Letzte Ruhestätte: Die Stadt bietet ihren Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Möglichkeiten für Beerdigungen, wie hier ein Baumbestattungsfeld. FOTO: HOLGER PEGELOW
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Letzte Ruhestätte: Die Stadt bietet ihren Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Möglichkeiten für Beerdigungen, wie hier ein Baumbestattungsfeld. FOTO: HOLGER PEGELOW

Karbener Friedhöfe

Künftig Urnengräber unterm Baum möglich

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Eine neue Möglichkeit der Bestattung bietet künftig die Stadt Karben an. Wer möchte, kann sich unter einem riesigen Baum bestatten lassen. Auf dem Waldfriedhof in Klein-Karben soll dazu ein Feld mit gläsernen Röhren hergerichtet werden.

Karben(pe). Früher wurden die Urnen in ein kleines Erdgrab eingelassen. Die ersten Urnengräber haben wie die Sarggräber auch einen Stein mit dem Namen des oder der Verstorbenen. Danach gab es platzsparende Urnenwände, die mit der Zeit allerdings als wenig schön empfunden wurden.

So kam man bei der Stadt auf die Idee, Urnenrondelle zu bauen. Darüber verfügt inzwischen fast jeder Friedhof. Sie sind pflegeleicht, aber einen Gedenkstein mit den Namen der Verstorbenben gibt es dabei nicht. Jetzt ist die Idee von Baumbestattungen aufgekommen. Die Stadt will dazu ab dem kommenden Jahr die Möglichkeit schaffen. Erwähnt sind sie in der neuen Friedhofsordnung der Stadt Karben, über die die Stadtverordneten in der letzten Sitzung in diesem Jahr zu entscheiden haben.

Ab 2021 in Klein-Karben

Darin heißt es, dass die Grabstätten unterschieden werden in Reihengrabstätten, Kindergräber, Wahlgrabstätten, diverse Urnengrabstätten, aber auch Urnenrasengräber unter Bäumen sind aufgeführt. Dazu heißt es, für die Setzung der Edelstahlröhre und für die Beschriftung der Glasplatten seien die Pietäten zuständig. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) teilt dazu mit, dass die neuen Urnenbaumgräber ab 2021 auf dem Waldfriedhof Klein-Karben zur Verfügung stehen sollen. Man habe seitens der Stadt dort einen schönen großen Baum ausgewählt. Die Büsche um den Baum seien bereits entfernt worden. Derzeit bereite man schon die Urnenbaumgräber vor. "Wir setzen dort zwölf Röhren für die Urnen in einem Zug. Dann werden diese Röhren abgedeckt, und später müssen keine Erdarbeiten mehr bei Beerdigungen vorgenommen werden."

Auch auf dem freien Teil des Friedhofes in Okarben könnte man diese Bestattungsform anbieten. Aber zunächst wolle die Stadt einmal Erfahrungen damit sammeln, "ob die Urnengräber unter Bäumen auch angenommen werden". 900 Euro wird ein Urnengrab unter dem Baum kosten, halb soviel wie etwa eine Erdbestattung in einem Wahlgrab. Die Stadt will dafür denselben Preis erheben wie für die schon bestehenden Urnengräber in den Rondellen. In den Erläuterungen zu der Satzung heißt es, die Urnengräber müssten teurer werden, da die Fläche von der Stadt gepflegt werde und die Herstellung vor allem der Rondelle teuer sei.

Die Stadtverordneten sollen auf ihrer nächsten Sitzung nicht nur die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen und die geplanten Gebührenerhöhungen für fast alle Grabarten beschließen, sondern auch beispielsweise entscheiden, ob künftig Hunde auf den Friedhof mitgenommen werden können. Dort heißt es alternativ, es sei nicht gestattet, Tiere mitzubringen, "ausgenommen angeleinte Assistenzhunde", oder "Tiere sind an kurzer Leine zu halten und deren Hinterlasssenschaften sind zu entfernen".

Stadtverordnete tagen am Freitag

Die Friedhofsordnung und die Gebührensatzung für Friedhöfe sind nur zwei der vielen Tagesornungspunkte der Sitzung, die am Freitag, 11. Dezember, um 19 Uhr im großen Saal des Bürgerzentrums beginnt. Hauptthema wird der Haushalt für 2021 sein. Desweiteren geht es um die Bauleitpläne, etwa für das Hofgut Gauterin, die Sport- und Kindergartenanlage in Groß-Karben und die Benutzungsordnung für die neue Stadtbücherei.

Am Dienstag und Mittwoch, 8. und 9. Dezember, tagen die Ausschüsse. Den Anfang macht der Ausschuss für Jugend, Soziales und Kultur am 8. Dezember, 18.30 Uhr, im Bürgerzentrum. Um 20 Uhr kommt am selben Ort der Ausschuss für Stadtplanung und Infrastruktur zusammen. Am Mittwoch, 9., Dezember, tritt der Haupt- und Finanzausschuss zusammen. Beginn um 19 Uhr, Ort ist gleichfalls der große Saal.

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