebaut«, sagt Sylvia Schmidt. Sie desinfiziert regelmäßig Theke und Ablage und »wir waschen uns ständig die Hände.«

Die Kunden auf dem Karbener Wochenmarkt halten Abstand zueinander.

Sie lobt: »Der Verkauf läuft sehr gut. Die Leute arbeiten zu Hause, die Kinder gehen nicht zur Schule, das merkt man.« Der Renner am Marktsamstag in ihrer mobilen Metzgerei: Gemischtes Hackfleisch in Vakuumbeuteln. Gefreut hat sie sich über disziplinierte Kunden, die Abstand hielten und die verständnisvoll miteinander umgegangen seien.

Auch Verkäuferin Eva Friedländer von Frischgeflügel Buxa aus Okarben sagt: »Wir haben derzeit ein besseres Geschäft, weil mehr Leute zu Hause sind und daheim essen.«

Wochenmarkt Karben: Kunden bleiben entspannt

»Bei mir läuft der Verkauf normal, hier ist immer viel los. Ich bin meist um elf Uhr ausverkauft. Seit Corona kommen die Leute eher als zuvor«, berichtet der Verkäufer im Wagen des Vulkan Bäckers Joachim Haas. Sebastian Mager vom Biohof Mager sieht die große Nachfrage nach regionalen Produkten mit gemischten Gefühlen: »Der heftige Andrang am Stand und in unserem Hofladen ist eine Herausforderung. Sicherheitsvorkehrungen wie Plexiglasabtrennungen im Hofladen binden Personal und Zeit«, sagt der Landwirt. »Wir sind nicht nur Direktvermarkter, sondern haben auch einen landwirtschaftlichen Betrieb. Derzeit kommen wir durch den Ansturm nicht mehr aufs Feld.«

Zu den Rennern des Bauern auf dem Wochenmarkt gehören seit 26 Jahren Eier und Gemüse aus eigenem Anbau. Seit sieben Jahren verkauft Annette Augustin-Schäfer von Fisch Augustin aus Bruchköbel frische und geräucherte Fische und Meeresfrüchte in Klein-Karben. Sie sagt: »Das Geschäft läuft normal. Die Leute kaufen lieber an der frischen Luft ein als im Laden. Wir haben das Vertrauen unserer Kunden, die nett und entspannt sind und Abstand halten.« Das bestätigt auch Adel Haves von Adel mediterrane Feinkost: »In dieser Woche waren mehr Kunden auf den Wochenmärkten als sonst. Die meisten Besucher verhalten sich korrekt.«

Wochenmarkt Karben: Regionalen Anbau unterstützen

Berthold Witzel von Obst und Gemüse Witzel in Kloppenheim bilanziert: »Im Supermärkten werden seit Ausbruch der Corona-Krise Hamsterkäufe getätigt. Zu uns auf die Wochenmärkte kommen viel mehr Kunden als früher, um hier frisches Obst und Gemüse einzukaufen.« Und noch was lasse den Absatz steigen: »Wir merken, dass die Leute nicht mehr in Restaurants oder Kantinen essen, sondern wieder mehr zu Hause kochen«, sagt Berthold Witzel, der seit zwölf Jahren auf dem Karbener Wochenmarkt Waren zur Grundversorgung anbietet.

Kundin Gabriele Güney sagt: »Ich kaufe hier Gemüse, Obst, Eier und Fleisch, weil ich unsere regionalen Anbauer und Direktvermarkter unterstützen will. Ich nehme die Infektion ernst, breche aber nicht in Panik aus.«

Uwe Rapp kommt samstags oft auf den Markt. »Ich kaufe hier seit vielen Jahren Fisch, Käse und Gemüse ein. Die Produkte kommen aus der Region und sind frisch.« Er lobt den Kontakt zu den Verkäufern: »Das ist hier alles persönlicher als in den Geschäften und ich mag die Marktatmosphäre hier.«

Bei Regen und Windböen vermisst niemand Weinausschank, Verzehr und Geselligkeit. Auch die Frühlingsblumen und Stauden werden kaum nachgefragt. Alle Besucher und Beschicker freuen sich auf sonniges Wetter und, natürlich, ein Ende der Vorschriften zum Schutz vor einer Infektion.

Wochenmarkt Karben: Immer samstags

Der Karbener Wochenmarkt wird jeden Samstag von 7 bis 12.30 Uhr angeboten. Aufgebaut werden die Stände auf dem Marktplatz am Karbener Weg vor der katholischen St. Bonifatius Kirche.

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