Kulturehrenpreis für die Sängerlust

Die Überraschung war perfekt: Mit dem Kulturehrenpreis der Stadt wurde die Sängerlust Kloppenheim ausgezeichnet. Die Würdigung für besondere Verdienste fand während des Kommersabends zum 100-jährigen Bestehen des Gesangvereins statt.

Karben (dit). Rund 100 Gäste, unter ihnen Kaplan Hubert Opara und der Ehrenvorsitzende des Hessischen Sängerbundes, Heinrich Pfeffer, weilten im Saal der Ratsschänke Kloppenheim, als Bürgermeister Guido Rahn, auch Schirmherr der Jubiläumsfeierlichkeiten, und der Vorsitzende der Arge Kultur, Adolf Koch, der 1. Vorsitzenden Heidi Sauerbier zum runden Geburtstag des Vereins gratulierten. Rahn betonte: "Die Zeiten ändern sich, aber die Sängerlust Kloppenheim bleibt."

Über all die Jahrzehnte hinweg hätten aktive Mitglieder, eine kompetente Chorleitung und ein funktionierender Vorstand den Erhalt des Vereins gewährleistet. Mit der Vergabe des Kulturehrenpreises an die Sängerlust sei der Magistrat dem Vorschlag der Arge Kultur gefolgt. Deren Vorsitzender Koch erinnerte daran, dass der einstige langjährige Vorsitzende der Sängerlust, Valentin Eder, zu den Gründungsmitgliedern der 1974 ins Leben gerufenen Arge Kultur gehörte und überreichte die Urkunde.

Die Reihe der Gratulanten war lang: Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Lenz und die Kloppenheimer Ortsvorsteherin Marita Scheurich wünschten dem Verein einen steten Zustrom von Mitgliedern. Ehrenbürgermeister Detlev Engel ermunterte: "Spenden Sie auch weiterhin durch Ihren Gesang Freude." Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Nepomuk Kloppenheim und Mariä Geburt Okarben, Thomas Höck, sagte Dank für die Gesangsbeiträge, mit denen die Aktiven immer wieder die Gottesdienste bereichern. Glückwünsche übermittelten unter anderen die VdK-Vorsitzende Ellen Benölken, der Vorsitzende der Chorgemeinschaft Rendel, Dieter Wierz, und der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Helge Gottschalk.

Gleich mehrere Ehrenurkunden hatte die Vorsitzende des Hessischen Sängerbundes, Kreis Friedberg Wetterau, Bettina Winkel, mitgebracht. Sie übergab von der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, vom Präsidenten des Deutschen Chorverbandes und vom Hessischen Sängerbund ausgestellte Auszeichnungen.

In ihrer Ansprache betonte Sauerbier: "Das 100-jährige Jubiläum ist ein großes Ereignis für uns." Die Planungen hätten bereits vor geraumer Zeit begonnen. "Viele Ideen stammen von unserem ehemaligen Vorsitzenden Norbert Weber, der im November 2010 plötzlich verstarb", so Sauerbier, die dem Verein seit 23 Jahren angehört. Sie erzählte, dass sie seinerzeit von den Mitgliedern der Sängerlust freundlich aufgenommen und zum Mitsingen aufgefordert wurde. Gleiches berichtete der aktive Sänger Herbert Schuch, der in seine Laudatio persönliche Eindrücke und manche humorvolle Anekdote einfließen ließ. "Wir haben immer die Fröhlichkeit, das lustige Zusammenleben und Empfinden mit in unsere gemeinsame kulturelle Arbeit einzubeziehen gewusst", sagte er.

Schuch, der die wechselvolle Vereinsgeschichte Revue passieren ließ (die WZ berichtete), zitierte einen Passus aus der 1949 verfassten Satzung, mit dem die Aktiven zum regelmäßigen Besuch der Übungsstunden verpflichtet werden.

Die Übungsstunden seien aber zu keiner Zeit permanente Trimm-Dich-Veranstaltungen für einen ausschließlich auf das Einheimsen von musikalischen Lorbeeren ausgerichteten Chor gewesen, sondern hätten oftmals ihre Fortsetzung in fröhlicher Runde in der Ratsschänke gefunden, so der Laudator.

Heiter war auch die Stimmung beim Festkommers, den der gemischte Chor der Sängerlust unter dem Dirigat von Stephanie Muhl mit Liedern umrahmte. Die "Sweet Devils" begeisterten unter Leitung von Petra Brock und Jennifer Gröber mit einer flotten Tanzdarbietung. Federika Peters erfreute mit einer musikalischen Einlage am Vibrafon. Zum Abschluss des Programms fanden Ehrungen langjähriger Mitglieder statt. Ausgezeichnet wurden Sigrun Fritscher und Heidi Kruszynski (beide 25 Jahre), Helgard Dermann (50 Jahre), Horst Schmutzer (50 Jahre), Margot Kirchner (60 Jahre), Alois Witzel (60 Jahre) und Albert Dehler (65 Jahre).

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