Wer sein Auto an den Karbener Bahnhöfen parkt, muss von 5 bis 19 Uhr Gebühren zahlen. Ab Juni soll die gebührenpflichtige Zeit verkürzt werden. Das hat das Stadtparlament mit Mehrheit beschlossen. 	FOTO: HOLGER PEGELOW
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Wer sein Auto an den Karbener Bahnhöfen parkt, muss von 5 bis 19 Uhr Gebühren zahlen. Ab Juni soll die gebührenpflichtige Zeit verkürzt werden. Das hat das Stadtparlament mit Mehrheit beschlossen. FOTO: HOLGER PEGELOW

P+R-Plätze in Karben

Kostenpflichtig Parken am S-Bahnhof nur bis 16 Uhr: FW und Grüne dagegen

  • Holger Pegelow
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Magistrat und FDP wollen die gebührenpflichtigen Parkzeiten an den S-Bahnhöfen in Karben reduzieren. Doch damit sind längst nicht alle Stadtverordneten einverstanden.

Rund um die Karbener Bahnhöfe scheint 16 Uhr eine sensible Zeit zu sein. Jedenfalls konnte man als Beobachter der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung diesen Eindruck bekommen. 16 Uhr ist die Zeit, in der nach Beobachtung des FDP-Stadtverordneten Oliver Feyl viele Berufspendler wieder von der Arbeit zurückkommen und ihre Autos wegfahren. Andere wiederum wollen ab 16 Uhr die frei gewordenen Stellplätze an den Bahnhöfen nutzen, um ihre Autos abzustellen und dann mit der S6 weiterzufahren. Die müssen dann nach jetzigem Stand noch ein Tagesticket für einen Euro ziehen.

Feyl brachte deshalb zur jüngsten Parlamentsrunde den Antrag ein, die gebührenpflichtige Zeit von 19 Uhr auf 16 Uhr zu verändern. Der Hintergedanke: Wenn diejenigen, die erst später in die S-Bahn steigen und dann nach 21 Uhr wieder nach Karben zurückkommen, sollten wenigstens gebührenfrei parken können.

FW: Keine Probleme in Wohnstraßen

Feyl hat noch einen zweiten Grund ausgemacht: Auf der Kloppenheimer Seite des Bahnhofes komme es zu größeren Behinderungen im Bereich des Fußballplatzes, da die Sportler oder Besucher nicht mehr in dem Ausmaß wie vorher die kostenlosen Bahnhofsparkplätze nutzen.

In Kloppenheim scheint die Situation ohnehin problematisch. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) sagte in der Sitzung, die Stadt erreichten viele Beschwerden von Anwohnern, dass Berufspendler ihre Fahrzeuge in den nahen Wohnstraßen gebührenfrei abstellen würden. »Wir kriegen dazu sogar etliche Fotos geschickt.« Ähnlich hatte auch schon Fachdienstleiter Manuel Pena argumentiert. Berufspendler blockieren demnach die Anwohnerparkplätze vor den Häusern. Die Anwohner, die am Nachmittag von der Arbeit zurückkehren, müssten sich dann auf den P+R-Platz stellen und Gebühren zahlen. Auf jeden Fall plädierte Rahn dafür, die gebührenpflichtige Zeit zu reduzieren, wie von der FDP beantragt.

Parkplatzdruck zurückgegangen

Damit waren aber beileibe nicht alle einverstanden. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Thorsten Schwellnus, widersprach. Er sei selbst Anwohner in Kloppenheim und könne aus eigener Anschauung sagen: »Von den zwölf Autos in unserer Straße sind vielleicht zwei oder drei Fremdparker.« Das Problem sei »minimal«. Auch sonst sprachen sich die Freien Wähler gegen eine Reduzierung der gebührenpflichtigen Zeit aus. »Wir haben im vergangenen Jahr lang und breit darüber diskutiert und wollen jetzt keine Änderung.« Die Straßen in der Nähe des Bahnhofs seien auch schon vorher voll geparkt gewesen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Mario Beck sagte, man habe von vornherein bei der Einführung der Gebühren gesagt, dass man die Erfahrungen und Erkenntnisse einfließen lasse und dann etwas ändern werde. Nur weil die Parkgebühren lang und breit diskutiert worden seien, könne man sie doch jetzt nicht so beibehalten. Schon vor Corona hätten sich die Verhältnisse an den Bahnhöfen entspannt. Allerdings wisse man nicht, ob die Pendler mit Bus oder Fahrrad zum Bahnhof gefahren seien oder gleich mit dem Pkw zur Arbeit. Der Parkplatzdruck sei zumindest zurückgegangen.

Zustimmung zum Vorschlag, die gebührenpflichtige Zeit zu reduzieren, erntete Feyl von Uwe Maag. Der Linken-Stadtverordnete meinte, er sei damals bereits gegen Gebühren gewesen. Deren Einführung sei die falsche Entscheidung gewesen. »Der FDP-Antrag geht in die richtige Richtung.«

Parkautomat wird versetzt

Da dies nicht alle Fraktionen so sehen, lehnten Freie Wähler und Grüne den FDP-Antrag ab. Für eine Mehrheit reichte es dennoch. Mit den gleichen Voten wurde auch die entsprechende Magistratsvorlage abgestimmt: CDU, SPD, FDP und Linke stimmten dafür, Grüne und FW dagegen.

Einstimmig wurden jedoch zwei weitere Punkte des FDP-Antrages angenommen. So soll der Parkautomat auf dem P+R-Platz Groß-Karben Standort neben dem chinesischen Imbiss auf den Standort neben dem Kameramast verlegt werden. Zudem soll auf Kloppenheimer Seite der hölzerne Zaun so geöffnet werden, dass die Pendler zum Ziehen des Parkscheins keine 40 Meter Umweg laufen müssten.

322 Parkplätze für Pendler gibt es auf beiden Seiten des Groß-Karbener Bahnhofs. Bis zur Einführung von Parkgebühren waren sie schon früh morgens belegt, nach der Einführung des 1-Euro-Tagestickets hatte der Druck etwas abgenommen. In der aktuellen Krisenzeit sind rund ein Viertel der Plätze belegt. pe

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