Die Heizung der KSS-Sporthalle muss repariert werden.
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Die Heizung der KSS-Sporthalle muss repariert werden.

KSS-Halle bleibt wieder zu

Karben (jas). Verärgert sind die Sportler, die ihren Sport in der großen Halle der Kurt-Schumacher-Schule (KSS) ausüben. Der Grund: Schon wieder muss die Dreifeldhalle der Schule für mindestens eine Woche geschlossen werden.

Kurzfristig hatte der Wetteraukreis die Vereinsvorsitzenden und Trainer über die Stadt informieren lassen, dass die Halle vom 8. bis 12. Dezember geschlossen werden muss. Die Heizung leckt und muss dringend repariert werden.

Bereits den gesamten September und halben Oktober hatten die Sportler auf die stark genutzte Trainingsstätte verzichten müssen, da der Bodenbelag für 170 000 Euro komplett erneuert worden war. Wer konnte, war nach draußen ausgewichen oder hatte sich Ersatzhallen gesucht. Schwierige Umstände nicht nur für die Athleten aller betroffenen Vereine, sondern vor allem auch für die fast 1500 Schüler zählende KSS. Sportstunden waren ausgefallen oder auf die Anlage an der Waldhohl, das Beach-Volleyball-Feld sowie an die Nidda verlegt worden. Bei Kälte und Eis ist das nicht mehr möglich.

Wasser tritt aus

»Der Heizstrang der Halle muss von der gesamten Heizungsanlage abgeklemmt werden, da erhebliche Wasserverluste festgestellt wurden. Die Heizung leckt, und das Wasser läuft irgendwo ins Erdreich«, informiert Kreissprecher Michael Elsaß. Zwar werde das Wasser automatisch aufgefüllt, sodass die Heizung weiter heize, aber dennoch gebe es dringenden Handlungsbedarf. »Sonst könnte es durch Frost zu Aufplatzungen kommen.« Sobald die Heizung abgestellt ist, wird eine Leckflüssigkeit in die Rohre geleitet. Sie bleibt eine Woche lang in den Leitungen. Dort, wo sie mit Sauerstoff in Berührung kommt, kristallisiert sie aus und verschließt die Lecks. Der Kreis geht davon aus, dass die Arbeiten in einer Woche erledigt werden können.

Viel zusätzliche Planungsarbeit und Kopfzerbrechen bereitet die plötzliche Hallenschließung KSS-Schulleiter Franz Wild und seinem Kollegium. »Wir klären gerade, welche Möglichkeiten es gibt, den Sportunterricht zu ersetzen.« Dabei sei an Ersatz durch Unterricht oder Sporttheorie gedacht. Auch Ausfälle werden sich nicht vermeiden lassen. »Wir müssen wohl in den sauren Apfel beißen«, sagt Wild. »Aber lieber verzichten wir jetzt eine Woche auf die Halle, und alles wird auf die Reihe gebracht, als dass irgendwann die Heizung komplett ausfällt.«

Über die Tatsache, dass die Vereine nicht einmal eine Woche vor Schließung von der notwendigen Reparatur in Kenntnis gesetzt wurden, ärgert sich der Vorsitzende der TG Groß-Karben, Martin Menn. »Wir hätten uns mehr Vorlauf gewünscht, um besser planen zu können.« Dies meint auch Beate Rosanowski, Turnabteilungsleiterin im KSV Klein-Karben. Die Parkour-Gruppe und die Volleyballer der Abteilung sind von der Schließung betroffen. Menn sagt, die meisten Trainingsgruppen werden ihr Training ausfallen lassen oder sich nach Alternativen – zum Beispiel einen Besuch im Schwimmbad – umschauen. Ganz so einfach ist es bei den Volleyballerinnen der TG, die im vergangenen Jahr in die Regionalliga aufgestiegen sind, nicht. »In so kurzer Zeit Ersatz für den Trainingsplatz zu finden, ist fast unmöglich. Die Hallen in Karben sind komplett belegt. Eventuell können wir in die kleine Halle der KSS ausweichen«, sagt Menn. Dort allerdings sei die Decke zu niedrig, der Auslauf zu kurz.

Noch mehr Sorgen als der Trainingsbetrieb macht dem Vorsitzenden aber das nächste Heimspiel, das für Samstag, 13. Dezember, im Spielplan steht. »Uns wurde zugesagt, dass die Reparaturarbeiten bis dahin beendet sind. Aber die Halle muss ja auch warm sein. Einen Notfallplan, falls es sich verzögert, gibt es nicht.« Ein Spiel so kurzfristig umzulegen, sei unmöglich. Das müsse sowohl mit dem gegnerischen Team als auch mit dem Verband abgesprochen werden. »Falls das Spiel gegen den TV Waldgirmes ausfallen muss, könnte es sein, dass es für die TG als verloren gewertet wird«, sagt Menn.

Wie viel Arbeit hinter Bemühungen steckt, ein Spiel zu verlegen, weiß Spielerin Tatjana Henkel nur zu gut. Sie hatte sich bereits im Oktober, als die Arbeiten am Hallenboden sich verzögert hatten, um eine Lösung bemüht, mit Gegnern, Verband und Klassenleiter gesprochen. Nicht nur die Unsicherheit, ob das angesetzte Spiel am Samstag stattfinden kann, sondern auch die wenig optimale Vorbereitung macht der Mannschaft zu schaffen. »Wir können nicht vernünftig trainieren. Im Sommer hatten wir vier Wochen lang überhaupt keine Halle in Karben zur Verfügung und mussten in Frankfurt extra eine Halle anmieten. Das war kurz vor Saisonbeginn nicht gerade ideal«, sagt Henkel.

Verlegte Spiele fallen aus

Dass niemand etwas für eine kaputte Heizung kann, wissen auch die Basketballer vom TV Okarben, die ebenfalls ihre Spiele in der KSS-Halle austragen. Dennoch sind die Ballsportler ebenso wütend über die neuerliche Schließung wie die Volleyballerinnen. »Unsere beiden für Freitag, 12. Dezember, geplanten Spiele der zweiten Herrenmannschaft gegen Oberursel und des U 18-Teams gegen Hanau müssen ausfallen«, sagt Spieler und Trainer Christian Kehl. Beides sind Partien, die aufgrund der Bodensanierung bereits verlegt worden waren. »Einen neuen Termin zu finden, ist sehr aufwendig. Alles muss mit dem Team und den Gegnern abgestimmt werden.« Der lange Trainingsausfall im Spätsommer hatte dem TVO Basketballern auch in anderer Hinsicht geschadet: »Die Jugendarbeit hat gelitten«, sagt Kehl.

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