Mit akustischer Musik zieht die Formation "Sun Melany" beim ersten Konzert nach der Corona-Pause die Gäste im Schlosshof Leonhardi in ihren Bann.
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Mit akustischer Musik zieht die Formation »Sun Melany« beim ersten Konzert nach der Corona-Pause die Gäste im Schlosshof Leonhardi in ihren Bann.

Wieder Kultur im »Kuhtelier«

Wieder Kultur im »Kuhtelier« Bad Vilbel: Auftakt zum Träumen

  • vonChristine Fauerbach
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Vorm Karbener »Kuhtelier« von Peter Mayer kann wieder Kultur geboten werden. Die Lust vor Publikum zu spielen, war den Profimusikern von »Sun Melany« anzumerken. Weitere Angebote folgen.

Es fühlt sich an, wie das Eintauchen in ein Musikerlebnis voller Harmonie. Eine ganz eigene Klangwelt haben Ralf Olbrich und seine Band-Kollegen von »Sun Melany« unter anderem mit dem Saxillo, Tárogató und Vibrafon gezaubert. Gefühlvolle Musik zum Träumen, nach der coronabedingten Kulturpause hat Peter Mayer vom »Kuhtelier« seinen fast 60 Gästen im Freien ein musikalisches Bonbon samt Kaffee und Selbstgebackenem zum Neustart geboten.

»Mir gefällt die Musik und der harmonische Klang der Instrumente gut«, urteilt Fritz Amann. »Saxillo-Musik ist nicht der musikalische Sound des Alltags.« Begeistert vom etwas anderem Erlebnis im Freien war auch Marlies Lehrbach: »Diese Musik ist chillig. Sie ist sehr einfühlsam, teils meditativ und damit ideal zum Entspannen, aber trotzdem lebendig, virtuos und rhythmisch.«

Als »Akustische World Music« bezeichnet Olbrich das Repertoire seiner Band. »Wir machen schöne Musik«, verspricht er. Gastgeber Mayer spricht von »grooviger, entspannender Musik mit ganz tollen Instrumenten« an. Gespielt wurde diese von der vor eineinhalb Jahren gegründeten Frankfurter Formation »Sun Melany«. Neben Olbrich, der mit Saxillo, Saxofon, Tárogató und Gitarre spielte und den Gesangspart inne hatte, waren beim Auftritt Julian Keßler (Akustikgitarre) und Christoph Cho am Cajon dabei, unterstützt wurden sie von Christoph Aupperle am Vibrafon. Bereits vom ersten Ton an sprang der Funke ins Publikum über.

Als Straßenmusiker aufgetreten

Ralf Olbrich sagt mit Blick auf die vergangenen Monate: »Wir hatten keine Auftritte und haben deshalb dreimal in der Woche in Frankfurt auf der Straße gespielt. Die Leute haben sich jedes Mal gefreut und gesagt, dass sie live gespielte Musik vermissen. Für uns ist es ein schönes Gefühl wieder vor Publikum zu spielen.« Die Monate ohne Engagements hätten die noch junge Band zusammenwachsen lassen. » Ein Vorteil unserer Straßenauftritte ist, dass wir nicht mehr proben mussten.«

Mit vors »Kuhtelier« gebracht hat Ralf Olbrich sein Unikat, ein Saxillo. Das von einem Instrumentenbauer im australischen Melany entwickelte Saxillo ist ein Holzblasinstrument, dessen weicher, magischer Klang den Musiker fasziniert hat. Verwandt ist es mit dem Chalumeaus von Tupian, der Ur-Klarinette mit Flötengriffweise.

Saxillo wird immer weiterentwickelt

»Auf dem Korpus des ursprünglichen Saxillo konnte man nur rudimentär spielen«, erzählt Olbrich. In den vergangenen drei Jahren habe er es mithilfe von Instrumentenbauern weiterentwickelt. »Das ist noch nicht abgeschlossen, nächste Woche treffe ich mich wieder mit einem Profi«, sagt der Musiker. Inzwischen könne er sein Unikat zu 80 Prozent so spielen wie ein Saxofon.

Für sein Instrument komponiert Ralf Olbrich »chillige, loungische« Stücke mit Anleihen aus Acoustic Jazz und Folk. Nach dem Schreiben und Arrangieren der Stücke suchte Ralf Olbrich Musiker, »die Lust haben, diese Musik zu spielen«. Gemeldet haben sich unter anderen drei, die er bereits aus Studienzeiten kennt. Zu den in Karben gespielten eigenen Titeln des Bandleaders gehören »Olivenseife«, das mit mittelalterlichem Klang gefärbte »Your Majesty« oder das mit rhythmischen Varianten spielende »Here, there and everywhere«.

Das Publikum bedankte sich für die größtenteils instrumentale Musik von Saxillo und Tárogató zum Zuhören und Entspannen mit anhaltendem Applaus nach jedem Stück. Ein perfekter Einstand zum Start des Kulturangebots unter den derzeitigen Bedingungen.

Weitere Konzerte im Schlosshof

Peter Mayer plant im August weitere Sommer-Open-Air-Veranstaltungen im Schlosshof vor dem »Kuhtelier«. Auf jeden Fall wird es einen Schlagerfrühschoppen geben und eine Band werde live spielen. Jeden Mittwochnachmittag ist ab 15 Uhr »Kuhffee-Time«. Dann öffnet das kleine Café im Schlosshof. Serviert werden selbst gebackene Kuchen auf Omas Kaffeeservice. Das »Kuhffee« haben wir schon dreimal mit gutem Erfolg angeboten«, sagt Mayer. Am 30. Juli steht der Literaturabend mit dem Titel »Regionale Poeten zu Gast, schreibende Wetterau« auf dem Programm. Melden sich mehr als 30 Literaturfreunde an, wird an zwei Abenden aufgeführt. Bei allen Veranstaltungen gelten die Abstands- und Corona-Regeln.

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