16 Teams zu je drei Spielern kämpfen in der Okarbener Boule-Arena um den Sieg im Mitternachtstriplette. FOTO: HANNA FEIGE
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16 Teams zu je drei Spielern kämpfen in der Okarbener Boule-Arena um den Sieg im Mitternachtstriplette. FOTO: HANNA FEIGE

Wo die Kugeln bis weit nach Mitternacht rollen

Karben(fei). Das Mitternachtstriplette-Turnier ist was für echte Boule-Freunde: 16 Teams treten mit je drei Spielern an und jeder spielt gegen jeden. Das braucht Zeit. Die haben sich die Boule-Freunde am Samstag auf der Anlage des 1. Pétanque-Clubs in Okarben genommen.

Immer wieder ist das metallische Klacken der Kugeln zu hören, wenn sie aufeinandertreffen. Mit konzentrierten Blicken fokussieren die Spieler die "Holzsau". Ziel ist es, die eigene Kugel möglichst nah an diese hölzerne Kugel zu platzieren. Die Spieler halten die graue, fast 700 Gramm schwere Stahlkugel locker in der Hand, um sie dann in einem hohen Bogen zu werfen. Wer zuerst 13 Punkte erzielt, gewinnt die Runde.

Alle halbe Stunde wird ein neues Spiel angepfiffen, dazwischen gibt es kleine Verschnaufpausen für die Spieler.

Der Pétanque-Club besteht seit 1986. Er hatte sein Domizil lange in Petterweil, bis dort der Mietvertrag für die Halle auslief. Nun spielen sie in der Boule-Arena in Okarben.

Nach kleinen Startschwierigkeiten haben sich die Pétanque-Spieler gut auf dem neuen Platz eingelebt. "Wir haben das Grundstück von der Stadt gepachtet, durften allerdings keine Flächen ausheben. Normalerweise hätten wir das aber für die Bahnen tun müssen. So haben wir welche gebaut, die auf dem Boden aufliegen. Dadurch ist das Spielgefühl ein anderes, da der Boden stark federt, das stört uns nicht weiter", erklärt Pressewart Alfred Hiepel (63).

"Wir wollen demnächst eine Halle bauen, damit wir auch im Winter wieder Trainingsmöglichkeiten haben. Dafür warten wir momentan auf die Genehmigung", verrät er.

Um die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, wurden die Bahnen vergrößert. Jedes Team muss seine eigenen Kugeln mitbringen. Es gibt Desinfektionsmittel, es dürfen sich nur bis zu fünf Personen gleichzeitig im Vereinsheim aufhalten und es gibt keinen Essens- oder Getränkeverkauf.

Bereits zum 32. Mal veranstaltet der Klub das Mitternachtstriplette. Um drei Uhr morgens standen Uwe Annel, Marcus Faltermann und Steven Hoffmann aus Viernheim als Sieger fest. Den zweiten Platz sicherten sich Jenny und Daniel Reichert sowie Sascha Wagner aus Horb. Dritte wurde das Team von Carmelo Bonanno, Florian Hennekemper und Florian Panitz aus Petterweil.

Der 37-jährige Carmelo Bonanno ist Vorsitzender des Pétanque-Clubs. Ihn fasziniert an seinem Sport immer wieder, dass trotz des Teamspiels das Einzelergebnis wichtig bleibt. Uwe Wigger (58) aus Oberursel mag es besonders, beim Spielen in der Natur zu sein. "Man kann gut dabei abschalten und den Alltag vergessen."

Beim Mitternachtstriplette treten Spieler aller Leistungsklassen gegeneinander an, Freizeitspieler gegen Bundesligisten. Trotzdem herrscht ein fairer, friedvoller Umgang miteinander. "Nach der langen Spielpause nach Corona lässt sich das doch niemand entgehen", sagt Bonanno.

Hartmut Neumann (80) aus Frankfurt kann dieses Mal nicht mit von der Partie sein. "Mein Kreislauf würde das nicht mitmachen", erklärt er. Dafür feuert er seine Vereinskollegen an. Und sagt: "Früher war ich Rennradfahrer, aber Pétanque kann man spielen, bis man umfällt."

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